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Kid Koala – music to draw to: Io

Kid Koala @ Work

Kid Koala, alias Eric San aus Kanada hat in seinen früheren Alben stets bewiesen, welches Können und welche Genauigkeit ihm als “Turntableist”-Künstler zugrunde liegt. Vor allem seine Stücke bei denen er Solo-Noten von Trompeten und anderen Instrumenten, die er z.B. in seiner Nummer “Drunk Trumpet” gezielt von einer Note zur anderen pitcht sind legendär. Seine Auftritte waren auch immer belustigend und durch das Tragen von Plüschtierkostümen gekennzeichnet. Nun tritt seit seiner Serie “music to draw to” ein ernsterer, aber dennoch akribisch genau arbeitender Künstler zutage. Vom Turntable als Arbeitsgerät scheint Eric San zumindest momentan weggedriftet zu sein, hat er nun doch die Synthesizer für sich entdeckt und arbeitet sich an androgynen, vielschichtigen Ambient-Nummern ab, die er teilweise von den Stimmen bekannter Sängerinnen textlich abrunden lässt. Auf dem ersten war es die Stimme von Emiliana Torrini, die die sphärischen Stücke von Kid Koala’s fünftem Studioalbum “music to draw to-Satellite” lyrisch untermalte. Auf dem aktuellen Album ist es die klangliche wie stimmliche Qualität von Trixie Whitley, die auf “music to draw to-Io” 6 von 18 Nummern ihre lyrische Note verleiht.

“Inspired by music that allows space for the listener’s own ideas, the Music To Draw To series is an unfolding universe of wintry soundscapes and enchanting vocal journeys.” (Kid Koala Website)


Das erweiterte LP Bundle.

“music to draw to- Io” ist am 25. Jänner 2019 bei A & C Records erschienen. Das gesamte Bundle umfasst neben der Doppel LP auch eine CD sowie ein leeres Sketchbook, denn Kid Koala’s Intention ist wohl die Kreativität seiner Hörer zu fordern und im Angesicht der ambienten Musikstücke auch stückweise dazu gedacht, die eigene Kreativität der HörerInnen zu beflügeln.

The Fade Beta – Yesterday’s Eden

Über The Fade Beta ist mir nicht mehr bekannt als dass ich letztens über dieses am 15. Dezember veröffentlichte Album gestoßen bin. Ein Duo (Dan &Xan Eden) welches auf den Soundpfaden von Boards of Canada wandert? Boards of Canada haben es zu ihren Glanzzeiten geschafft eine eigene Bandästhetik zu schaffen. Auf Facebook gibt es unter anderem. eigene Gruppen, die sich mit dem Sound von  BOC beschäftigen.

The Fade Beta schaffen es bei ihrer Liebeserklärung an den Sound der Schotten aber ebenfalls stark ein eigenes Klanguniversum aufzubauen. Der Sound des Duos aus Danbury (Connecticut) besteht aus Triphop angehauchte Beats die  dabei hinter dichten Klangteppichen verschwinden  um dann wieder aus dem Nebel der Synthlinien aufzutauchen. Auch die langgezogenen, auf Synthflächen aufbauenden Breaks vermitteln dieses starke Gefühl, dass ich auch bei Boards of Canada für mich entdeckt hatte. Vocal Samples die so klingen als würden sich Astronauten über ein technisches Problem in ihrer Raumkapsel unterhalten unterstützen den Schwebezustand der Nummern. Es ist dieser Sound der einen in die eigene Kindheit zurück-verschlägt, das Aufatmen innerhalb der Klangsphären ermöglicht und deshalb ist diese Musikästhetik für mich mit nichts anderem vergleichbar. Auch die Ästhetik ihrer Videos ist stark an jene von BOC angelehnt.

Das 1998 veröffentlichte “Boards of Canada” Album “Music has the right to children” gilt für mich immer noch als Referenzplatte für diesen speziellen Soundkosmos und ich bin froh dass ich letztens im Plattenladen eine Neuauflage des Albums erstehen konnte. Das Album von  Das Album Yesterday’s Eden von “The Fade Beta” kann digital auf Bandcamp erstanden werden. – Ein weiterer erwähnenswerter Musiker, der sich dieser speziellen “BOC-Klangkultur” verschrieben hat ist der aus Lille in Frankreich stammende Künstler CIALYN. Auch sein bereits im März diesen Jahres veröffentlichtes Album verschreibt sich der Klangästhetik von BOC. 

Brecon – Cairn EP

Das Musikprojekt ‘Brecon’ wurde von 2 angesagten Produzenten aus England mit jahrelanger Erfahrung ins Leben gerufen. Das Duo, bestehend aus Joe Farr und Will Brown verschmelzt introspektive Melodien mit Percussions und Harmonien. In der Klangwelt von Brecon merkt man, dass sie hier von einer härteren elektronischen Seite ihre Einflüsse beziehen. Es gibt musikalische Bezüge zu UK-Garage, Dubstep, House und Techno.  In Bezug auf Brecon sagt Max Cooper, Labelchef von Mesh Records: “Als ich Brecon zum ersten Mal hörte, war ich von etwas Neuem angetan” ‘Cairn’ von Brecon wurde am 16. August via Mesh veröffentlicht und ist eine Hommage an die Klänge des Vereinigten Königreichs.

The Black Dog – Black Daisy Wheel

Es kommt mir nur mehr selten in den Sinn nach guten Ambient Alben zu suchen. Doch dank des Hinweises eines Freundes bin ich auf dieses neue  Album der Sheffielder Techno Pioniere The Black Dog gestoßen. Das Album mit dem Titel Black Daisy Wheel, welches zeitlgeich mit dem etwas technoideren zweiten Album “Post-Truth” bereits im Mai veröffentlicht wurde bietet eine weite Bandbreite an meldodischem Darkwave und kann durchaus als Perle des Genres bezeichnet werden. Gekonnt arrangieren die Sheffielder Ken Downie, Martin und Richard Dust hier dunkle Synthlines und abstrakt minimierte Beatstrukturen aufeinander. Das Album ist auf dem selbst betriebenen Label “Dust Science” erschienen.