Katy J. Pearson – Return (Album Review)

Katy J. Pearson wird am 13.11.2020 ihr Debütalbum “Return” auf Heavenly Recordings veröffentlichen. Nach dem gescheiterten Versuch ihrer vorherigen Band Ardyn (ein Musikprojekt mit ihrem Bruder Rob) bei einem Major Label zu reüssieren und es deshalb nicht klappte, da der auferlegte Druck zu groß war, stellt sich Katy J. Pearson nun selbst in die erste Reihe und überzeugt mit einem Indierockalbum alter Schule.

Die Songs auf “Return” sind zwischen in ihrem Elternhaus
in Gloucestershire, ihrem Zimmer in Bristol und dem Community Kunstraum
“The Island” in den letzten 2 ½ Jahren entstanden. Da sie sich selbst keinen Druck auferlegte und relativ zwanglos an die Sache heranging überzeugen Katy J. Pearson’s Vorliebe für Americana, Lo-Fi Folk und Indierock mit Hang zur Melancholie im Gesamtpaket.

Der Song “Hey You” ist einem an Depressionen leidenden Freund gewidmet, der Rest des Albums ist ein an eingängigen Popmelodien nicht gerade armes Amalgam eines Südstaatensounds der zwar aus dem Südwesten Englands stammt aber auch in einem Südstaatenbeisl in den USA aufgelegt werden könnte. Katy J. Pearson bezeichnet sich in manchen Interviews selbst gern auch als “‘70s Texas mom”.

Das Album wurde von Ali Chant (PJ Harvey, M. Ward, Perfume Genius, Gruff Rhys) produziert, die Erstauflage ist als rotes Colorvinyl bei Heavenly Recordings im Shop erhältlich. (Zusätzlich zum Album gibt es eine Download EP von Field Recordings die im Laufe des Jahres 2020 mithilfe eines in die Jahre gekommenen Nagra Tape-Recorders aufgenommen wurden.)

Public Memory – Ripped Apparition

Robert W. Toher, der schon in den 90′ern musikalische Erfahrungen in der Punkszene gesammelt hat und dann über verschiedene musikalische Projekte (Apse, ERAAS) 2016 sein erstes Soloalbum “Wuthering Drum” auf felte records veröffentlichte stammt ursprünglich aus Brooklyn, New York. Sein nun drittes Studioalbum, welches am 20. November 2020 ebenfalls unter dem moniker “Public Memory”auf felte records veröffentlicht wird trägt den Titel “Ripped Apparition“, was auf deutsch soviel wie zerissene Erscheinung bedeutet und ganz gut zum Sound des Solokünstlers passt.

The dreamy electronic project of Robert Toher, Public Memory’s dense collages of dub, Krautrock and trip-hop explore loss, dreams and shared nostalgia. (allmusic.com)

Reduzierte elektronische Beats, ein, zwei Synthesizer, Field Recordings und Tohers’ eingängiger Gesang stülpen sich mitunter auf ein Garage-Drumgerüst wie bei dem Song “Epigone”. Toher’s reduzierte Arbeitsweise nimmt anleihen an Krautrock und mischt gekonnt Triphop Elemente mit dubigen Basslines (Track: Bad Orbit). In “Midsummer Shadow” wird einmal mehr sein lyrisches Talent erkennbar. Formal schließt Toher zwar an die beiden Vorgängeralben an, erfrischt
aber wieder mit seinem Feingefühl für eindringliches Songwriting. Ein Album dessen mystische Stimmung, ein reduzierter Soundkosmos und die
bittersüße New Wave Ästhtetik nicht nur gut in das Corona Jahr
2020 passen.