Archiv der Kategorie: Musik

Fatamorgana – Terra Alta

FATAMORGANA – TERRA ALTA

Synthpop aus Barcelona, Patrycja Proniewska (Gesang) and Louis Harding (Synthesizer, Drummachine) machen es möglich. Die beiden Musiker haben nach einer Kassetten/Single Veröffentlichung nun im Februar dieses Jahres ihr Debutalbum mit dem Titel “Terra Alta”vorgelegt. Synthwave, Elektropop Balladen mit eingängigen 80er Jahren Melodien und Orhwurmcharakter in spanischer Sprache. Nur eine einzige Nummer “Until”, ist auf englisch gesungen. Gegründet wurde die Band im Sommer 2017 und was als Schlafzimmerproduktion begonnen hat funktioniert nun als eingespielte Liveband.

Dreamlike synthesisers and echoed voices circle around danceable rhythms, inviting you to simultaneously contemplate and move your body. Allow yourself to be teleported from the majesty of Nature, to the glow of the discotheque.

Das eingängige Strophen – Refrain Songwriting und das reduzierte Setup von 2 Synths und einer Drummachine legen einen persönlichen Background im (Post)Punk Bereich nahe.
Einzuordnen sind sie vielleicht bei den frühen Depeche Mode oder The Human League, sind aber in ihrem retro-chic sehr eigenständig agierende Musiker, die Lyrics schweben zwischen den Synthmelodien und drehen sich um Themen wie Liebe, Reflexionen zur Zukunft und sogar Zeitreisen. Veröffentlicht haben die beiden auf dem- ein Personen Label – La Vida Es Un Mus und das Album ist seit 20. Februar 2019 erhältlich. Es gibt auch eine kleine Auflage (600 Stk.) in Form von Schallplatten.

Nun kommen sie am 23. April auf ihrer ausgeweiteten Europa Tour auch nach Graz. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest, aber ich denke an PPC oder Postgarage. Wer sich also so eingängigen Synthmelodien wie in ihrer Single “La Atlántida” hingeben möchte ist dort, quasi an ein einem Ort zwischen Zeit und Raum, in einer fiktiven Welt von Atlantis die hier besungen wird, gut aufgehoben.

Weval -The Weight

Soundkünstler sind die beiden Niederländer Harm Coolen und Merijn Schotte. Das merkt man an vielen Stellen ihres neuen Albums “The Weight”. Vielleicht haben die beiden die Schwere, ein gutes 2. Album abzuliefern durch ihren Albumtitel gleich vorweg genommen und sie überlassen bei ihren Soundteppichen auch nichts dem Zufall. Weich gespülter Elektropop ohne echte Kanten könnten Kritiker des Albums sagen und ja mitunter verlieren sich die vielen Soundscapes einander und driften ordentlich durch den Raum, aber Weval schafft es den Bogen ihrer Nummern weder zu überspannen noch die Soundteppiche zu sehr auszudünnen.


Harm Coolen und Merijn Schotte – Weval

Immer wieder kehren sie mit ihren Rythmen und Melodien zum Thema einer Nummer zurück. So viel Leichtigkeit und Anmut sind seit der französischen Band “AIR” nicht mehr zu hören gewesen. Und irgendwie klingen die beiden aus Amsterdam stammenden Musiker auch wie ein Lofi Projekt, doch in Anbetracht des Tüftelns an einzelnen Sounds kann man ruhig von einer Schwere sprechen, die auf den beiden während der Studioaufnahmen gelastet hat. Ausgefeilter kann Sounddesign gar nicht mehr sein. Auch Vergleiche zu Bands wie Boards of Canada tun sich auf, auch wenn die schweren TripHop Beats von BOC hier durch leichtfüßige verzerrte Beatstrukturen ersetzt wurden. Auch die Ausführung und das Arrangement von Nummern wie z.B. “Someday” überzeugen aufgrund ihrer Intensität und klanglichen Melodramatik.

Das 2. Studioalbum von Harm Coolen und Merijn Schotte wurde am 1. März auf dem Kölner Label Kompakt veröffentlicht. Live zu sehen sind Weval am 29. März in der Grellen Forelle in Wien.

Anna Calvi – live @ Salle Pleyel, Paris – ARTE Concert

Danke Arte. Ich mein, was würde ich machen wenn es diesen Sender nicht geben würde, man müsste ihn dann wohl erfinden. Anna Calvi – live ist ein besonderes Erlebnis, auch wenn man nur von der Couch aus dieser Gitarre und dieser Stimme folgt, bleibt das “Live-Erlebnis” dieses Konzertes erhalten. Dabei schafft es die britische Gitarristin und Songwriterin die Energie ihres letzten Albums “Hunter” direkt auf die Bühne zu verpflanzen. Für sie selbst scheint es eine Art Befreiung zu sein, sich und ihr Können mit einer Brise Wahnsinn auszustatten um dann in richtiger “Rockmanier” auf der Bühne und einem ins Publikum führenden Steg aufzuzeigen, warum sie im Moment zu einer der besten britischen Gitarristinnen zählt. Gekonnt spannt sie den Bogen ihrer Nummern um die Intensität und Erregtheit mittels ihrer Fender Stratocaster auf einem hohen Level zu balancieren. Die in tiefem rotem Licht gehaltene Bühne liefert den passenden Background um über Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern zu philosophieren. ((…)not walking and talking as a man(…)) Anna Calvi live @ Salle Pleyel, Paris ist eine besondere Erfahrung und mein momentaner YouTube Tipp ein Konzert betreffend.

Anna Calvi – “Hunter”

Anna Calvi’s letztes Studioalbum “Hunter” wurde am 31. August 2018 auf Domino Records veröffentlicht. Das von Nick Launay (Nick Cave, Grinderman) in London aufgenommene und produzierte Album wurde von der Kritik wohlwollend aufgenommen.

Kid Koala – music to draw to: Io

Kid Koala @ Work

Kid Koala, alias Eric San aus Kanada hat in seinen früheren Alben stets bewiesen, welches Können und welche Genauigkeit ihm als “Turntableist”-Künstler zugrunde liegt. Vor allem seine Stücke bei denen er Solo-Noten von Trompeten und anderen Instrumenten, die er z.B. in seiner Nummer “Drunk Trumpet” gezielt von einer Note zur anderen pitcht sind legendär. Seine Auftritte waren auch immer belustigend und durch das Tragen von Plüschtierkostümen gekennzeichnet. Nun tritt seit seiner Serie “music to draw to” ein ernsterer, aber dennoch akribisch genau arbeitender Künstler zutage. Vom Turntable als Arbeitsgerät scheint Eric San zumindest momentan weggedriftet zu sein, hat er nun doch die Synthesizer für sich entdeckt und arbeitet sich an androgynen, vielschichtigen Ambient-Nummern ab, die er teilweise von den Stimmen bekannter Sängerinnen textlich abrunden lässt. Auf dem ersten war es die Stimme von Emiliana Torrini, die die sphärischen Stücke von Kid Koala’s fünftem Studioalbum “music to draw to-Satellite” lyrisch untermalte. Auf dem aktuellen Album ist es die klangliche wie stimmliche Qualität von Trixie Whitley, die auf “music to draw to-Io” 6 von 18 Nummern ihre lyrische Note verleiht.

“Inspired by music that allows space for the listener’s own ideas, the Music To Draw To series is an unfolding universe of wintry soundscapes and enchanting vocal journeys.” (Kid Koala Website)


Das erweiterte LP Bundle.

“music to draw to- Io” ist am 25. Jänner 2019 bei A & C Records erschienen. Das gesamte Bundle umfasst neben der Doppel LP auch eine CD sowie ein leeres Sketchbook, denn Kid Koala’s Intention ist wohl die Kreativität seiner Hörer zu fordern und im Angesicht der ambienten Musikstücke auch stückweise dazu gedacht, die eigene Kreativität der HörerInnen zu beflügeln.

Going like a Ghost -Dub Renaissance EP

Habe nun ein paar meiner Tracks, die ich in letzter Zeit am Computer arrangiert habe, auf Soundcloud hochgeladen.

Dub Renaissance EP is a mixture of dub elements, primarily vocal samples and drum patterns, within an electronic music style. The tracks contain deeply arranged sound elements in order to enhance the dynamics of the songs.

Dub was the first electronic genre in modern music history and many dub-versions of songs in the 1980’s were created as remixes. Going Like A Ghost’s “Dubtronix“ like release was influenced by dub as a genre by itself and also by the variety of electronic music styles that refer to dub as their sample / sound source.

The five tracks on the EP focus on widely known dub elements and put together new ones into one whole. “MezzaninDub“ features “western-sound“ elements while “Triotrio“ focusses on the bassdrum and a 4-to-the-floor beat with a steady  bassline. “Madrasp“ is also a deep and techno-orientated track, which could be labelled as dubtechno. On the other hand, “Santanda“ and “Demiandub“ work more in a static manner and feature a typical triphop like beat-aesthetic.

The release can be seen as a declaration of love to dub music and their representing artists. – Vocal samples on “Santander” by Dillinger (CB 200; Island Records).

One over One – Film

Der Film handelt von einem jungen, 20 jährigen Mädchen, dass in der Provinz von Pennsylvania aufwächst und mit den großen Themen des Lebens – wie Liebe und Verlust – konfrontiert wird. “1/1” ist dabei eine wilde Bildtechnik-Collage, eine Kleinode an das Leben selbst und wird aus der Sicht der jungen Lissa (Lindsey Shaw) erzählt. Regisseur Jeremy Phillips verwendet für seinen ersten Spielfilm viele unterschiedliche Bildformate wie z.B. 8mm um die jeweilige Gefühlslage am Besten abzulichten. Es sind Momente der Mixed Media Collage, die den Zuseher/die Zuseherin ins Leben von Lissa regelrecht hineinzieht. Diese unkonventionelle Coming-of-Age Story erzählt vom Leben einer jungen Erwachsenen, die sich mit ihrer Vehemenz und ihrem Lebenswillen in das Geschehen und ihr Leben wirft und mit ihren Wünschen und Bedürfnissen fast an dieser sich auch für junge Menschen immer schneller drehenden Welt zerschellt. Der Mindfuck-Psychotrip der jungen Lissa wird vor allem durch den Soundtrack der elektronischen Avantgarde Punkband “Liars” noch verstärkt.

Breathless, daring, and undone in a million pieces. Describing both the film’s style and main character, 1/1 submerges the audience into the mind of Lissa, a twenty-year-old girl trapped in rural Pennsylvania, who grapples with sex, drugs, love and loss. 

http://oneoveronemovie.com

Der erste Soundtrack der Band, der gleichzeitig die letzte Zusammenarbeit von Angus Andrew und Aaron Hemphill darstellt, ist auf Mute Records erschienen. Der Spielfilm lässt sich über iTunes herunterladen und ist mittlerweile wohl auch bei ausgewählten Internethändlern als DVD/Blu-Ray erhältlich.