Das naheliegende Zeichnen galt als Tradition der für die Moderne stilprägenden Malerei der Stillleben. Die Darstellung toter bzw. regloser Gegenstände und deren Auswahl und Gruppierung erfolgte nach inhaltlichen und ästhetischen Aspekten. So war Paul Cézanne ein Meister der Malerei von Früchten, Tischtüchern und Schalen, zusammengefaßt in einer Komposition von Farbe und Struktur. Das naheliegende Zeichnen war wohl auch Georg Rigerls Ansatz als er vor 4 Jahren damit begann alle möglichen leeren Sackerl, Sackl vulgo Einkaufstüten zu malen. Vorerst mit Bleistift auf Papier, dann übertragen in Öl(farbe) auf Leinwand. Die Abbildungen sogenannter Dillybags, wie sie australische Ureinwohner besessen haben brachten den in Graz lebenden Künstler auf die Idee und konfrontierten den Maler mit der Frage nach Not und Mangel, waren die Dillybags doch meist leer, ohne Inhalt abgebildet.

Säcke sind geduldige Modelle, lassen sich hinwerfen und legen, strecken und stauchen. Das scheinbar Unbedeutende durch betrachten, beobachten und gestalten erhöhen. Gegenstände in Beziehung zu anderen Gegenständen. Zwiesprache unbelebter Objekte?

Galerie Centrum

Nun sind ausgewählte Studien und Malereien des Künstlers in der Ausstellung “BORSA? Malerei und Zeichnung Georg Rigerl” von 10. Juni 2021 – 20. Juni 2021 in der Galerie Centrum (Glacisstraße 9, 8010 Graz) zu sehen.

Georg Rigerl wurde 1953 in Wien geboren. Er lebt und arbeitet seit 1975 in Graz.
Werdegang: Studium der Malerei, Grafik und Kunstpädagogik an der Hochschule für Angewandte Kunst, Wien; Tätigkeit als Kunstpädagoge zwischen1975 und 2013; Arbeit mit Bildmedien aller Art; Diverse Ausstellungen, zuletzt 2017 in der Galerie Blazek, Graz. Link: Webseite des Künstlers