Archiv der Kategorie: Musik

Going like a Ghost

Going like a Ghost – ist mein Disc Jockey und Musiker-synonym. Diese Seite gibt Ihnen Informationen zu meinen aktuellen DJ Mixes und meiner Arbeit als „Schlafzimmer“-Produzent (Bedroomproducer) von elektronischer Musik. Neben dem Erstellen eigener Tracks und Kompositionen veröffentliche ich auch regelmäßig DJ-Mixes auf der Plattform Mixcloud. Letzte Auftritte meinerseits waren im Grazer Vereinslokal Sub, auf der Grazer Murinsel oder auch z.B. in Kroatien.

eigene Veröffentlichungen:

Dub Renaissance EP

Dub Renaissance EP is a mixture of dub elements, primarily vocal samples and drum patterns, within an electronic music style. The tracks contain deeply arranged sound elements in order to enhance the dynamics of the songs. Dub was the first electronic genre in modern music history and many dub-versions of songs in the 1980’s were created as remixes. Going Like A Ghost’s “Dubtronix“ like release was influenced by dub as a genre by itself and also by the variety of electronic music styles that refer to dub as their sample / sound source. The five tracks on the EP focus on widely known dub elements and put together new ones into one whole. “MezzaninDub“ features “western-sound“ elements while “Triotrio“ focusses on the bassdrum and a 4-to-the-floor beat with a steady  bassline. “Madrasp“ is also a deep and techno-orientated track, which could be labelled as dubtechno. On the other hand, “Santanda“ and “Demiandub“ work more in a static manner and feature a typical triphop like beat-aesthetic. The release can be seen as a declaration of love to dub music and their representing artists. – Vocal samples on “Santanda” by Dillinger (CB 200; Island Records).”


DJ Mixes by Going like a Ghost:

Calookan, Exorbit Ant, DJ Ridoo, Paek Namsun und nun Going like a Ghost. Hinter all diesen Synonymen stecken meine Ambitionen einen guten Flow bei Publikum als auch bei mir selbst zu erzeugen. Als DJ war ich vor allem um die Jahrtausendwende aktiv, bin der Musik aber in all seinen Facetten treu geblieben. Ich hatte die Möglichkeit im Rahmen verschiedenster Veranstaltungen mit Größen wie Richard Dorfmeister, Kyoto Jazz Massive oder den Computer Jockeys aufzulegen. Am meisten Spaß haben aber unsere eigenen kleineren und größeren Festlichkeiten gemacht.

The Mixtape is a 4-to-the-floor deep house mixtape with a versatile flow and a clean, powerful aesthetic. drink a glass of wine or play with your kids while listening… 😉

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Versatile House Mixtape – aktuelles Mixtape November 2018

Ich habe wieder mal einen meiner DJ – Mixes online gestellt. Das Mixtape ist wie immer auf Mixcloud zu finden und ist auch direkt in der Seitenleiste meines Blogs verlinkt. Das Tape ist ein Deep-House Set mit Tracks von Künstlern wie  “Detroit Swindle” oder dem von mir geschätzten Rajko Müller aka “Isolée” der mit Liedern wie “Beau mot plage” schon vor 18 Jahren(!) erfolgreich war. Auch der Track “Pisco”, am Ende des Mixtapes wirkt wie eine kaleidoskopische Reise in die Klangwelt von Rajko Müller. Darüber hinaus habe ich versucht mein Spektrum an House-Tracks abzubilden. Es gibt Vocal-Tracks von “Love Drop” oder “Paul Woolford” und einen deeperen Part im letzten Drittel des Tapes, der wegen seiner auf Reduktion ausgelegten Drum- und Synthparts schon mehr in Richtung Minimal und Minimal Techno geht. Viel Spaß beim Hören!

Steirischer Herbst – musikprotokoll 18

Laibach, Poster für Laibach’s Sound of Music, 2018. Design: Metastazis

Wie jedes Jahr suche ich, wenn es um Veranstaltungen des steirischen herbstes geht, zuerst einmal die musikprotokoll Webseite auf. Denn das von Emil Breisach gegründete Musikformat des steirischen herbstes bietet die Möglichkeit zeitgenössische Musik & Performance zu erleben. So bin ich schon einige Male von dem heterogenen Programm überrascht worden. Dieses Jahr versucht sich der steirische herbst am Thema “Volksfronten” abzuarbeiten. Das Festival beginnt am 20. September und niemand geringerer als die Performance Band Laibach wird auf den Schloßbergkasematten das Musical “The sound of music” neu interpretieren. Dabei werden jene Fronten bearbeitet die einerseits den oberflächlichen Wunsch befriedigen, sich dem Faschismus entgegenzustellen, gleichzeitig aber auch der tiefer liegende befriedigt, mit dessen zentralen Werten zu verschmelzen. Laibach spielen Lieder aus diesem ikonischen Film und zeichnen auf unnachahmliche Art diese perversen Widersprüche nach. Karten für das Konzert von Laibach gibt es nicht, man muss schon einen Festivalpass besitzen um das Konzert besuchen zu können. Aber der Preis für den Festivalpass, den es in 2 verschiedenen Varianten gibt, ist erschwinglich. So kostet der Pass für den Zeitraum 20.9.–14.10. (also dem gesamten Zeitraum des Festivals) 29,- bzw. 23,- Euro.

Im musikprotokoll 2018 selbst ist die Spannweite der Beiträge weitreichend: Sie umfasst Werke wie The Magma, eine 360-Grad-Videoinstallation; SOL, eine die Wahrnehmung herausfordernde Klang- und Lichtarbeit in der Dunkelheit; und Stellations, einen 3D-Lautsprecher, der mit einer Kontrabassistin zusammentrifft. Darüber hinaus sind vertreten RSO Wien & Klangforum Wien, die ein concert grandiose spielen; das Duo Fred Frith & Bérangère Maximin; sowie der Musiker Gosheven, der die Tradition der Extended Guitar weiterentwickelt. Tomoko Sauvage präsentiert japanischen Klangminimalismus; Konus Quartett & Martin Brandlmayr hingegen schweizerische Saxophonquartettklänge; und Kathy Hinde & Daniel Skoglund experimentieren mit tierähnlichen Robotern. Des Weiteren begeben sich 200 steirische Schüler*innen auf die Suche nach aktuellen Klangbildern; das Talea Ensemble spielt eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas; das ensemble zeitfluss erforscht mittels Automatenklavier Freiräume zwischen Algorithmus und Intuition. Nicht zuletzt sind zu Gast das Ensemble airborne extended und das Grazer recreation Orchester, das mit Christian von Borries mittels Künstlicher Intelligenz österreichisches Musikkulturgut neu erfindet. Eine Nacht mit dem Trio The Dwarfs of East Agouza und ZULI aus Kairo, ein Konzert mit der Sound- und Medienkünstlerin Jacqueline musikprotokoll 159 George, sowie Diskussionen und Workshops sind außerdem Teil des Programms.

Für das musikprotokoll gibt es einen eigenen Festivalpass für den Zeitraum 4.10. – 7.10. 2018 der für 55,- bzw. 45,- Euro bei oeticket erhältlich ist. Wie auch die Jahre zuvor ist es für KulturpassbesitzerInnen möglich, einzelne Veranstaltungen unentgeltlich zu besuchen. Das musikprotokoll wird jährlich vom Österreichischen Rundfunk veranstaltet. Es ist eine Koproduktion seiner beiden Programme Radio Österreich 1 und Radio Steiermark, in denen die aufgeführten Werke gesendet werden, in Kooperation mit dem Festival steirischer herbst.

Brecon – Cairn EP

Das Musikprojekt ‘Brecon’ wurde von 2 angesagten Produzenten aus England mit jahrelanger Erfahrung ins Leben gerufen. Das Duo, bestehend aus Joe Farr und Will Brown verschmelzt introspektive Melodien mit Percussions und Harmonien. In der Klangwelt von Brecon merkt man, dass sie hier von einer härteren elektronischen Seite ihre Einflüsse beziehen. Es gibt musikalische Bezüge zu UK-Garage, Dubstep, House und Techno.  In Bezug auf Brecon sagt Max Cooper, Labelchef von Mesh Records: “Als ich Brecon zum ersten Mal hörte, war ich von etwas Neuem angetan” ‘Cairn’ von Brecon wurde am 16. August via Mesh veröffentlicht und ist eine Hommage an die Klänge des Vereinigten Königreichs.

DJ OIL – Bref Avenir

Okay ich muß es gestehen, ich bin jetzt auch ein Kunde des Streaming Dienstes Spotify. Ich habe in der letzten Woche den von JAY-Z betriebenen Streaming Dienst Tidal zwar ebenfalls ausprobiert bin jetzt aber bei Spotify gelandet, weil es für mich praktischer ist, da erstens die Android-App auch auf meinem alten Lenovo-Tablet funktioniert und zweitens kann ich den Sound der App auch via Konsole und Fernseher auf meine HIFI-Anlage ausgeben und bequem von der Couch aus streamen. Beide Anbieter sind meines erachtens gute Dienste, haben bei weitem die meisten Songs abrufbar und sind beide empfehlenswert. Zu erwähnen wäre noch, dass weder Spotify noch Tidal bislang Gewinn abwerfen und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, dass der Premium Account teurer werden wird.

Meine erste Entdeckung war wohl diese Compilation von DJ Oil, einem aus Marseille stammenden DJ und elektronischen Musiker. Bref Avenir ist dabei die Zusammenfassung von 3 bereits veröffentlichter EP’s plus mehrerer Bonustracks und gleich der Anfangstrack “Heritage” lassen Rückschlüsse darauf zu, wie es auf diesem Album weitergehen wird. Die gefilterte Bassline des Stücks treibt den rythmischen Beat voran, während die Synthline im Loop stecken zu bleiben scheint, bleibt das Stück dennoch melodisch und ungemein dancefloortauglich.

Der gebürtige Franzose Lionel Corsini aka DJ Oil verwendet bei bref avenir  immer eine reduzierte Grundstruktur in seinen Songs um auch mittels längerer Vocal Samples die eine oder andere intelligente Gesellschaftskritik einzustreuen. Dabei sind seine Claps im Hintergrund und Elektroeinflüße sind ebenfalls zu spüren. DJ Oil, der auf seinen früheren Veröffentlichungen bei BBE vor allem Afrobeat und Jazz Einflüsse verarbeitete und mit seiner früheren Band “Troublemakers” auf Labels wie Guidance und Blue Note veröffentlicht hat besinnt sich hier wohl auf eine eher technoide-houselastige Arbeitsweise und freut sich über die wiedergewonnene künstlerische Freiheit die ihm anscheinend bei den früheren Labels abhanden gekommen ist und veröffentlicht nun auf dem Label “Les Disques de la mort”, welches von Ivan Smagghe betrieben wird.

Aphex Twin – T69 collapse Review

Richard David James aka Aphex Twin ist ein Phänomen. Es gibt kaum einen elektronischen Musiker, über den so viele Gerüchte im Umlauf sind wie über ihn. Irgendwie schafft er es eben nicht wirklich irgendwo medial präsent zu sein, er meidet Interviews und doch… wenn von ihm etwas kommt, dann spricht wieder die ganze Musikwelt von ihm. Von dem Genie, dem 2-fachen Familienvater der in 2. Ehe mit einer Russin verheiratet ist, dem großen Vertreter der Intelligent Dance Music, wie man in Amerika gerne etwas sperrigere elektronische Tanzmusik nennt. Jetzt ist wieder von ihm zu lesen oder besser gesagt zu hören denn er hat eine neue Single mit dem Namen T69 collapse veröffentlicht und gleichsam eine im Herbst erscheinende neue EP angekündigt.

T 69 collapse ist vielleicht nicht Richard D. James überzeugendstes Werk, denn eine neue Offenbarung ist die Single nicht. Zu vorhersehbar ist die Struktur des Tracks, kurzer euphorischer Aufbau der Melodien, dann Break hin zu mehr düsteren Klangsphären um dann am Ende die Nummer zusammenzuführen und die Versöhnung der beiden Klangteppiche zu propagieren. Dennoch ist Aphex Twin Musik immer wieder erwähnenswert, denn 1. machen nicht viele Leute mit dem Bekanntheitsgrad solche Musik und 2. bleibt er sich dabei ja auch treu – ein frischerer experimentiellerer Zugang hätte dem Track aber gut getan. Man kann noch gespannt auf die Veröffentlichung der EP warten, die am 14. September auf Warp Records erscheinen wird. Aber meine Erwartungshaltung zur neuen EP ist eher gedämpft.

Sicher erwähnenswert ist das von Kollegen Weirdcore abgieferte, sehenswerte Video zum Track. Dennoch für Freunde von Labels wie Warp und Rephlex war Aphex Twin immer der Motor, der andere Veröffentlichungen der Labels gepusht hat, jetzt ist er mehr jemand der mit seinem eigenen Sound im Soundkosmos der Labels mitfährt, das Steuer hat er anderen Künstlern überlassen. Sein Gesamtwerk darf man aber nicht gering schätzen. Er hat soviele junge Leute beeinflußt, zum Musikmachen inspiriert und war lange Zeit eben der um den man nicht herumkam, wenn es um innovative elektronische Musik ging. Lesenwert ist sicher eines der raren und wirklichen ausführlichen Interviews aus dem Jahre 2014, welches er Dave Noyze für Syrobonkers gegeben hat. Er spricht darin über seine Art Musik zu machen, Synthesizer und Sequenzer die er verwendet, das musikalische Talent seines damals 5 jährigen Sohnes und zeigt dabei auch Seiten seinerseits von eher privater Natur. Das Interview ist ein Monat nach erscheinen wieder vom Netz genommen worden und der Text ist nur mehr via der Waybackmachine von Archive.org erreichbar.