W. H. Lung – “Incidental Music”

W. H. Lung 2019er Album “Incidental Music” ist vor allem auch aufgrund des Gesangs von Frontmann Joseph E. eine musikalische Reise in die Hoch-Zeit der Genres New Wave/Psychodelia und Krautrock. Dennoch klingt das Trio aus Manchester nicht altbacken sondern verführt mittels bekannter Stilmittel den/die HörerIn mit gefühlvollen Synthesizer- und Gitarren-Arrangements.

“W. H. Lung’s arrival at their debut album has been less conventional
than most. A trait shared with the music they make, which weaves between
shimmering synth pop and the infectious grooves of 70’s Berlin.” (Bandcamp)

Gleich die Eingangsnummer “Sympatico People” erstreckt sich über 10 Minuten die niemals Zweifel daran lassen, dass gewisse Songs einfach ihre Länge brauchen um ihre maximale (psychodelische) Wirkung zu entfalten. “Inspiration!” schlägt in dieselbe Kerbe und Joseph E’s Tanzeinlagen im Live Betrieb der Band bräuchte eine eigene Kritik so eklektisch bewegt sich der Frontmann zur Musik seiner Kollegen. Der Einsatz von Drummachine und Co. komplementiert bei Nummern wie “Emtpy Room” die Bandbreite und reduziert gefühlsmäßig das Anfangstempo des Albums um die Hälfte. Nichts desto trotz steigert sich die Nummer zu einer Synth-Hymne, die auch aus der Feder eines Martin Gore (Depeche Mode) stammen könnte.

W.H. Lung’s Debütalbum “Incidental Music” ist am 5.4.2019 bei Melodic Records erschienen.

Lightning Dust “Material Life”

Lightning Dust haben letztes Jahr mit ihrem vierten Longplayer-Album “Spectre” die Messlatte für Indie Alternative Songwriting hoch angelegt. Die Stimme von Amber Webber und die Instrumentierung von Joshua Wells haben mich auf die Band aufmerksam gemacht. Das Duo aus Vancouver hat nun in Corona Zeiten am 23. Juli 2020 eine EP auf dem Label Western Vinyl veröffentlicht.

Lightning Dust – the duo comprised of Amber Webber and Josh Wells – tends to thrive in the spirit of change. 2007’s self-titled
debut was a hushed, intricate folk affair, while 2009’s Infinite Light
found a middle ground between Suicide and Fleetwood Mac era pop. So when
they geared up to make the music that would become Fantasy, the pair
was looking for a new sonic stamp.
(Bandcamp)

Der Song “Material Life” (s. Video) klingt als würden die beiden während einer Autofahrt eine Pause an einem Motel einlegen, die Synths und Gitarren auspacken und dem Leben auf der Straße einen maßgeschneiderten Song anlegen. Der zweite Track “Busted Minds” ist für mich der eigentliche Höhepunkt der EP. Ein Schlagzeugrythmus peitscht die Nummer “straight forward” zu einem Höhepunkt der Wiederholung in der die Stimme von Amber Webber sich mit hochschraubenden Synthlines messen muß.

Die beiden Titel geben einen Vorgeschmack auf kommende Veröffentlichungen des Duos, welches sich immer wieder Gastmusiker einlädt und seit 2007 besteht.

Goat Mumbles – Super Infinity

Robert Grote, Bandleader von “The Districts” lieferte hier im Jahr 2019 ein hörenswertes elektronisches Soloalbum unter seinem Synonym “Goat Mumbles” ab. Geschmeidig ineinander verwobene Instrumentalstücke werden durch seine falsetto Stimme zu einer hymnischen “Melange á solo” vermengt.  “Super Infinity”’s Stärke liegt in der ausgewogenen Mischung von tanzbaren Dance Nummern wie “Stag” oder doch rockig angelegten Arrangements wie bei “The Light”, die den Groove des Albums aber niemals einzementieren. Folk trifft auf Drummachine Patterns, Gitarrenriffs driften in die scheinbare Endlosigkeit ab. Synth Pop der nachdenklichen Art gibt es doch etwas zu selten. “Super Infinity” ist Dreampop ohne jemals den Kontakt zum Boden gänzlich zu verlieren, finden die Melodien doch einige Meter über dem Boden zu ihrer eigentlichen Stärke. Mitschweben erlaubt und erwünscht. Keith Abrams der auch bei “The Districts” hinter den Kulissen mitmischt, hat auch dieses Album mitproduziert.

Rob Grote (of The Districts) recently shared a new album under the moniker of Goat Mumbles.
The firdt song of th album “Stag” occupies a shadowy, synthwave spectrum. A progressive,
percussive groove shimmers in the moonlight, creating a mysterious,
lonely dance track. The song seems to be invitation to a prospective
companion, as Grote’s vocals suggest a hypothetical future. The longing,
semi-spoken deliver is contrasted by the warmth and brightness of his
falsetto, introducing a different perspective of the artist’s musical
talents.
(The deli magazine)