Breath of the Wild Soundtrack Compilation Box – Musik in Videospielen

Die Breath of the Wild Soundtrackbox von Nintendo’s gleichnamigen Spiel

Musik von Videospielen fristet oft ein Schattendasein wenn es darum geht Videospiele in ihrer Gesamtheit zu betrachten und fallen auch heutzutage in Bewertungen von Spielen oft unter den Tisch. Eigentlich seltsam, ist es doch oft die Musik eines Spieles, die einen – genauso wie bei Filmscores – emotional stärker mit der Story oder der erzählten Handlung in Verbindung treten lässt. Ist die Handlung spannend verstärkt die Musik das Geschehen auf Monitor oder Leinwand. Ruhige Passagen werden ebenfalls von dazu passender Musik getragen. Scores sind demnach ein fixer Bestandteil unseres Medienkonsums und vielen Spieleentwicklern ist dies bewußt, genauso wie die Fanbase seit langer Zeit für diverse Soundtracks von Spielen schwärmt. Nun gibt es von “Legend Of Zelda – Breath Of The Wild” eine Soundtrackcompilation die auf 5 CD’s alle 211 Songs des Spiels vereint. Ein Booklet in japanischer Sprache und zusätzliches Artwork sind ebenfalls enthalten. Vor allem für Liebhaber des Nintendo Spieles und als stilvolles Collector-Item ist diese Box, die für ca. 55,- Euro bei Amazon angeboten wird, wohl interessant und macht sich gut in jedem Wandregal. Damit kann auch abseits des Spiels die Musik genossen werden.

Der Soundtrack von 'The Journey' wurde für einen Grammy nominiert.

Die Relevanz von Soundtracks in Videospielen wird immer wichtiger und bekommt seit längerer Zeit schon immer mehr Aufmerksamkeit. So war der Soundtrack des Spieles “The Journey” der erste, der für einen Grammy in der Kategorie Beste Filmmusik in einem visuellen Medium (bester Soundtrack) nominiert wurde. Austin Wintory, der sich für den Soundtrack verantwortlich zeigte und bereits für alle drei Spiele des Spielentwicklers thatgamecompany die Musik beisteuerte hat laut Wikipedia seit 2003 an mehr als 300 Songs gearbeitet und ist auch für den Score des aktuellen Spieles “The Pathless” verantwortlich. Gemein ist all diesen Spielen, dass sie auf einprägsame Weise den Protagonisten durch eine fantastische Welt streifen lassen ohne auf gestalterische Mittel von gesprochenem Text oder Dialogen zurückzugreifen, denn die Geschichte wird alleine durch die Musik und die opulente Grafik erzählt. Auch diverse Game Awards wie der Spike Video Game Award oder die bekannten Bafta Game Awards lassen das Genre schon längst nicht mehr in irgendwelchen Schubladen verstauben. Da gibt es zum Beispiel die Webseite Square Enix Music Online, die viele veröffentlichte Musikstücke und ihre Komponisten aufzählt und auch einen eigenen Award vergibt.

Das Nischendasein von Filmmusik und Spielesoundtracks war und ist für Fans schon lange kein Thema mehr, halten die Werke doch auch den Vergleich mit klassischen Kompositionen stand und sind in Punkto Qualität jenen nicht mehr unterlegen. Auch gegenseitige Kooperationen kommen in Mode. So nahm der Soundtrack des Egoshooters DOOM Anleihe an dem Sound von Metal Bands wie Metallica oder Slayer. Robert Prince’s Soundtrack definierte die Herangehensweise an Musik von Videospielen neu. Auch Bands selbst zeigen immer mehr Interesse daran, an einem Spielesoundtrack mitzuwirken. Auf Spotify gibt es eine eigene Playlist von Video Game Soundtracks und der Autor selbst kommt manchmal ins Schwärmen bei Musik von Videospielen, die vor allem mit besonderen Spiele-Erlebnissen meiner Jugend zu tun haben und sofort mit der damals erlebten Emotion verknüpft werden. So trage ich mein eigenes Repetoir an popkulturellen Erinnerungen mit mir herum, bis es beim Hören einer bekannten Melodie wieder ins Bewusstsein dringt. Diese Konnektivität erklärt vielleicht auch warum wir gewisse Melodien in unserem Gehirn stark mit (bereits erlebten) Bildern in Verbindung bringen können. Man denke an die Titelmelodie von Nintendo “Super Mario Brothers” oder der eingängigen Melodie von Tetris, die unzählig oft gecovert, zu einem Teil unseres kollektiven Gedächtnisses und somit Teil unserer Popkultur geworden sind.