The Fade Beta – Bygone Dreams

Atmosphärische Intro’s und Outro’s, schleppende Beats im „BoC“-Gewand, das ist der Klangkosmos von ‚The Fade Beta‘. Ein Klangteppich, der mich immer wieder emotional bewegt, da unweigerlich eigene Kindheitserinnerungen damit verknüpft sind. ‚Bygone Dreams‚ erfüllt diese Konnektivität wie das Vorgängeralbum ‚Yesterday’s Eden‘ auf einprägsame Art und Weise. Nummern wie ‚The Chemicals‘ mit ihren eingefadeten Voice-Samples die scheinbar aus dem Meta-Off des Songs wellenförmig durch den Track hindurch ab- und auftauchen lassen eine Handschrift erkennen, die sich nahe am Soundkosmos des Warp-Label Acts ‚Boards of Canada‘ orientieren und dennoch kann man als eingeschworener Fan dieses Stils mit Wiedererkennungswert davon nicht genug bekommen. Die eingeschriebene Klang-DNA schlägt auch beim Track ‚Diving Accident‘ vollends durch. Düstere Synthflächen, Snare Drumsounds die wie unter Wasser aufgenommen scheinen sind die markanten Stilelemente des Songs. Der/die KünstlerIn, von der wenig bekannt ist außer dass er/sie aus Amerika stammt, schafft eine Art der musikalischen Ästhetik die in Form und Funktion besteht, starke Anleihen am Soundkosmos des bekannten großen Bruders BoC nimmt und trotzdem für sich selbst und aus sich heraus zum Hörer/der Hörerin spricht.

The Fade Beta – The Great Divide

Auch die Ästhetik des Videos zum Song ‚The Great Divide‘ schlägt in dieselbe Kerbe. Eine aufgehende Sonne im Lo-Fi Filter, dann Aufnahmen, die mit einer Super-8 Kamera aufgenommen scheinen, ein Junge der durch die Gegend streift, Nahaufnahme einer Blume mit Schmetterling. Die Leichtigkeit der Jugend wird hier auf spezielle Weise dargestellt und erinnert einen an die eigenen unbeschwerten Zeiten, in denen vieles von einem Gefühl der Magie und des Zaubers umgeben war. Das 17 Tracks umfassende Album ‚Bygone Dreams‚ wurde am 3. Mai 2021 veröffentlicht und kann bei Bandcamp in digitaler Form erworben werden. Für Fans des Sounds von ‚Boards of Canada‘ eine uneingeschränkte Empfehlung auch wenn das Album mit seiner Trackfülle manchmal zu oft die immergleiche Ästhetik beschwört und sich Songstrukturen oft ähneln. Eine Reduktion des Releases auf 9-10 Nummern hätte dem Album gut getan.