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Black Earth Rising – Netflix Serie

Vor 25 Jahren geschah der Völkermord in Ruanda und aus diesem Grund war das Thema auch wieder einmal in den Medien vertreten. Für unsereins in Europa wirkt es irgendwie sehr weit weg, wenn vom Genozid in Ruanda gesprochen und vom Leiden der Bevölkerung berichtet wird. Dabei gibt es eine wirklich gute Serie auf Netflix, die einem die Thematik als spannend inszenierter Thriller näher bringt. Näher als es einem mitunter lieb sein kann. Denn die Geschichte um Kate Ashby, einer Kanzleimitarbeiterin mit ruandesischen Wurzeln und ihrem Chef, Michael Ennis (hervorragend gespielt von John Goodman) dreht sich um den internationalen Gerichtshof in Den Haag wo Kate Ashby’s Ziehmutter, eine international anerkannte Staatsanwältin einen Fall für das Gericht vorbereitet. Doch das ist nur der Anfang, einer Geschichte die auch einen gekonnten Blick auf das aus der Kolonialmachtszeit stammende, verschrobene Bild Europas von Afrika wirft. Afrika wird hier als Kontinent gezeigt, der sich dagegen wehrt immer wieder bevormundet oder in antiquarische Denkschubladen gesteckt zu werden. Die Serie thematisiert neben einem Plot sehr gut inszenierter Wendungen, eben auch die Tatsache, dass der europäische Blick auf Afrika ein verzerrter, ein antiquierter ist und die Serie schafft es, neben den eigentlichen Handlungssträngen, diesen Blick auf Afrika in Frage zu stellen und ihn gleichfalls zu thematisieren. In dem konkreten Fall geht es in erster Linie darum ob Ruanda dazu fähig ist, einen unter demokratischen Gesichtspunkten fairen Prozess gegen einen Kriegsverbrecher im eigenen Land durchzuführen. Prädikat: sehenswert.

Die Miniserie ist seit 25.01.2019 auf Netflix abrufbar.

Maniac – Emma Stone & Noah Hill auf dem Psychotrip

Während Annie Landsberg (Emma Stone) medikamentenabhängig ist und in der realen Welt nur schwer zurechtkommt, versucht Owen Milgrim (Noah Hill) sich aus den Fängen seiner reichen Industriellenfamilie zu befreien und einer Falschaussage vor Gericht aus dem Weg zu gehen. Die beiden Hauptdarsteller begegnen sich bei einer pharmazeutischen Studie, die nichts weniger verspricht als seine Probanden innerhalb von 3 Tagen von allen psychischen Beschwerden und Problemen mittels künstlicher Intelligenz zu befreien. Eine Reihe von Pillen, so der Erfinder der bahnbrechenden Behandlungsmöglichkeit, Dr. James K. Mantleray (Justin Theroux), ist die Lösung für jegliche Beschwerden, seien es Geisteskrankheiten oder der gewöhnliche Herzschmerz. Zusammen mit zehn weiteren Patienten suchen Annie und Owen Linderung in der dreitägigen Studie beim Großkonzern Neberdine Pharmaceutical And Biotech.

Nun startet eine Reise in die innere Welt der beiden Protagonisten die durch Fehlverhalten der künstlichen Intelligenz, die die Studie steuert, verschlimmert wird. Die Maschine, die selbst etwas zuviel Bewußtsein abbekommen hat und daraus resultierend ein Gefühl der Depression bekommt wird schlußendlich von der Mutter des Professors, Dr. Greta Mantleray (großartig auch: Sally Field) therapiert, aber ohne großen Erfolg. Währenddessen schlittern die Hauptdarsteller von einer konfusen Geschichte zur nächsten wobei es zwischen den erlebten Traumphasen zu Überschneidungen der beiden Darsteller kommt. Sie sind durch ein nicht sichtbares Band in den Träumen miteinander verbunden und erkunden gemeinsam die unterschiedlichsten Gefühlswelten. Owen der aufgrund seiner Krankheit glaubt dass Annie eine Art Verbindungsfrau zu einer höheren Wahrheit ist trifft auf die nach außen hin harte Annie die in ihm eine Art Verbündeten sieht. Wirklich gelungenes genreübergreifendes kleines Meisterwerk mit wunderbaren Dialogen und schrägen, sehr gut herausgearbeiteten Charakteren. Das Mimenspiel zwischen Emma Stone und Noah Hill gerät obgleich der Abstrusitäten der Serie nie ins Wanken und so wird hier die Geschichte zweier Außenseiter, die sich über das Erlebte näher kommen mit viel schwarzem Humor und genügend Verve erzählt. “Maniac” läuft seit 21. September auf Netflix.