Yorgos Lanthimos Filme wirken in der Nachbetrachtung

Yorgos Lanthimos

Nach einem Film des griechischen Regisseurs braucht man auch meistens eine Pause, wie man sie meist bei einem ausgelesenen Buch einlegt, bevor man mit dem nächsten beginnt. Denn Lanthimos hebt das eigene Niveau der persönlichen Bewegtbildbetrachtung. Seine Filme sind oft mit einem doppelbödigen schwarzen Humor ausgestattet, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt oder man einfach wirklich lachen muß, da die Situationen in seinen Filmen so surreal daherkommen und das am laufenden Band. Die hölzernen Dialoge im Stil einer griechischen Tragödie aufgesagt und die statisch wirkenden Darstellerdarbietungen unterstreichen die Wucht der Ohnmacht mit denen Lanthimos seine Figuren in seinen Geschichten aufeinander prallen läßt. In seinen Filmen erwartet man praktisch immer eine weitere Deutungsebene, die man entdecken kann. Wenn man Filme von Yorgos Lanthimos sieht, dann möchte man danach kaum noch Filme, die nach klassischem Muster gedreht werden, anschauen. Denn bietet ein Film / eine Serie jene nicht ist man schnell von einem gewöhnlichen Plot gelangweilt. Oft mit Vorbildern aus der griechischen Mythologie behaftet, hinterlassen Filme wie “The Lobster” oder “The Killing of a sacred deer” den Zuschauer anfangs über das tragenden Motiv des Films im Dunkeln. Im Nachhinein betrachtet macht man jene Erfahrung, dass sich die Welt nicht so einfach in schwarz und weiß einteilen läßt, sondern es die Graubereiche sind, die Lanthimos in seinen Filmen Schicht für Schicht zum Vorschein bringt.

Während “The Lobster” als eine bitterböse Satire einer durch und durch verpartnerten Welt in der Zukunft angesehen werden kann, wo Singles innerhalb von 40 Tagen einen neuen Partner/eine neue Partnerin finden müssen, da sie ansonsten in ein Tier ihrer Wahl verwandelt werden, dreht sich in Lanthimos fünftem Spielfilm “The killing of a sacred deer” alles um die Frage von Schuld, mit der die Hautpfiguren des Films lernen müssen umzugehen, denn die Tragödie ist unumgänglich mit der Konsequenz des Handelns verbunden. Colin Farrell spielt einen Herzchirurgen, der aufgrund eines Behandlungsfehlers immer weiter mit seinem eigenen Unvermögen, die Menschen die er liebt zu schützen konfrontiert wird.

Szene in “The Killing of a sacred Deer”

Lanthimos, der in Athen geboren wurde lernte an der Stavrakos Film School das Regiehandwerk. In den 1990ern war er Regisseur bei verschiedenen Videos für griechische Tanztheater sowie für Werbefilme, Musikvideos und experimentelle Theaterstücke. Seine ersten drei Spielfilme “Kinetta”, “Dogtooth” und Alpis” wurden von der Kritik positiv aufgenommen, mit seinem ersten englischsprachigen Film “The Lobster” gelang ihm auch der internationale Durchbruch. “The killing of a sacred deer” und “The Favourite”, der die Zustände auf dem englischen Hof zur Zeit Königin Anne’s im 18. Jahrhundert porträtiert, untermalen das filmische Talent eines Regisseurs, der auch gern einmal für bekannte Modehäuser hinter der Fotokamera steht und Serien für Gucci oder der griechischen Vogue abliefert. Homepage von Yorgos Lanthimos

Hachiku – I’ll probably be asleep

Dreampop, das Musikgenre wird oft mit oberflächlichem Songwriting in Verbindung gebracht. Dass Dreampop aber mehr ist als ein Genre, dessen scheinbare Oberflächlichkeit oft Programm ist, beweißt Hichaku aka Anika Ostendorf mit ihrem 2020er Debutalbum “I’ll probably be asleep” auf Milk! Records.

Das acht Nummern umfassende Album ergründet eine musikalische Suche nach Verbundenheit mit Menschen und Dingen während eine materielle Welt auf den Wunsch trifft, sich dieser durch einer fiktiven Suche nach Zugehörigkeit und Selbstbestimmung Stück für Stück zu entziehen. Davon erzählen Titel wie “You probably think this song is about you” oder “A portrait of the artist as a young woman”. Das Debütalbum erzählt eine Coming of Age Geschichte einer jungen KünstlerInnen dessen Leben irgendwo zwischen den Stühlen stattfand, war Ostendorf mit ihren jungen 25 Jahren schon überall und nirgendwo.

Die vielgereiste Protagonistin Ostendorf spannt dabei den verträumten Bogen ihrer Musik mithilfe von Gitarre und Drumcomputer und schmückt ihre Songs mit vielschichtigen Arrangements Marke Indiependent aus. Die Verbundenheit zur Musik begann für Ostendorf aber schon im zarten Alter von 7 Jahren. Gründete sie doch ihre erste Band “Tutti Frutti” und schrieb eigene Songtexte. Die Nummer “Shark Attack” auf dem aktuellen Album erzählt über die Lücke die der Tod ihres Hundes “Lexus” hinterließ als Anika Ostendorf 14 Jahre alt war.

As a 14-year-old teenager, Lexus was a placeholder for other personal relationships I was probably missing in my life – a best friend that provided me with companionship, unconditional love, comfort and an ally when you think the rest of the world is ganging up on you.

Anika Ostendorf ist in Michigan zur Welt gekommen, hat große Teile ihre Kindheit in der Nähe von Köln verbracht, pendelte zwischendurch zwischen Deutschland, England und Amerika und lebt nun in Australien wo sie durch ein Praktikum bei dem Label Milk! Records mit der dortigen Indiependent Musikszene in Berührung kam. Das Album “I’ll probably be asleep” wurde am 13. November 2020 veröffentlicht.

Midihub von Blokas Labs

Midi, der Standard zur Übertragung musikalischer Steuerinformationen zwischen elektronischen Instrumenten besteht mittlerweile seit dem Jahr 1982 und wurde von Dave Smith in Kooperation mit Ikutaro Kakehashi von der Roland Corporation entwickelt. Der Musikübertragungsstandard ist vor allem (elektronischen) MusikerInnen durch seinen charakteristischen fünfpoligen DIN-Buchsen-Stecker ein Begriff. Mididaten werden vor allem zur Synchronisation von verschiedenen Musikinstrumenten wie Drumcomputern und Synthesizern verwendet und sind aus einem zeitgemäßen Musiksetup nicht mehr wegzudenken. Dass man mit dem MIDI Standard aber auch mehr bewerkstelligen kann als bloße Synchronisation zeigen einen ja mitunter die in verschiedenen DAWs zu Verfügung stehenden Midi-Effekte, die in die jeweilige Effektkette einer Audio- bzw. Midispur eingebettet werden können.

Das Litauische StartUp Blokas Labs (Blokas.io) hat diese speziellen Funktionen nun in eine kompakte Midithru-Box gepackt und zur Serienreife gebracht. Für einen Ladenpreis von umgerechnet 164,- Euro ermöglicht das Midihub damit neben der Übertragung von Mididaten auch die Bearbeitung der Effektkette mithilfe sogenannter Pipes, die in einem Editor am Computer bearbeitet werden können.

Der Midihub Editor

“Eingehende oktavierte MIDI-Signale splitten, um zwei Synthesizer anzusteuern, aus einfachen Noten volle Akkorde zaubern, gewisse Daten filtern oder MIDI-Daten hinsichtlich Velocity, Channel und Notenwert remappen, das alles geht mit dem Blokas Midihub. Alle Einstellungen lassen sich im Gerät speichern, so dass man den Midihub neben dem Einsatz im Studio auch live einsetzen kann.”

www.amazona.de

Nach der Bearbeitung werden die Daten in der Box gespeichert. Damit kann das Gerät im “Standalone” auch ohne Anschluss am Computer in Betrieb genommen werden. Dies ermöglicht die Anwendung vor allem in sogenannten DAWless Setup’s, wo Instrumente ohne Computerunterstützung betrieben werden. Das Midihub mit seinen 4 Ein- und Ausgängen ermöglicht somit komplexere Ansteuerungen von midifähigen Geräten und hebt den schon etwas in die Jahre gekommenen Midi-Standard und den Austausch von Steuerungsdaten auf ein neues Niveau.

technische Daten:

ParameterValue
Input/Output Connectors8 x DIN-5 Female Sockets & USB-B Port
MIDI Loopback LatencyLess than 1.5ms
Activity LEDs4 x MIDI Input, 4 x MIDI Output & 1 x Status
Storage8 Presets
Other Input1 x The Button
ParameterValue
EnclosurePowder-Coated 1mm Steel
PowerBus-Powered – Computer or 5V USB Power Supply
Current Draw50mA @ 5.1VDC
CableUSB-B 1m Cable Included
Dimensions75mm x 108mm x 36mm
Weight285g