RendezVous im Bad – 10 Jahre Schaumbad

Das Schaumbad, eine Ansammlung verschiedener Atelierräumlichkeiten für KünstlerInnen in Graz öffnet aufgrund seines 10jährigen Bestehens seine Pforten und aus diesem Grund sei diesmal einfach mal der Infotext von der Webseite schaumbad.mur.at übernommen: RENDEZVOUS IM BAD 10 Jahre Schaumbad! Samstag 1.9. um 19:00 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Landesrat Mag. Christopher Drexler Moderation: Karl Grünling Von …

Glossary of Broken Dreams – Ein Film von Monochrom

Eigentlich war Johannes Grenzfurthner mit einem anderen Filmprojekt beschäftigt, da es aber keine Förderung vom ORF bekam und er nicht unnütz seine Zeit verstreichen lassen wollte, machte er sich an, einen Diskursfilm zu machen, der halb Spielfilm, halb Dokumentation ist. Vorgestellt wurde der Film bereits im März diesen Jahres bei der Diagonale in Graz. Glossary …

Interview mit Christian Sundl (Wilhelm show me the Major Label)

Wilhelm show me the major label ist ein junges Grazer Gitarrenlabel, welches Ende 2007 gegründet wurde. Vor kurzem sind die ersten beiden Releases auf Compact Kassetten veröffentlicht worden. Christian Sundl, Mitbegründer von WSMTML, erschien beim interview zwar mit Mp3-Player – gedreht hat sich das Gespräch aber um das Musikmedium der 70er und 80er Jahre, Indie-Noise, die Bands des Labels und die kommenden Releases. (veröffentlicht am 8. Juli 2008)

CK: Wozu habt ihr eigentlich ein Label gegründet?

Christian: Das Label dient zur Unterstützung der zahlreichen Bands, die auch abgesehen von WSMTML nirgendwo vertreten sind. Ich habe zuvor schon die Pressearbeit für Lady Lynch gemacht. Ob ich für eine Band oder gleich für 7, 8 Bands die Pressearbeit mache ist relativ egal. Der Zeitaufwand ist annähernd der gleiche. Da war es dann kein großer Schritt zum Label. Es sind ja nur ein paar Stunden in der Woche und es macht mir auch Spaß.

CK: 9 bands sind doch für ein junges Label ganz schön viel?

Christian: Wir sind 5,6 Bands von maximal 7 Leuten oder so. Da jeder in jeder Band zusammenarbeitet. Das komische ist, dass die Projekte gar nicht so unterschiedlich sind, man hat den Bereich Indie und dann unterteilt man das in den Bereich Noise, Post-Punk, aber im Grunde ist alles Indie. Da ist man dann schon sehr speziell bei den einzelnen Bands. Da wird ein Genre aufgeteilt in noch mehr Subgenres. Im Grunde ist es so, dass jeder seine Hauptprojekte, die für jeden am wichtigsten sind, hat.

CK: Es gibt eine zweite Person die an dem Label beteiligt ist, oder?

Christian: Ja, die Idee des Labels ist von m Mario Rampitsch von feinkostroyal. Er trat mit dem Vorschlag an mich heran.

CK: Warum gerade ein Kassettenlabel?

Christian: Zuallererst einmal ist es ein Medium das abspielbar ist. Heute haben viele Menschen noch einen Kassettenplayer bei sich daheim herumstehen. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt: Sie wird von anderen Labels kaum mehr verwendet. Wenn wir als Promo mit einer CD daherkommen und sagen, dass das die CD mit unseren bands ist, dann hat das nicht so den Effekt. Die Musik ist die gleiche aber eine Kassette hat heutzutage einfach einen anderen Stellenwert.

1. Mixtape von Wilhelm show me the major Label

CK: Die erste Auflage ist bereits vergriffen. Habt ihr damit gerechnet so schnell ausverkauft zu sein?

Christian: Im Grunde sind 50 Kassetten ja nicht soviel, die muss man schon durch Freunde loswerden (lacht). Die Kassette von „tv buddhas“ (2. Release) ist da auch so ein Prüfstein, wie andere Bands angenommen werden. Bei Lady Lynch haben wir von der ersten CD ungefähr hundert Stück verkauft. Aber wie viele Leute es sich wirklich angehört haben weiß ich nicht. Da liegt die Zahl meiner Meinung nach bei 20 Personen. Ich komme jetzt drauf wie praktisch Kassetten sind. Die sind einfach robust, da passiert einfach nichts. Die Hülle wird zwar relativ schnell hin, aber wenn eine CD herunterfällt und ein Kratzer drin ist dann ist es vielleicht schon vorbei. Man kennt auch noch das Geräusch wenn man eine Kassettenhülle aufmacht und es knirscht. Der Albumcharakter kommt bei den Kassetten ebenfalls viel stärker raus.

CK: Neben den Kassetten bietet ihr die Musik zum digitalen Download an. Wie komme ich wenn ich die Kassette gekauft habe zu den mp3s?

Christian: In den Kassetten befindet sich ein Code mit dem man Zugang zu den mp3s auf unserer Homepage bekommt. Wenn wir das nicht gemacht hätten bestünde die Gefahr, dass sich die Leute vielleicht nur die Kassetten kaufen und die Musik nicht anhören. Die Kassette ist zwar ein Sammlerstück welches man vielleicht daheim stehen haben will. Die Leute sollen aber eben nicht nur das Objekt kaufen.

CK: Was steckt hinter dem Namen WSMTML?

Christian: angefangen hat das mit „Wilhelm show me the Diagram“, das war eine Myspace Seite, wo freunde von mir CD Reviews geschrieben haben und ich hab die gepostet. Der Name kommt von einem Lied von Rip Rig + Panic, einer New Wave Free Jazz Partie aus den 80ern mit Neneh Cherry. Die hatten ein Lied das hieß Wilhelm show me the diagramm. Dann gibt es die Konzertreihe wilhelm show me the microphone“ und auf WSMTML sind wir einfach so gekommen. klingt auch witzig, und es passt ja auch, dass es ja so sein soll dass größere Labels auf die Bands aufmerksam werden.

 

CK: Gibt es einen gemeinsamen musikalischen Nenner der Bands die auf dem Label vertreten sind?

Christian: Im Grunde genommen ist der Sampler als Mixtape eine Ausnahme, da auch viele Elektro Bands darauf vertreten sind. Der Fokus liegt aber mehr auf Indie-gitarren Musik. Ob das jetzt mehr Post-Punk wird, oder mehr Noise ist. Die Gitarre steht schon im Vordergrund.

CK: Wie kann ich als MusikerIn / Band eigentlich an euer Label herantreten und ist das Label an einen Musikstil gebunden?

Christian: Einfach ein Email schreiben und sagen, dass ich es sie mir anhören soll. Es ist dann schon so, dass manche Sachen super sind und mir gefallen aber dann doch nicht passen. Bis jetzt ist das noch nicht passiert, da sich die Anfragen auch noch in Grenzen halten. Klassische neue Musik wäre zum Beispiel unpassend auf dem Label, obwohl es prinzipiell super ist.

CK: Ende der 70er und Anfang der 80er war die Kassette ja ein Medium gegenkultureller Strömungen. Mit der Etablierung der Leerkassette war es dann auch das erste DIY Verbreitungsmedium, da es leicht möglich war seine eigene Musik zu veröffentlichen. Hat dieser oder ein ähnlicher Gedanke bei der Wahl des Mediums eine Rolle gespielt?

Christian: Auf jeden Fall. Dadurch hat die Kassette einen sympathischen Symbolstatus und das spielt natürlich auch eine Rolle. Es gibt aber auch immer mehr Kassettenlabels. Hauptsächlich aus dem experimentellen Hardcore Bereich, viele aus Deutschland. da gibt es auch noch Labels, die sich die Kassetten im Supermarkt kaufen. Wir lassen sie aber produzieren, wegen der Optik und dem Design.

CK: Wer ist für die grafische Gestaltung der Kassetten verantwortlich?

Christian: Beim ersten Release war es Philipp Kanape der bei dem Grafikdesignbüro engarde arbeitet. Wir schauen, dass jedes Mal ein anderer Künstler oder Designer etwas macht, damit es schön abwechslungsreich bleibt. Das Artwork ist ein wichtiger Aspekt. Es hat den gleichen Stellenwert wie eine Nummer auf dem jeweiligen Album.

CK: Wie und wo produziert ihr die Kassetten?

Christian: In Leipzig gibt es jemanden. Der hat ein Gerät wo man von einer Kassette auf 7 gleichzeitig überspielen kann. Wir haben auch überlegt es selbst zu machen aber da es nicht so teuer ist, lassen wir produzieren.

CK: Habt ihr Kontakte zu anderen Kassettenlabels?

Christian: Das label Numavi verwendet alle Medien – eben die, die sie für richtig halten. Gerade haben sie eine Diskette herausgebracht. Darauf findet sich eine 1-minuten Nummer. (lacht) Wir haben generell Kontakt zu Labels die CDs produzieren. Der Kontakt bei anderen Kassettenlabels passt meistens nicht, da die Musik einfach nicht zu unserer passt.

CK: Was verbindest du persönlich mit einer Kassette? Gibt es Kindheits- oder Jugenderinnerungen wenn du an das Medium denkst?

Christian: Irgendwann zum 12. Geburtstag hab ich einen Kassettenspieler bekommen und meine Mutter hat mir damals auch meine erste Kassette aufgenommen. Die war mit Liedern bespielt, die eigentlich nur ihr gefallen haben. (lacht) Aber es war okay. Mit zwölf ist man da noch nicht so. Meine erstes Nirvana Album war auch auf Kassette. Also bin ich auch noch in die Grunge-Zeit mit Kassetten gekommen. Irgendwann bin ich aber umgestiegen.

CK: Welche Veröffentlichungen / Aktivitäten sind geplant?

Christian: Am 26. Juli wird die Split Kassette von „killed by 9V batteries“ und blackfox dance am „Sil Festival“ in Niederösterreich präsentiert. Da sind wir jetzt gerade mit den Aufnahmen fertig. Wir haben noch eine russische Band. Die heißt pboyul und klingt sehr nach Tuxedomoon. Von denen kommt auch ein Release heraus und im Sommer gibt es noch einmal eine Auflage vom Mixtape.

CK: Was bietet ihr euren Bands? Habt ihr Vertriebsstrukturen oder wie kommen die Kassetten unter die Leute?

Christian: Es kommt immer darauf an. da wir immer geringe Stückzahlen machen gehen wir davon aus, dass 50 Stück relativ schnell weg sind. Falls doch welche übrigbleiben werden diese, da wir bei „kim records“ als Sublabel laufen, über den Vertrieb von Trost auch in anderen Plattenläden erhältlich sein. Wir stellen auch 3-4 Kassetten zum Verkauf zu dux records. Noch dazu gibt es auf der Homepage von KIMpop einen Shop wo man sie bestellen kann.

CK: Seid ihr auch für elektronische Bands / Projekte offen?

Ja wenn sich jemand meldet und es ist gut, wieso nicht. Es ist ja auch schwer. Elektronische Bands haben glaube ich ein bisschen Angst vor Kassetten. Es muss auch in den Clubs gut kommen. Die sind sehr auf Qualität bedacht und das ist bei den Kassetten nicht so gegeben. Da ist es für Noise Bands leichter. Wobei die Qualität der Kassetten schon gut ist. Also es ist nicht so, dass es rauschen würde. (lacht)

CK: Wie sieht es mit Feedback und Presseecho aus?

Christian: Auf fm4 hatten wir schon 2 Interviews, sowie einen Bericht. Es sind vor allem kleine, die man halt kennt. fm4, der Falter, das Skug. Blogs kennt man oft auch nicht. Ich bin von Lady Lynch auch so gewohnt, dass die Presse auf mich zukommt. (lacht) Man hat nie richtig Pressearbeit gemacht aber es gibt immer wieder jemanden von einer Zeitung oder Zeitschrift, dem es gefällt und etwas machen möchte und beim Label ist es ungefähr das gleiche. Sobald man die Journalisten dann kennt, spart man sich eine große Presseaussendung und schickt es an diejenigen, die es interessiert.

CK: danke für das interview.

auf der homepage von WSMTML finden sich Infos zu den einzelnen Bands, viele Hörproben sowie Informationen zu den bisherigen Veröffentlichungen.

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