Schlagwort-Archive: elektronische Musik

The Chemical Brothers – No Geography

The Chemical Brothers waren für mich mit “Block Rockin’ Beats” von ihrem zweiten Studioalbum “Dig your own hole” die Einstiegsdroge zur elektronischen Tanzmusik. Vor allem die B-Seite mit dem Track “Morning Lemon” hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und die gesamte Single führte mich, obgleich die Single auf Wikipedia unter der Stilrichtung Alternative Rock geführt wird, neben anderen Künstlern wie Coldcut oder DJ Food näher an die elektronische Tanzmusik und an ihre unterschiedlichen Stilrichtungen heran. Ed Simons und Tom Rowlands haben nun ihr 9. Studioalbum vorgelegt und nach vielen Kooperationen mit bekannten KünstlerInnen und einer 4 jährigen Schaffenspause inklusive stehen auf diesem Album die Samples und das Songwriting wieder stark im Vordergrund.

the Chemical Brothers’ Ed Simons, left, and Tom Rowlands. Photograph: Hamish Brown

Neben der Tatsache sich solange an der Spitze von elektronischen Musikproduzenten festzusetzen verstehen es die beiden kaum wie andere Künstler ihre samplebasierende Musik auf derart eigene Füße zu stellen. Denn jeder Übergang sitzt, die Musik besitzt eine eigene Formensprache und gleich mit der Eröffnungsnummer ” The Eve of Destruction” gibt das britische Electronica-Duo aus Manchester die Richtung des Albums vor. Und die Marschrichtung ist, unterstützt von 90’er Jahren House Grooves und Vocal Samples, straight forward. Mit “Bango” und einem eingängigen Bassgitarrensample geht der Angriff auf den Tanzfloor und die eigenen Ohrmuscheln munter weiter. Einflüße von den Elektronikpionieren Kraftwerk lassen sich dann bei “No Geography” (hitverdächtig!) nicht von der Hand weisen auch wenn dann wie gewohnt zu verträumten Synthflächen und orchestral aufgebauschten Übergängen gegriffen wird um erst recht in ordentlicher Big-Beat Manier die eigene Handschrift zu unterstreichen. “Got to Keep on” scheint auch das ständige Motto der beiden Engländer zu sein. Das eingängige von Michel Gondry produzierte Tanzvideo dazu macht Lust sich zu ihrer Musik im Takt zu bewegen.

Auch wenn das Album seine ruhigen Momente hat, so ist es doch darauf ausgelegt die Dancefloors der großen Festivals zu füllen und die typische Big-Beat Stimmung zu verbreiten. Abgesehen davon, dass man den Chemical Brothers dies als Manko auslegen könnte, da das Sample basierte Handwerk doch sehr rough in elektronische Tanzmusik umgesetzt wird, tut dies dem Gefühl der beiden für Rythmen und Harmonien keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil man spürt auf diesem Album wirklich die Songwriterqualitäten der beiden. “Gravity Drops” ist dafür ein Beispiel wie sie, ihrer Art an Songs heranzugehen, treu bleiben, auch mit einem schön dezent umgesetzten Retro-Feeling, welches einen schon einmal in die Mitte der 90er Jahre zurückversetzen kann. Die Schlussnummer des Albums ist mit “Catch me i’m falling” gut gewählt und davor geht es mit Nummern wie “The Universe sent me” oder “Free yourself” ordentlich zur Sache.

Das Album “No Geography” ist seit 12. April im Handel erhältlich und wurde auf Universal Music veröffentlicht. Man kann auch davon ausgehen, dass man die Chemical Brothers auf den Festivalbühnen des Sommers anfinden wird können und sie ihre Big-Beat Show zum Besten geben werden.W

Parkhouse Chef Harald Lammer verstorben

Eigentlich war ich heute ein wenig schockiert, nachdem ich in der Zeitung gelesen habe, dass der langjährige Parkhouse Chef im Alter von nur 51 Jahren an einer Lungenembolie verstorben ist. Zuletzt war er nur noch Miteigentümer, hatte sich aus dem aktiven Geschäft des Grazer Stadtparkcafés, welches er von 1999 – 2011 leitete, zurückgezogen. Harald war ein unkomplizierter Chef und ich hatte das Vergnügen ihn in den ersten Jahren seiner Leitung besser kennenzulernen. Ich kann mich noch erinnern wie er einmal in einem anderen Café aufgetaucht ist um mir beim Auflegen (meiner damaligen Arbeit) zuzuhören. Anscheinend war er davon so begeistert, dass ich alsbald wöchentlich in seinem Café, dem Parkhouse auflegen konnte. Er war sehr damit beschäftigt die Grazer Musikszene in sein Lokal zu holen und so wurde das Parkhouse unter seiner Führung bald ein kleiner, feiner Hotspot der Grazer elektronischen Musikszene. Musiker wie die im letzten Beitrag erwähnten Mr. Dero und Klumzy Tung hatten genauso ihre Auftritte wie DJ MARS oder eben meine Wenigkeit. Das Parkhouse war vor allem in den ersten Jahren seiner Leitung darum bemüht das Grazer Spektrum an elektronischer Musik abzubilden, und man merkte ihm seine Leidenschaft für diese Musik auch an. Viele Kooperationen entstanden damals und ich erinnere mich gerne an einige Abende im Parkhouse zurück, als ich mit DJ Nomix und DJ Marko gemeinsam die Plattenteller bespielte und die Stimmung im Lokal nicht besser sein konnte. Nun ist Harald Lammer eben nach kurzer Krankheit verstorben.

Kraftwerk – Steinbruch St. Margarethen

Jetzt hab ich’s endlich geschafft. Ich habe ein Ticket und werde Kraftwerk, oder was von der Band noch übrig ist live zu sehen bekommen. Zwar ist von der Originalbesetzung nur noch Ralf Hütter vertreten aber ich freu mich auf diese opulente Bilderschow mit der Musik von Kraftwerk. Meine erste Kontaktaufnahme zur Musik der Band war in der Zeit als ich begonnen hatte Schallplatten aufzulegen. Die hypnotische Geradlinigkeit ihrer Songs zog mich schon damals in den Bann und seit geraumer Zeit habe ich neben der Erstveröffentlichung “Autobahn” auch noch die Alben “Radioaktivität” und “Computerwelt” besessen. Beeindruckt war ich auch von der textlichen – sagen wir – Treffsicherheit der Band, die mit Titeln wie “Computerliebe” Dinge in unserer Gesellschaft vorweg genommen haben, die erst jetzt fast 40 Jahre danach in ihrer Tragweite überraschen und mit dem Ankommen in unserer aller Realität uns die Band vielleicht auch heute noch einen Spiegel vorhält.

Sub bleibt – Soli Sampler Vol.2

Da ich auch einen Track (mit Kollegen FIRN) zum SUB Soli Sampler Vol2 beigetragen habe hier der Link zum Bandcamp Release. Das SUB ist ein kleines selbstverwaltetes Vereinslokal in dem seit über 15 Jahren Konzerte, Partys Lesungen, etc. stattfinden. Der Vorteil des SUB liegt daran, dass jede(r) zu Plenumsitzungen vorbeischauen kann um selbst eine Veranstaltung umzusetzen. Es liegt am linken Murufer und gilt aufgrund von Baumängeln, die instand gesetzt werden müssen und eine Stange Geld kosten als in seinem Weiterbestand gefährdet. Deshalb ist dieser eher mit elektronischer Musik gespikter Sampler der Versuch von Grazer MusikerInnen dem SUB in dieser finanziellen Krise beizustehen.

Natal Records – neue Webseite

Ein befreundeter Musiker meinerseits hat sein Archiv online gestellt. Das Label Natal Records gibt es seit dem Jahr 2001 und einige Alben sind auf der Webseite frei als Download verfügbar. Stöbern zahlt sich dementsprechend aus. Die Files sind im RAR-Format erhältlich und geben einen guten Überblick über das Schaffen von Thomas Weghofer, über eigene Releases wie auch über Kooperationen die über die Zeit entstanden sind.