Shame – eine sehr britische Band

Das zweite Studioalbum der britischen Band ‚shame‚ erweitert das Angebot wütender englischer Punk- und Postpunk Stimmen um die Songtexte von Frontman Charlie Steen. Die Stärken des ersten Albums ‚Songs of Praise‘, welches von der Kritik hochgelobt wurde, werden bei ‚drunk tank pink‚ in ein erwachseneres, musikalisches Korsett geschnürt. Nach zwei Jahren des exzessiven Tourens und einer danach einhergehenden kollektiven Erschöpfung der Band inklusiver harter Landung in der Realität auch zu Corona Zeiten liefern shame ihren Beitrag zu Post-Brexit Zeiten, zählen Bands wie Talking Heads und die 80er Jahre Female-Funk-Rock Band ESG zu ihren Vorbildern.

Jeder Song des neuen Albums fühlt sich schlüssig und in sich ruhend an, man befindet sich mit Interpreten wie den Sleaford Mods, den Idles oder Fontaines D.C. die ihre Wut ebenfalls gekonnt in musikalische Stücke gießen im selben Boot. Highlights des Albums wie „Snow Day“ und „Human, for a minute“ wechseln sich mit Power-UP Punk Juwelen wie „Great Dog“ ab. Referenzen an die große britische Punk Zeit sind den Bandmitgliedern von ’shame‘ nicht fremd und doch schreiben sie ihre eigene Geschichte in ‚drunk tank pink‘ gekonnt weiter. drunk tank pink ist übrigens die Farbe, jener ganz bestimmte Pinkton, der ab den 60er Jahren in den USA in Strafanstalten und Einrichtungen wegen seiner beruhigenden, gewaltreduzierenden Wirkung eingesetzt wurde. Gewaltig kommen auch die elf Nummern des Albums daher, sind sie doch wahre Rohdiamanten, einzig und allein in ihrer brachialen Zerbrechlichkeit von der Gitarre Sean Coyle Smith’s und Charlie Steens Stimme geschliffen, ohne je das feste Fundament des Post-Punk zu verlassen. Das Album, welches von James Ford (Depeche Mode, Florence and the Machine) produziert wurde, ist am 15. 01. 2021 auf dem Label deadoceans veröffentlicht worden. https://deadoceans.com/