Schlagwort-Archive: synthesizer

Behringer Crave Synthesizer

Behringer hat bei der NAMM 2019 einen semimodularen Synthesizer vorgestellt, der mit einem Ladenpreis unter 200 Euro wirklich günstig ist. Bei dem Behringer Crave handelt es sich um einen monophonen Analog-Synthesizer mit integriertem 32 Step Sequenzer bei dem sich hinter der VCO-Sektion Behringers Nachbau des Curtis Chips 3340 verbirgt. Dieser berühmte Chip wurde zum Beispiel auch im Prophet-5 verbaut, aber auch in berühmten Synthesizer-Legenden wie Oberheim OB-8 oder Memorymoog. Die Filtersektion (Ladder Filter) ist auf den Prinzipien eines Minimoogs aufgebaut.

Das orange Metalcase mit Holzseitenteilen überrascht neben dem Preis eben auch durch gelungenes Design wobei die einzelnen Potis genügend Abstand zu einander haben um ein gefühlvolles Handling des Desktop Synthesizers zu ermöglichen. Dabei wurde nicht an den Features gespart, neben einer Midi IN/Out Sektion gibt es einen USB Anschluß für die Integration zur eigenen DAW (Digital Audio Workstation) und ein Patchfeld, welches zahlreiche weitere Modulationsmöglichkeiten erlaubt und für den Ladenpreis von 149,- Euro gibt er auch soundtechnisch einiges her. Manche Munkeln ja schon, dass der ebenfalls auf der NAMM 2019 vorgestellte Korg Volca Modular mit einem Ladenpreis von umgerechnet 200,- Euro dagegen schlecht aussteigen wird, da das Handling wie auch die Klangqualität für den Crave sprechen.

Weitere Highlights meinerseits auf der NAMM2019 sind wohl der Moog SIRIN, das schön designte Chorus Pedal aus dem Hause Dreadbox namens komorebi, die neue Groovebox von Elektron, Model:Samples die erstmals ein Elektron Gear unter 500,- Euro darstellt und die Pocket Modular Serie von Teenage Engineering, der Marke die vor allem für seinen handlichen OP-1 Synthesizer bekannt geworden ist. Aber bei so vielen neuen MusikGadgets lässt es einen mitunter vergessen, wie sehr man doch schon Möglichkeiten daheim zu Verfügung hat. Für Leute die mehr Zeit dafür verwenden nach neuem Gear Ausschau zu halten als bereits erstandene Synthesizer oder Drummachines zu nutzen und auszuschöpfen ist folgendes Video vielleicht hilfreich. Es behandelt das Gear Aquisition Syndrom (kurz GAS) und gibt hilfreiche Tipps um sich gegen das Lechzen nach neuem Material zu stemmen.

Kid Koala – music to draw to: Io

Kid Koala @ Work

Kid Koala, alias Eric San aus Kanada hat in seinen früheren Alben stets bewiesen, welches Können und welche Genauigkeit ihm als “Turntableist”-Künstler zugrunde liegt. Vor allem seine Stücke bei denen er Solo-Noten von Trompeten und anderen Instrumenten, die er z.B. in seiner Nummer “Drunk Trumpet” gezielt von einer Note zur anderen pitcht sind legendär. Seine Auftritte waren auch immer belustigend und durch das Tragen von Plüschtierkostümen gekennzeichnet. Nun tritt seit seiner Serie “music to draw to” ein ernsterer, aber dennoch akribisch genau arbeitender Künstler zutage. Vom Turntable als Arbeitsgerät scheint Eric San zumindest momentan weggedriftet zu sein, hat er nun doch die Synthesizer für sich entdeckt und arbeitet sich an androgynen, vielschichtigen Ambient-Nummern ab, die er teilweise von den Stimmen bekannter Sängerinnen textlich abrunden lässt. Auf dem ersten war es die Stimme von Emiliana Torrini, die die sphärischen Stücke von Kid Koala’s fünftem Studioalbum “music to draw to-Satellite” lyrisch untermalte. Auf dem aktuellen Album ist es die klangliche wie stimmliche Qualität von Trixie Whitley, die auf “music to draw to-Io” 6 von 18 Nummern ihre lyrische Note verleiht.

“Inspired by music that allows space for the listener’s own ideas, the Music To Draw To series is an unfolding universe of wintry soundscapes and enchanting vocal journeys.” (Kid Koala Website)


Das erweiterte LP Bundle.

“music to draw to- Io” ist am 25. Jänner 2019 bei A & C Records erschienen. Das gesamte Bundle umfasst neben der Doppel LP auch eine CD sowie ein leeres Sketchbook, denn Kid Koala’s Intention ist wohl die Kreativität seiner Hörer zu fordern und im Angesicht der ambienten Musikstücke auch stückweise dazu gedacht, die eigene Kreativität der HörerInnen zu beflügeln.

Gecho – Pocket Loop Synthesizer

Unlängst ist mir dieser kleine unscheinbare Synthesizer im Netz aufgefallen. Aufmerksam gemacht hat mich ein Bericht des Youtubers BoBeats, der diesen kleinen in einer Holzschachtel verpackten Synthesizer namens Gecho Loop Synth näher unter die Lupe nahm. Gesteuert wird der Synth via Buttons, Sensoren und einem magnetischen Ring. Dabei wird der Sound von diesen moduliert, ein eingebautes Mikrophon ermöglicht das Steuern des Gerätes mit externen Instrumenten oder einfach durch leichtes Klopfen auf der Oberfläche wo das Gerät steht. Die Möglichkeiten sind vielfältig, ob als meditative Relax-Box oder als ernsthaftes Instrument, die Box gibt einem zumindest die Möglichkeit sich eingehender mit ihr zu beschäftigen. Als Liebhaber solch kleiner Audio-Gadgets denke ich daran mir so einen Synth zu kaufen, denn dieser ist für ca. 149 Euro zu haben, momentan aber leider ausverkauft. Wie bei solchen Fällen üblich wird an weiteren Auslieferungen gearbeitet aber mehr als ein paar Gecho’s pro Woche sind bei einem 1 Personen Unternehmen nicht drin. Zusammengebaut werden die Teile in Irland, Versandkosten innerhalb Europa sollten also überschaubar sein. Wer nach dem oben geposteten Video sich überlegt sich so ein Teil zu besorgen, sollte den Newsletter abonnieren um über weitere Auslieferungen informiert zu bleiben.

Preen FM – An Open Source FM based Synthesizer

preenfm_synthesizerWenn es ums Basteln und schrauben an Musikhardware geht können einen die Franzosen schon neidisch machen. Preen FM ist ein auf FM Synthese basierender kleiner Synthesizer von dem es eigentlich nur eine Bauanleitung im Netz gibt. Schrauben bzw. Löten sollte man ihn schon selbst außer man kauft sich ein bereits vormontiertes Teil. Der Preen FM überzeugt vor allem mit seinen 4 unterschiedlichen Instruments und seiner bis zu 14 fachen Polyphonie. Damit ist er klarer Favorit gegenüber einem Volca FM von Korg (3fache Polyphonie)und das merkt man auch am Sound. Er ist also polyphon, er ist Open Source und erdacht und an ihm geschraubt hat Xavier Hosxe auf dessen Webseite auch die Bauanleitung geliefert wird. Wenn man sich dazu entschließt den Preen FM selbst zusammenzulöten, sollte man schon ein wenig Erfahrung mit Elektronik gesammelt haben. Seit kurzem gibt es den Preen FM2 der sich hauptsächlich durch die Firmware unterscheidet.