Archiv der Kategorie: Musik

DJ OIL – Bref Avenir

Okay ich muß es gestehen, ich bin jetzt auch ein Kunde des Streaming Dienstes Spotify. Ich habe in der letzten Woche den von JAY-Z betriebenen Streaming Dienst Tidal zwar ebenfalls ausprobiert bin jetzt aber bei Spotify gelandet, weil es für mich praktischer ist, da erstens die Android-App auch auf meinem alten Lenovo-Tablet funktioniert und zweitens kann ich den Sound der App auch via Konsole und Fernseher auf meine HIFI-Anlage ausgeben und bequem von der Couch aus streamen. Beide Anbieter sind meines erachtens gute Dienste, haben bei weitem die meisten Songs abrufbar und sind beide empfehlenswert. Zu erwähnen wäre noch, dass weder Spotify noch Tidal bislang Gewinn abwerfen und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, dass der Premium Account teurer werden wird.

Meine erste Entdeckung war wohl diese Compilation von DJ Oil, einem aus Marseille stammenden DJ und elektronischen Musiker. Bref Avenir ist dabei die Zusammenfassung von 3 bereits veröffentlichter EP’s plus mehrerer Bonustracks und gleich der Anfangstrack “Heritage” lassen Rückschlüsse darauf zu, wie es auf diesem Album weitergehen wird. Die gefilterte Bassline des Stücks treibt den rythmischen Beat voran, während die Synthline im Loop stecken zu bleiben scheint, bleibt das Stück dennoch melodisch und ungemein dancefloortauglich.

Der gebürtige Franzose Lionel Corsini aka DJ Oil verwendet bei bref avenir  immer eine reduzierte Grundstruktur in seinen Songs um auch mittels längerer Vocal Samples die eine oder andere intelligente Gesellschaftskritik einzustreuen. Dabei sind seine Claps im Hintergrund und Elektroeinflüße sind ebenfalls zu spüren. DJ Oil, der auf seinen früheren Veröffentlichungen bei BBE vor allem Afrobeat und Jazz Einflüsse verarbeitete und mit seiner früheren Band “Troublemakers” auf Labels wie Guidance und Blue Note veröffentlicht hat besinnt sich hier wohl auf eine eher technoide-houselastige Arbeitsweise und freut sich über die wiedergewonnene künstlerische Freiheit die ihm anscheinend bei den früheren Labels abhanden gekommen ist und veröffentlicht nun auf dem Label “Les Disques de la mort”, welches von Ivan Smagghe betrieben wird.

Aphex Twin – T69 collapse Review

Richard David James aka Aphex Twin ist ein Phänomen. Es gibt kaum einen elektronischen Musiker, über den so viele Gerüchte im Umlauf sind wie über ihn. Irgendwie schafft er es eben nicht wirklich irgendwo medial präsent zu sein, er meidet Interviews und doch… wenn von ihm etwas kommt, dann spricht wieder die ganze Musikwelt von ihm. Von dem Genie, dem 2-fachen Familienvater der in 2. Ehe mit einer Russin verheiratet ist, dem großen Vertreter der Intelligent Dance Music, wie man in Amerika gerne etwas sperrigere elektronische Tanzmusik nennt. Jetzt ist wieder von ihm zu lesen oder besser gesagt zu hören denn er hat eine neue Single mit dem Namen T69 collapse veröffentlicht und gleichsam eine im Herbst erscheinende neue EP angekündigt.

T 69 collapse ist vielleicht nicht Richard D. James überzeugendstes Werk, denn eine neue Offenbarung ist die Single nicht. Zu vorhersehbar ist die Struktur des Tracks, kurzer euphorischer Aufbau der Melodien, dann Break hin zu mehr düsteren Klangsphären um dann am Ende die Nummer zusammenzuführen und die Versöhnung der beiden Klangteppiche zu propagieren. Dennoch ist Aphex Twin Musik immer wieder erwähnenswert, denn 1. machen nicht viele Leute mit dem Bekanntheitsgrad solche Musik und 2. bleibt er sich dabei ja auch treu – ein frischerer experimentiellerer Zugang hätte dem Track aber gut getan. Man kann noch gespannt auf die Veröffentlichung der EP warten, die am 14. September auf Warp Records erscheinen wird. Aber meine Erwartungshaltung zur neuen EP ist eher gedämpft.

Sicher erwähnenswert ist das von Kollegen Weirdcore abgieferte, sehenswerte Video zum Track. Dennoch für Freunde von Labels wie Warp und Rephlex war Aphex Twin immer der Motor, der andere Veröffentlichungen der Labels gepusht hat, jetzt ist er mehr jemand der mit seinem eigenen Sound im Soundkosmos der Labels mitfährt, das Steuer hat er anderen Künstlern überlassen. Sein Gesamtwerk darf man aber nicht gering schätzen. Er hat soviele junge Leute beeinflußt, zum Musikmachen inspiriert und war lange Zeit eben der um den man nicht herumkam, wenn es um innovative elektronische Musik ging. Lesenwert ist sicher eines der raren und wirklichen ausführlichen Interviews aus dem Jahre 2014, welches er Dave Noyze für Syrobonkers gegeben hat. Er spricht darin über seine Art Musik zu machen, Synthesizer und Sequenzer die er verwendet, das musikalische Talent seines damals 5 jährigen Sohnes und zeigt dabei auch Seiten seinerseits von eher privater Natur. Das Interview ist ein Monat nach erscheinen wieder vom Netz genommen worden und der Text ist nur mehr via der Waybackmachine von Archive.org erreichbar.

 

Change the Mood – not the Groove – Mixtape im August

Ich habe wieder einmal ein Mixtape gemacht, diesmal ist es mehr eine Zusammenstellung von Nummern ohne wirklich Beat auf Beat Übergänge zu machen. Wollte ich diesmal nicht, nicht weil ich zu faul war sondern weil ich versuchte hier verschiedene Stile miteinander zu mischen, ob es mir gelungen ist oder nicht, müßt ihr entscheiden. Mit dabei: Burnt Friedman, Caribou, Hiphop von De la Soul und einige Soul und Funk-Stücke. Es ist ein NON-Mixtape, eine Aneinanderreihung von Vinylplatten die ich in meiner Sammlung habe.

“Going like a Ghost” ist mein DJ und Musiker Synonym. Meine letzten Auftritte hatte ich bei einem Sommerfest, im altehrwürdigen SUB und in einer Pizzeria mit Soundanlage am Meer. Ich habe früher als DJ gearbeitet und damit meinen Lebensunterhalt bestritten, mit den Jahren ist die Häufigkeit an Auftritten zurückgegangen, das Plattenauflegen und selektieren macht mir aber immer noch soviel Spaß, dass ich euch daran teilhaben lassen will. Ich hoffe ich schaffe es jedes Monat ein neues Tape via der Webseite Mixcloud online zu stellen. Viel Vergnügen beim Hören! Des weiteren findet sich das aktuelle Mixtape immer auch als Widget in der Seitenleiste des Weblogs.

neue Single und neues Album von Mr. Dero & Klumzy Tung

Roadrunner heißt die zweite Singleauskoppelung des Grazer HipHop Aushängeschildes Mr. Dero. Die driftigen Vocals steuerte wie gewohnt der Londoner MC und Singer Songwriter Klumzy Tung bei. Und dieses Gespann scheint ein erfolgreiches zu sein. Mehr als 1 Million Plays auf Spotify, mehrere Top-Ten Platzierungen bei iTunes und das bereits 10 jährige Bestehen als Band sprechen eindeutig für das Künstlergespann. Für sich spricht auch die Tatsache, dass das Duo schon mit namhaften Größen der Hiphop Szene zusammengearbeitet hat. Darunter finden sich Musiker wie Afrika Baby Bam von den Jungle Brothers, Dub Legende Mad Professor oder DJ Vadim, der allen NinjaTune Kennern ein Begriff sein dürfte. Die neue Single Roadrunner ist ein gekonnter Griff in die Dancehall-Reggae Kiste und läßt die Vocals von Klumzy Tung gut zur Geltung kommen kann aber auch textlich überzeugen. Hinfallen erlaubt, wieder Aufstehen eine Tugend. Live überzeugen die beiden mit einer oppulenten Bühnenshow die teils auch von einer Liveband begleitet wird.

Roadrunner – neue Single von Mr. Dero und Klumzy Tung

Das neue Album “For the record” wird auf dem hauseigenen Tiefparterre Label noch im Herbst diesen Jahres erscheinen, die Vorabsingle “Roadrunner” nimmt einen aber bereits jetzt mit auf eine Reise, die mit den Worten der beiden nicht dadurch definiert wird “…welche Richtung du im Leben einschlägst sondern wie du dort hingelangst.” Das malerische Video in dem Klumzy Tung beim Laufen und Überqueren von Hindernissen zu sehen ist, wurde in Österreich und Kroatien gedreht. Für die Regie haben sie Jann Doll & Moritz Wehr von horizonfilms.at engagiert.

Soap & Skin – neues Video “Heal”

Anja Plaschg, alias Soap & Skin gehört wohl zu den außergewöhnlichsten Musikexporten, die das Musikland Österreich die vergangenen Jahre hervorgebracht hat. Die 1990 in der Steiermark geborene Musikerin und Schauspielerin legt nun – nach “Lovetune for Vacuum” und dem 2012 veröffentlichten “Narrow” – ihr 3. Studioalbum nach und bietet mit der Single “Heal” einen ersten Vorgeschmack auf das im Oktober erscheinende Album “From Gas to Solid- you are my friend”. Das Video, welches von Ioan Gavriel & Anja Plaschg gedreht wurde zeigt dabei eine karge Landschaft während Soap & Skin dazu mit der Unterstützung von Bläsern zärtlich hauchend ein “Do we heal?” als Refrain zum Besten gibt. Viele Kommentare meinen auch, dass es bei Anja Plaschg eine stete Weiterentwicklung ihrer Musik gibt und gleich einem Björk Video taucht Anja Plaschg auch immer wieder in der Landschaft kurz auf. Das Klavierarrangement trägt einen mit über diese karge Gegend und während eine Kinderstimme zum Schluß des Stücks ein “I have no fear” zum Besten gibt, bewegt sich die Kamera langsam von Anja Plaschg weg. Aber seht selbst.

Das neue Album erscheint am 26. 10 2018 und kann bereits jetzt vorbestellt werden.