Raspberry Pi 400 – Desktopversion des berühmten Mini-Computers

Bei der Markteinführung des Raspberry Pi im Jahr 2012 war der Erfolg des Mini Computers damals für die Entwickler aus dem Umfeld der Cambridge Universität überhaupt nicht absehbar. Man wollte einfach einen Einplatinen-Rechner anbieten, um den StudentInnenschwund im Informatikstudium entgegenzuwirken. Geworden ist es ein Gerät, dass viele Menschen zum Basteln an Code und Peripherie ermutigte und so entstand eine weltweite Community, deren Basteleien und Projektideen überall im Netz zu finden sind. Mit 36 Millionen verkauften Einheiten (Stand 2020) ist die Geschichte des Raspberry Pi und der Raspberry Pi Foundation eine wahre Erfolgsgeschichte. Mit dem Raspberry Pi 400 wurde das aktuelle Modell, der Raspberry Pi 4, in ein Tastaturgehäuse eingebaut und so ein Mini-Desktop Computer der alten Schule entworfen, der von seiner Bauart an Zeiten von Amiga 500 und Comodore C64 erinnert.

Mit einem Preis von ca. 70,- Euro für das Peripheriegerät mit Prozessor entstehen neue Anwendungsmöglichkeiten, auch wenn die Idee der ‘Maker’-Platine dabei etwas in den Hintergrund rückt. Anwendungsgebiete könnten Schule und interessierte SchülerInnen sein, muss schlussendlich doch nur ein Monitor angeschlossen werden um zu arbeiten. Mit dem erweiterten Raspberry Pi 400 KIT bekommt man neben einer schicken rot-weißen Maus eine Speicherkarte mit vorinstalliertem Betriebssystem (NOOBS), ein HDMI Kabel sowie ein offizielles Raspberry Pi-Handbuch für Anfänger (in englischer Sprache). Das RP-KIT mit deutschem Tastaturlayout und EU-Netzteil kann bereits jetzt bestellt werden, wird aber frühestens ab Mitte Dezember ausgeliefert. Der Ladenpreis liegt bei ca. 105,- Euro.

Für manche Bastler und dem harten Kern der Raspberry Pi Gemeinschaft stellt die Tastaturversion vielleicht keine wirkliche nutzbare Option dar. Auch die Leistung des Raspberry kann mit anderen Desktoprechnern, die gebraucht auch schon um 150,- Euro zu haben sind, nicht wirklich mithalten. Um grundlegende Programmierkenntnisse zu erlangen, einfache Schreibarbeiten zu erledigen (Libre Office ist beim OS mit-installiert) oder im Internet zu surfen reicht der Raspberry Pi 400 mit seinen 4 Gbyte RAM aber aus und mit dem günstigen Preis wird sich zeigen wohin die weitere Reise gehen wird.

technische Daten Raspberry Pi 400:

ProzessorBroadcom BCM2711 quad-core Cortex-A72 (ARM v8) 64-bit SoC @ 1,8 GHz
RAM4 GB LPDDR4-3200
KonnektivitätDual-band (2.4 GHz und 5.0 GHz) IEEE 802.11b/g/n/ac wireless LAN
Bluetooth 5.0, BLE
Gigabit Ethernet
2 × USB 3.0 und 1 × USB 2.0
GPIOHorizontaler 40-Pin GPIO-Header
Video & Sound2 × micro HDMI-Eingänge (bis zu 4Kp60)
MultimediaH.265 (4Kp60 Dekodierung)
H.264 (1080p60 Dekodierung, 1080p30 Enkodierung)
OpenGL ES 3.0 Grafik
SD-KarteMicroSD-Kartenslot für Betriebssystem und Datenspeicher
TastaturTastatur mit deutschem Layout (QWERTZ)
Stromversorgung5 V DC via USB
Betriebstemperatur0°C bis +40°C
Abmessungen (max.)286 × 122 × 23 mm