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Michael Behrendt: Provokation! – Buchempfehlung

Nicht erst seit dem aktuellen Rammstein Video zu ihrem Lied “Deutschland” fragt man sich als kultur interessierter und konsumierender Mensch wieweit Provokation in der Popkultur bzw. der Musik gehen darf. Dass es aber immer schon in der jüngeren Musikgeschichte Provokation als Stilmittel gegeben hat zeigt das Buch des freiberuflich als Lektor und Autor für Verlage tätigen Musikjournalisten Michael Behrendt, der ein interessantes Buch zu diesem Thema verfasst hat.

“Antisemitismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie sind in Musiktexten allgegenwärtig, und das nicht nur im Hip-Hop, sondern genreübergreifend. Aber es sind natürlich nicht nur diese Themen, die in der Musik verhandelt werden und als kontrovers gelten – Sex, Drugs and Rock`n Roll erhitzen die Gemüter nach wie vor ebenso regelmäßig.”

Aus dem Klappentext von Provokation! von Michael Behrendt

Mit “Provokation! – Songs die für Zündstoff sorg(t)en” belegt er am Beispiel von 70 Hits aus den vergangenen 100 Jahren inwiefern die Polarisierung durch Grenzüberschreitungen der Musik schon immer ein Thema war und er geht Fragen wie “Wie funktionieren diese musikalischen Tabubrüchen? Was machen sie mit uns und wie sollten wir damit umgehen? Und: Wann ist die Grenze zum »hate song« überschritten?” nach.

Michael Behrendt (hier im Gespräch bei einem Podcast von hr2) arbeitet freiberuflich als Lektor und Autor für Verlage, Unternehmen und Agenturen. Nach seiner Magisterarbeit über Patti Smith promovierte er über englische und amerikanische Rocklyrik. Er war Frankfurter Redaktionsleiter der bundesweit aufgestellten Lifestyle-Illustrierten “Prinz” und später Chefredakteur des Stadtmagazins “Journal Frankfurt”.

Das 295 Seiten umfassende Buch ist bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (wbg) erschienen. Veröffentlichungsdatum der Erstauflage war der 11.3.2019.

Kraftwerk – Steinbruch St. Margarethen

Jetzt hab ich’s endlich geschafft. Ich habe ein Ticket und werde Kraftwerk, oder was von der Band noch übrig ist live zu sehen bekommen. Zwar ist von der Originalbesetzung nur noch Ralf Hütter vertreten aber ich freu mich auf diese opulente Bilderschow mit der Musik von Kraftwerk. Meine erste Kontaktaufnahme zur Musik der Band war in der Zeit als ich begonnen hatte Schallplatten aufzulegen. Die hypnotische Geradlinigkeit ihrer Songs zog mich schon damals in den Bann und seit geraumer Zeit habe ich neben der Erstveröffentlichung “Autobahn” auch noch die Alben “Radioaktivität” und “Computerwelt” besessen. Beeindruckt war ich auch von der textlichen – sagen wir – Treffsicherheit der Band, die mit Titeln wie “Computerliebe” Dinge in unserer Gesellschaft vorweg genommen haben, die erst jetzt fast 40 Jahre danach in ihrer Tragweite überraschen und mit dem Ankommen in unserer aller Realität uns die Band vielleicht auch heute noch einen Spiegel vorhält.