Apple I für 1,5 Millionen US-Dollar auf ebay eingestellt

Steve Jobs & Steve Wozniak in ihrer Werkstatt

Es kommt ja vielleicht nicht von ungefähr, dass eine Person wie Krishna B. Blake gerade jetzt versucht einen Apple 1 Rechner, den er im Jahr 1978 gekauft hat gewinnbringend auf ebay an den Mann/die Frau/den Nerd mit dem gewissen Kleingeld zu bringen. Apple’s Vormachtstellung als wertvollste Marke der Welt kann dem Ansinnen natürlich ein gewisses Gewicht verleihen. Von dem Apple 1 Rechner, der mit einem Schwarzweißfernseher Sony TV-115 (mit einer Bilddiagonale von 11 Zoll), einem Netzteil und einer Datanetics-Tastatur Version D angeboten wird wurden zu seiner Zeit 200 Stück gebaut. Der Computer wurde von Steve Jobs und Steve Wozniak selbst angefertigt und hatte einen Ladenpreis von 666,66 Dollar. Ein dazu passendes Holzgehäuse stammt von Apples Handelspartner Byte Shop. Der Rechner wird im Apple-I-Register (einer Art Webmuseum des Apple 1 Computers) als Nummer 79 geführt. Laut Wikipedia gibt es noch etwas mehr als 60 Apple I Computer, von denen aber nur noch sechs funktionieren sollen. Die meisten befinden sich im Besitz von Museen. Ob Krishna B. Blake die gewünschten 1,5 Millionen US-Dollar bekommt, ist aber fraglich, wurden andere Modelle der gleichen Bauweise bisher für weit weniger Geld bei diversen Auktionshäusern gehandelt. Den bis dato höchsten Preis erzielte ein Exemplar, das 2014 beim Auktionshaus Bonhams einen Verkaufspreis von 905.000 US-Dollar (inklusive aller Gebühren) lukrierte. Jetziger Eigentümer ist das Henry Ford Museum. Wer das nötige Kleingeld dennoch aufbringt kann sich mit dem Apple 1 wohl ein Stück lebendiger, jüngerer Technologiegeschichte des 20. Jahrhunderts nach Hause holen.

This is truly a first for eBay.  This is a verified fully operational original Apple-1 computer system in excellent condition in its original Byte Shop KOA wood case, with original power supply and Datanetics Version D keyboard.[…]

[…]This is a rare opportunity as there are less than 6 known surviving original Byte Shop KOA wood cases with most in museum collections, with this unit being in the best known condition of any of those cases, also protecting the board from dust and corrosion, over the well protected years in special storage.[…]

aus dem ebay Anzeigentext

Fotos des Apple 1 von Krishna B. Blake, aufmerksam geworden via golem.de.

Midihub von Blokas Labs

Midi, der Standard zur Übertragung musikalischer Steuerinformationen zwischen elektronischen Instrumenten besteht mittlerweile seit dem Jahr 1982 und wurde von Dave Smith in Kooperation mit Ikutaro Kakehashi von der Roland Corporation entwickelt. Der Musikübertragungsstandard ist vor allem (elektronischen) MusikerInnen durch seinen charakteristischen fünfpoligen DIN-Buchsen-Stecker ein Begriff. Mididaten werden vor allem zur Synchronisation von verschiedenen Musikinstrumenten wie Drumcomputern und Synthesizern verwendet und sind aus einem zeitgemäßen Musiksetup nicht mehr wegzudenken. Dass man mit dem MIDI Standard aber auch mehr bewerkstelligen kann als bloße Synchronisation zeigen einen ja mitunter die in verschiedenen DAWs zu Verfügung stehenden Midi-Effekte, die in die jeweilige Effektkette einer Audio- bzw. Midispur eingebettet werden können.

Das Litauische StartUp Blokas Labs (Blokas.io) hat diese speziellen Funktionen nun in eine kompakte Midithru-Box gepackt und zur Serienreife gebracht. Für einen Ladenpreis von umgerechnet 164,- Euro ermöglicht das Midihub damit neben der Übertragung von Mididaten auch die Bearbeitung der Effektkette mithilfe sogenannter Pipes, die in einem Editor am Computer bearbeitet werden können.

Der Midihub Editor

“Eingehende oktavierte MIDI-Signale splitten, um zwei Synthesizer anzusteuern, aus einfachen Noten volle Akkorde zaubern, gewisse Daten filtern oder MIDI-Daten hinsichtlich Velocity, Channel und Notenwert remappen, das alles geht mit dem Blokas Midihub. Alle Einstellungen lassen sich im Gerät speichern, so dass man den Midihub neben dem Einsatz im Studio auch live einsetzen kann.”

www.amazona.de

Nach der Bearbeitung werden die Daten in der Box gespeichert. Damit kann das Gerät im “Standalone” auch ohne Anschluss am Computer in Betrieb genommen werden. Dies ermöglicht die Anwendung vor allem in sogenannten DAWless Setup’s, wo Instrumente ohne Computerunterstützung betrieben werden. Das Midihub mit seinen 4 Ein- und Ausgängen ermöglicht somit komplexere Ansteuerungen von midifähigen Geräten und hebt den schon etwas in die Jahre gekommenen Midi-Standard und den Austausch von Steuerungsdaten auf ein neues Niveau.

technische Daten:

ParameterValue
Input/Output Connectors8 x DIN-5 Female Sockets & USB-B Port
MIDI Loopback LatencyLess than 1.5ms
Activity LEDs4 x MIDI Input, 4 x MIDI Output & 1 x Status
Storage8 Presets
Other Input1 x The Button
ParameterValue
EnclosurePowder-Coated 1mm Steel
PowerBus-Powered – Computer or 5V USB Power Supply
Current Draw50mA @ 5.1VDC
CableUSB-B 1m Cable Included
Dimensions75mm x 108mm x 36mm
Weight285g

Raspberry Pi 400 – Desktopversion des berühmten Mini-Computers

Bei der Markteinführung des Raspberry Pi im Jahr 2012 war der Erfolg des Mini Computers damals für die Entwickler aus dem Umfeld der Cambridge Universität überhaupt nicht absehbar. Man wollte einfach einen Einplatinen-Rechner anbieten, um den StudentInnenschwund im Informatikstudium entgegenzuwirken. Geworden ist es ein Gerät, dass viele Menschen zum Basteln an Code und Peripherie ermutigte und so entstand eine weltweite Community, deren Basteleien und Projektideen überall im Netz zu finden sind. Mit 36 Millionen verkauften Einheiten (Stand 2020) ist die Geschichte des Raspberry Pi und der Raspberry Pi Foundation eine wahre Erfolgsgeschichte. Mit dem Raspberry Pi 400 wurde das aktuelle Modell, der Raspberry Pi 4, in ein Tastaturgehäuse eingebaut und so ein Mini-Desktop Computer der alten Schule entworfen, der von seiner Bauart an Zeiten von Amiga 500 und Comodore C64 erinnert.

Mit einem Preis von ca. 70,- Euro für das Peripheriegerät mit Prozessor entstehen neue Anwendungsmöglichkeiten, auch wenn die Idee der ‘Maker’-Platine dabei etwas in den Hintergrund rückt. Anwendungsgebiete könnten Schule und interessierte SchülerInnen sein, muss schlussendlich doch nur ein Monitor angeschlossen werden um zu arbeiten. Mit dem erweiterten Raspberry Pi 400 KIT bekommt man neben einer schicken rot-weißen Maus eine Speicherkarte mit vorinstalliertem Betriebssystem (NOOBS), ein HDMI Kabel sowie ein offizielles Raspberry Pi-Handbuch für Anfänger (in englischer Sprache). Das RP-KIT mit deutschem Tastaturlayout und EU-Netzteil kann bereits jetzt bestellt werden, wird aber frühestens ab Mitte Dezember ausgeliefert. Der Ladenpreis liegt bei ca. 105,- Euro.

Für manche Bastler und dem harten Kern der Raspberry Pi Gemeinschaft stellt die Tastaturversion vielleicht keine wirkliche nutzbare Option dar. Auch die Leistung des Raspberry kann mit anderen Desktoprechnern, die gebraucht auch schon um 150,- Euro zu haben sind, nicht wirklich mithalten. Um grundlegende Programmierkenntnisse zu erlangen, einfache Schreibarbeiten zu erledigen (Libre Office ist beim OS mit-installiert) oder im Internet zu surfen reicht der Raspberry Pi 400 mit seinen 4 Gbyte RAM aber aus und mit dem günstigen Preis wird sich zeigen wohin die weitere Reise gehen wird.

technische Daten Raspberry Pi 400:

ProzessorBroadcom BCM2711 quad-core Cortex-A72 (ARM v8) 64-bit SoC @ 1,8 GHz
RAM4 GB LPDDR4-3200
KonnektivitätDual-band (2.4 GHz und 5.0 GHz) IEEE 802.11b/g/n/ac wireless LAN
Bluetooth 5.0, BLE
Gigabit Ethernet
2 × USB 3.0 und 1 × USB 2.0
GPIOHorizontaler 40-Pin GPIO-Header
Video & Sound2 × micro HDMI-Eingänge (bis zu 4Kp60)
MultimediaH.265 (4Kp60 Dekodierung)
H.264 (1080p60 Dekodierung, 1080p30 Enkodierung)
OpenGL ES 3.0 Grafik
SD-KarteMicroSD-Kartenslot für Betriebssystem und Datenspeicher
TastaturTastatur mit deutschem Layout (QWERTZ)
Stromversorgung5 V DC via USB
Betriebstemperatur0°C bis +40°C
Abmessungen (max.)286 × 122 × 23 mm

Noveto – Sound Beamer 1.0

So etwas wie Zukunftsmusik gibt es ja bekanntlich nicht. Aber das Produkt eines israelischen Startups klingt zumindest danach. Vor kurzem wurde der Soundbeamer 1.0 von Noveto öffentlich vorgestellt. Das Gerät, dass im Äußeren einer mittelgroßen Soundbar gleicht und mit einer Kamera ausgestattet ist ermöglicht das Hören direkt am Ohr, ein Kopfhörer wird nicht gebraucht.

Sound Beamer 1.0

Mittels Ultraschallwellen wird die Soundquelle direkt an die Ohren des Hörers geschickt ohne dass die Umgebung etwas davon mitbekommt. Die Kamera erfaßt dabei mittels 3D Sensoren die Kopfbewegungen des Hörers und sendet die Klanginformationen direkt an die Ohren. Der eigenen ‘Soundbubble’ steht nichts im Weg.

Für andere unhörbar, wird der Sound im Umfeld der Ohren erst erfahrbar.

Das sogenannte Sound Beaming ermöglicht Anwendungen für Gamer, die in einer Umgebung mit mehreren Menschen ohne andere zu stören spielen wollen oder bewirkt, dass Informationen eines Navigerätes für Autofahrer nur für sie allein hörbar sind. Videokonferenzen können abgehalten werden auch wenn mehrere Personen im Raum anwesend sind. Andere Soundquellen können aber weiterhin wahrgenommen werden.

“We’re really against the social isolation that headphones cause,” says former Noveto CEO Brian Wallace. (Rolling Stone Magazine)

Bewegt man sich außerhalb des Schallfeldes versiegt auch die Soundquelle, erst wenn man sich wieder in den Radius der 3D Sensoren begibt wird das Audiosignal hörbar. Die Technologie ist mit der Vorstellung des Sound Beamer 1.0 noch nicht marktreif, erste Produkte sollen aber im Dezember 2021 verfügbar sein.

Link: Noveto Systems