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Kategorie: Technologie (Seite 1 von 2)

Playdate – Handheld mit Kurbel ab Juli erhältlich

Teenage Engineering, bekannt als Hardware Entwickler von Synthesizern wie dem OP-1, dem OP-Z oder der Pocket Operator-Serie ist eine extravagante Designschmiede aus Schweden, die schon in einer Kooperation mit IKEA eine eigensinnige Designlinie (FREKVENS) für Lampen und Bluetooth Speaker auf den Weg gebracht hat. Dieses Mal kooperiert Teenage Engineering mit dem Entwicklerstudio Panic und bringt in Zusammenarbeit einen Handheld in schickem gelb, inklusive Kurbel auf den Markt.

Bei dem Playdate, das bereits 2019 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, handelt es sich um eine ca. 8 x 8 cm große und 9 mm dicke Handheld-Konsole. Das 2,7 Zoll große Display hat eine Auflösung von 400 x 240 Pixel und bildet Inhalte ausschließlich in Schwarz-Weiß (1Bit) ab, eine Hintergrundbeleuchtung fehlt jedoch. Neben einem klassischen Steuerungskreuz und A/B Druckknöpfen gibt es zusätzlich die Kurbel, die als Hauptgimmik des Gadgets bezeichnet werden kann. Mithilfe der Kurbel ist es möglich die Steuerung von dafür entwickelten Spielen zu übernehmen.

Playdate – die Kurbel macht den Unterschied

Spieleentwickler wie Keita Takahashi, der das Abenteuer Crankin’s Time Travel Adventure beisteuert, sowie Shaun Inman (The Last Rocket), Zach Gage (Ridiculous Fishing) und Bennett Foddy (Qwop) sind mit an Board. Für den Ladenpreis von 179 US-Dollar (ca. 147 Euro) bekommt man die Konsole und die Gewissheit für die darauf folgenden 12 Wochen jeweils 2 Spiele via WIFI Konnektivität für das Gadget herunterladen zu können. Die Akkulaufzeit ist im aktiven Modus mit 8 Stunden ausreichend, das Gerät kann mittels USB C Kabel geladen werden. Via dem browserbasierten Editor Pulp kann man sich darin versuchen eigene Spiele für das Gadget zu entwickeln. In einem am 8. Juni veröffentlichten Developer Video geben die Entwickler eine Vorgeschmack auf die Features und Spiele der eigenwilligen Konsole. Ein extra erhältliches Dock unterstreicht die “Pausen-Bürotauglichkeit” des Gerätes.

Das Entwicklerstudio Panic, welches seit 1999 besteht, ist bekannt für Software Entwicklung für Apple/MAC und für Spiele wie Firewatch und Untitled Goose Game. Das Studio verspricht auch jegliche Bestellung des Gadgets ab Juli entgegennehmen zu wollen, die Auslieferung ist also nicht auf eine bestimmte Stückzahl begrenzt. Die Bestellung kann dann aber zeitlich etwas dauern, da immer nach Nachfrage produziert und dementsprechend beim Hersteller geordert wird. | Anmeldung zum Pre-Order Newsletter.

Dreadbox Effektpedale in Kooperation mit Sinevibes

Die griechische Synthesizer- und Effektgeräteschmiede Dreadbox hat schon Erfahrungen mit dem DSP und Softwarespezialisten Sinevibes bei diversen Kooperationen gesammelt. Nun bringt Dreadbox in dieser Zusammenarbeit vier neue Effektpedale auf den Markt.


Das Modell Darkness ist ein digitaler Reverb mit 32bit/44khz AD-Wandlung. Der Signalweg ist True Stereo. Die maximale Hallzeit beträgt 30 Sekunden und via Freeze Funktion läßt sich das Signal konstant halten. Der Pitch Shift, der zugeschalten werden kann, umfängt +/- 12 Halbtonschritte und mittels Hoch- und Tiefpass wird der Sound zusätzlich beeinflußt.


Das Lethargy Pedal zeigt sich als 8-Stage-Phaser, dessen LFO mit Square- und Triangle- Wellenform moduliert. Dies erzeugt einen eingängigen Vibratoeffekt der vor allem Besitzern von (modularen) Synthesizern eine Freude bereiten kann. CV Eingänge sind ebenfalls vorhanden um die bis 110 Hz reichende Modulation zu erweitern.


Mit Kinematic hat Dreadbox einen Kompressor mit Envelope Follower nebst analogen VCAs für eine extern per CV steuerbare Filterung und Lautstärkeanpassung entworfen. Das Filter arbeitet in zwei Betriebsarten. Einmal als Frequenz–Band-Boost-Filter, zum anderen als klassischer analoger Kompressor und verleiht unter anderem dem Sound einer Drummachine den richtigen Kick.


Raindrops wird ein Stereo-Delay, welches in unterschiedlichen Modi arbeitet und eine Looping-Funktion bereit stellt. (Weitere Informationen darüber fehlen noch.)

Die Modelle “Darkness”, “Lethargy”, “Kinematic” und “Raindrops” fallen durch ihre gleiche Bauweise zu ihrem seit längerem erhältlichen Kollegen dem Dreadbox Komorebi auf. Die im japanisch angehauchten Design gestalteten, in Griechenland gefertigten, farbenfrohen Effekpedale machen sich gut in jeder Effektkette und obwohl Dreadbox die Pedale scheinbar in erster Linie für Synthesizer-Nutzer entwickelt hat, können die meisten auch als Bass- und Gitarreneffekte genutzt werden. Die Preisspanne der Geräte liegt bei 180,- bis 260,- Euro.

Links: Dreadbox | Sinevibes

Geigenbau 2.0 mithilfe künstlicher Intelligenz

Ein einfaches neuronales Netz kann die Klangeigenschaften von noch nicht gebauten Violinen mit einer 98% Genauigkeit vorhersagen. Ein möglicher ‘Game Changer’ im Violinenbau. Dabei haben der chilenische Physiker und Geigenbauer Sebastian Gonzalez und der professionelle Mandolinenspieler Davide Salvi in einem Artikel im Wissenschaftsmagazin Nature aufgezeigt, wie ein einfaches und effektives neuronales Netzwerk in der Lage ist, das Schwingungsverhalten einer Geigenplatte vorherzusagen.

Das seit dem 16. Jahrhundert erstmals hergestellte Musikinstrument hat sich über die Jahrhunderte stetig weiterentwickelt. Die meisten Arbeitsschritte werden aber weiterhin per Handarbeit erledigt. Eine Arbeit, die auch heute noch viel Wissen und Erfahrung benötigt. Bislang war es erst nach Fertigstellung eines Instruments möglich die Klangeigenschaften der Violine zu beurteilen. Das könnte sich mit der am Musical Acoustics Lab des Politecnico di Milano entwickelten KI nun ändern.

Geigenbau trifft auf KI

Für ihre Forschung haben die Wissenschaftler und (Hobby-)Musiker eine Geigenplatte mit 35 Parametern entwickelt, die an der „Messiah“-Geige von Stradivarius orientiert ist. Dafür simulierten die Forscher tausende Grundformen an Violinen, um den Zusammenhang von Form, Material und Vibration, also den Klang, zu untersuchen. Eine historische Zeichnung des wohl berühmtesten Geigenbauers diente dann als Vorlage. Durch Veränderung der Parameter, wie Radien und Mittelpunktsposition der Kreise, Wölbung, Dicke, mechanische Eigenschaften des Holzes etc., erstellten sie einen Datensatz von Geigen, die die Wissenschaftler einer Reihe von Geigenbauern vorlegten. Diese Formen bildeten die Eingabe für das neuronale Netz.

“Eine Schlussfolgerung der Forscher: Der Nachbau historischer Violinen garantiert nicht den guten Klang des Originals, wenn er sich nur an der Geometrie orientiert. Denn nur wenn auch die Parameter des Materials identisch sind, besteht eine Hoffnung, dass das Instrument genauso vibriert (und damit klingt) wie das historische Instrument.”

https://t3n.de

Diese wissenschaftliche Forschung könnte es Geigenbauer aus Cremona (und darüber hinaus) in Zukunft ermöglichen, eine Geige mit identen Klangeigenschaften des Originals herzustellen oder “vorherzusagen” wie ein spezifisches Violindesign klingen mag. Dieses Potenzial könnte dabei helfen neue Designs und Materialien für den Violinenbau des 21. Jahrhunderts zu erschließen ohne auf die markanten Klangeigenschaften des kultigen Instruments verzichten zu müssen. – aufmerksam geworden via t3n.de

Apple I für 1,5 Millionen US-Dollar auf ebay eingestellt

Steve Jobs & Steve Wozniak in ihrer Werkstatt

Es kommt ja vielleicht nicht von ungefähr, dass eine Person wie Krishna B. Blake gerade jetzt versucht einen Apple 1 Rechner, den er im Jahr 1978 gekauft hat gewinnbringend auf ebay an den Mann/die Frau/den Nerd mit dem gewissen Kleingeld zu bringen. Apple’s Vormachtstellung als wertvollste Marke der Welt kann dem Ansinnen natürlich ein gewisses Gewicht verleihen. Von dem Apple 1 Rechner, der mit einem Schwarzweißfernseher Sony TV-115 (mit einer Bilddiagonale von 11 Zoll), einem Netzteil und einer Datanetics-Tastatur Version D angeboten wird wurden zu seiner Zeit 200 Stück gebaut. Der Computer wurde von Steve Jobs und Steve Wozniak selbst angefertigt und hatte einen Ladenpreis von 666,66 Dollar. Ein dazu passendes Holzgehäuse stammt von Apples Handelspartner Byte Shop. Der Rechner wird im Apple-I-Register (einer Art Webmuseum des Apple 1 Computers) als Nummer 79 geführt. Laut Wikipedia gibt es noch etwas mehr als 60 Apple I Computer, von denen aber nur noch sechs funktionieren sollen. Die meisten befinden sich im Besitz von Museen. Ob Krishna B. Blake die gewünschten 1,5 Millionen US-Dollar bekommt, ist aber fraglich, wurden andere Modelle der gleichen Bauweise bisher für weit weniger Geld bei diversen Auktionshäusern gehandelt. Den bis dato höchsten Preis erzielte ein Exemplar, das 2014 beim Auktionshaus Bonhams einen Verkaufspreis von 905.000 US-Dollar (inklusive aller Gebühren) lukrierte. Jetziger Eigentümer ist das Henry Ford Museum. Wer das nötige Kleingeld dennoch aufbringt kann sich mit dem Apple 1 wohl ein Stück lebendiger, jüngerer Technologiegeschichte des 20. Jahrhunderts nach Hause holen.

This is truly a first for eBay.  This is a verified fully operational original Apple-1 computer system in excellent condition in its original Byte Shop KOA wood case, with original power supply and Datanetics Version D keyboard.[…]

[…]This is a rare opportunity as there are less than 6 known surviving original Byte Shop KOA wood cases with most in museum collections, with this unit being in the best known condition of any of those cases, also protecting the board from dust and corrosion, over the well protected years in special storage.[…]

aus dem ebay Anzeigentext

Fotos des Apple 1 von Krishna B. Blake, aufmerksam geworden via golem.de.

Midihub von Blokas Labs

Midi, der Standard zur Übertragung musikalischer Steuerinformationen zwischen elektronischen Instrumenten besteht mittlerweile seit dem Jahr 1982 und wurde von Dave Smith in Kooperation mit Ikutaro Kakehashi von der Roland Corporation entwickelt. Der Musikübertragungsstandard ist vor allem (elektronischen) MusikerInnen durch seinen charakteristischen fünfpoligen DIN-Buchsen-Stecker ein Begriff. Mididaten werden vor allem zur Synchronisation von verschiedenen Musikinstrumenten wie Drumcomputern und Synthesizern verwendet und sind aus einem zeitgemäßen Musiksetup nicht mehr wegzudenken. Dass man mit dem MIDI Standard aber auch mehr bewerkstelligen kann als bloße Synchronisation zeigen einen ja mitunter die in verschiedenen DAWs zu Verfügung stehenden Midi-Effekte, die in die jeweilige Effektkette einer Audio- bzw. Midispur eingebettet werden können.

Das Litauische StartUp Blokas Labs (Blokas.io) hat diese speziellen Funktionen nun in eine kompakte Midithru-Box gepackt und zur Serienreife gebracht. Für einen Ladenpreis von umgerechnet 164,- Euro ermöglicht das Midihub damit neben der Übertragung von Mididaten auch die Bearbeitung der Effektkette mithilfe sogenannter Pipes, die in einem Editor am Computer bearbeitet werden können.

Der Midihub Editor

“Eingehende oktavierte MIDI-Signale splitten, um zwei Synthesizer anzusteuern, aus einfachen Noten volle Akkorde zaubern, gewisse Daten filtern oder MIDI-Daten hinsichtlich Velocity, Channel und Notenwert remappen, das alles geht mit dem Blokas Midihub. Alle Einstellungen lassen sich im Gerät speichern, so dass man den Midihub neben dem Einsatz im Studio auch live einsetzen kann.”

www.amazona.de

Nach der Bearbeitung werden die Daten in der Box gespeichert. Damit kann das Gerät im “Standalone” auch ohne Anschluss am Computer in Betrieb genommen werden. Dies ermöglicht die Anwendung vor allem in sogenannten DAWless Setup’s, wo Instrumente ohne Computerunterstützung betrieben werden. Das Midihub mit seinen 4 Ein- und Ausgängen ermöglicht somit komplexere Ansteuerungen von midifähigen Geräten und hebt den schon etwas in die Jahre gekommenen Midi-Standard und den Austausch von Steuerungsdaten auf ein neues Niveau.

technische Daten:

ParameterValue
Input/Output Connectors8 x DIN-5 Female Sockets & USB-B Port
MIDI Loopback LatencyLess than 1.5ms
Activity LEDs4 x MIDI Input, 4 x MIDI Output & 1 x Status
Storage8 Presets
Other Input1 x The Button
ParameterValue
EnclosurePowder-Coated 1mm Steel
PowerBus-Powered – Computer or 5V USB Power Supply
Current Draw50mA @ 5.1VDC
CableUSB-B 1m Cable Included
Dimensions75mm x 108mm x 36mm
Weight285g

Raspberry Pi 400 – Desktopversion des berühmten Mini-Computers

Bei der Markteinführung des Raspberry Pi im Jahr 2012 war der Erfolg des Mini Computers damals für die Entwickler aus dem Umfeld der Cambridge Universität überhaupt nicht absehbar. Man wollte einfach einen Einplatinen-Rechner anbieten, um den StudentInnenschwund im Informatikstudium entgegenzuwirken. Geworden ist es ein Gerät, dass viele Menschen zum Basteln an Code und Peripherie ermutigte und so entstand eine weltweite Community, deren Basteleien und Projektideen überall im Netz zu finden sind. Mit 36 Millionen verkauften Einheiten (Stand 2020) ist die Geschichte des Raspberry Pi und der Raspberry Pi Foundation eine wahre Erfolgsgeschichte. Mit dem Raspberry Pi 400 wurde das aktuelle Modell, der Raspberry Pi 4, in ein Tastaturgehäuse eingebaut und so ein Mini-Desktop Computer der alten Schule entworfen, der von seiner Bauart an Zeiten von Amiga 500 und Comodore C64 erinnert.

Mit einem Preis von ca. 70,- Euro für das Peripheriegerät mit Prozessor entstehen neue Anwendungsmöglichkeiten, auch wenn die Idee der ‘Maker’-Platine dabei etwas in den Hintergrund rückt. Anwendungsgebiete könnten Schule und interessierte SchülerInnen sein, muss schlussendlich doch nur ein Monitor angeschlossen werden um zu arbeiten. Mit dem erweiterten Raspberry Pi 400 KIT bekommt man neben einer schicken rot-weißen Maus eine Speicherkarte mit vorinstalliertem Betriebssystem (NOOBS), ein HDMI Kabel sowie ein offizielles Raspberry Pi-Handbuch für Anfänger (in englischer Sprache). Das RP-KIT mit deutschem Tastaturlayout und EU-Netzteil kann bereits jetzt bestellt werden, wird aber frühestens ab Mitte Dezember ausgeliefert. Der Ladenpreis liegt bei ca. 105,- Euro.

Für manche Bastler und dem harten Kern der Raspberry Pi Gemeinschaft stellt die Tastaturversion vielleicht keine wirkliche nutzbare Option dar. Auch die Leistung des Raspberry kann mit anderen Desktoprechnern, die gebraucht auch schon um 150,- Euro zu haben sind, nicht wirklich mithalten. Um grundlegende Programmierkenntnisse zu erlangen, einfache Schreibarbeiten zu erledigen (Libre Office ist beim OS mit-installiert) oder im Internet zu surfen reicht der Raspberry Pi 400 mit seinen 4 Gbyte RAM aber aus und mit dem günstigen Preis wird sich zeigen wohin die weitere Reise gehen wird.

technische Daten Raspberry Pi 400:

ProzessorBroadcom BCM2711 quad-core Cortex-A72 (ARM v8) 64-bit SoC @ 1,8 GHz
RAM4 GB LPDDR4-3200
KonnektivitätDual-band (2.4 GHz und 5.0 GHz) IEEE 802.11b/g/n/ac wireless LAN
Bluetooth 5.0, BLE
Gigabit Ethernet
2 × USB 3.0 und 1 × USB 2.0
GPIOHorizontaler 40-Pin GPIO-Header
Video & Sound2 × micro HDMI-Eingänge (bis zu 4Kp60)
MultimediaH.265 (4Kp60 Dekodierung)
H.264 (1080p60 Dekodierung, 1080p30 Enkodierung)
OpenGL ES 3.0 Grafik
SD-KarteMicroSD-Kartenslot für Betriebssystem und Datenspeicher
TastaturTastatur mit deutschem Layout (QWERTZ)
Stromversorgung5 V DC via USB
Betriebstemperatur0°C bis +40°C
Abmessungen (max.)286 × 122 × 23 mm
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