Naive Kunst im museum gugging

Die Freude ist groß, dass die erste Sonderausstellung im museum gugging in diesem Jahr nun mit dem zweiten Anlauf eröffnen kann. Unter dem Titel „naiv.? naive kunst aus der sammlung infeld“ lotet das museum gugging ab 11. Februar 2021 mit über 120 Werken von 31 Künstler*innen die Grenzen der Naiven Kunst aus und beleuchtet ihre Vielfalt. Gezeigt werden Werke von den 1930er bis in die 2000er-Jahre aus Ex-Jugoslawien, Georgien, Polen, Deutschland, Frankreich und natürlich aus Maria Gugging. Dabei soll die gesamte Bandbreite Naiver Kunst näher durchleuchtet und in Kontext zu anderen Kunstströmungen gesetzt werden. Die Naive Kunst ist dem Kunstbegriff des „Art brut“ sehr nahe, wird jene Kunstform doch mit dem Begriff eines rohen, also ursprünglichen Zustands gleichgesetzt. “Art Brut” steht dabei in Zusammenhang mit Jean Dubuffets kunsttheoretischen Anschauungen und wird bei dieser Schau auch durch Werke von Fritz Opitz vertreten sein.

Die herausragenden Leihgaben der nun startenden Schau „naiv.? naive kunst aus der sammlung infeld“ stammen alle aus der zentralen österreichischen Kunstsammlung des Musiksaitenherstellers Peter Infeld, dessen Kunstsammlung über 12.000 Werke beinhaltet und eigentlich im Jagdhaus des Schlosses Halbturn (Burgenland) untergebracht ist. Nach dessen Tod im Jahr 2009 übernahm dessen Frau, Zdenka Infeld die Aufgabe, die seit den 1960er Jahren zusammengetragenen Kunstwerke zu verwalten. Die nun gezeigte Ausstellung wurde von Sammlungsleiterin Yordanka Weiss und Johann Feilacher, dem künstlerischen Leiter des museum gugging, kuratiert.

Ausstellungsansicht “naiv.? naive kunst aus der sammlung infeld” – Slavko Stolnik, Ivan Večenaj-Tišlarov Foto: Ludwig Schedl

Auch wenn ab heute in Österreich Museen wieder öffnen dürfen ist die Möglichkeit eine digitale Schau zu “besuchen” verlockend, vor allem wenn man sich nicht in der (physischen) Nähe des Museums befindet. Die Schau “naiv.? naive kunst aus der sammlung infeld” wird deshalb bei Eröffnung und am ersten Tag der regulären Ausstellung auch virtuell erfahrbar sein. Mittels Anmeldung via E-Mail an museum[at]museumgugging.at ist es möglich, die Ausstellung am 11.02. von 10 – 17 Uhr gratis via Livestream-Rundgang mitzuverfolgen. Die Ausstellung läuft dann bis 5. September 2021 regulär im Austellungsbetrieb des museum gugging.