Ad Vitam – französische Science Fiction Serie nun bei Netflix

Science Fiction und Krimi sind zwei Genres, die sich nicht immer leicht miteinander verbinden lassen. Umso eindrücklicher ist die bereits 2018 auf Arte ausgestrahlte und nun auf Netflix abrufbare Serie eines 119 Jahre alten Kommissars der in einem ominösen Fall von kollektivem jugendlichen Suizid ermittelt.

Erwachsen gilt man in der nahen Zukunft, in der ‘Ad Vitam’ spielt, erst mit dem Erreichen des dreißigsten Lebensjahres. Davor feiert man seine Jugend in eigens etablierten Zentren und bereitet sich auf die Prüfung vor. Bei jener wird festgestellt ob man den genetischen Unterbau dafür besitzt sich in eigens geschaffenen biochemischen Regenerationsbädern zu verjüngen und defacto unsterblich zu machen. Unsterblich sind die Protagonisten nicht, der Tod wird aber großteils aus dem Leben der Menschen verbannt. Es gibt eigene Beamte um bei Verlust eines Angehörigen beiseite zu stehen, denn mit dem Tod umgehen kann niemand mehr. Friedhöfe werden aufgelassen, die Abstimmung über eine rigorose Geburtenkontrolle steht kurz bevor.

In diesem Kosmos bewegen sich der 119 jährige Kommissar Darius und die um fast 100 Jahre jüngere Christa (Garance Marillier) die bei der Aufklärung des kollektiven Suizids mithelfen soll, war sie doch vor zehn Jahren selbst Mitglied einer Gruppe von Jugendlichen die ebensfalls Suizid begingen. Die Jugendlichen wiesen alle die selbe Tätowierung auf und waren Mitglieder einer Gruppierung namens ‘Saul’, einer Sekte die sich dem natürlichen Sterben als Gnadenakt und sehr erlebnisorientiert hingibt.

Unsterblichkeit hat eben auch seinen Preis. Darius (gekonnt gespielt von Yvan Attal) ist ein müder Kommissar, der in seinem Leben schon viel erlebt hat, wahrscheinlich zu viel um all das Geschehene wirklich auch hinlänglich zu verarbeiten. Christa hingegen ist eine aufmüpfige Jugendliche, deren Eltern nicht fähig sind sich um sie zu kümmern und so schlittern beide Protagonisten in diesem in düsteren Farben gehaltenen Science Fiction Krimi immer tiefer in eine Gesellschaft hinein, die zutiefst gespalten ist und wo die Unsterblichkeit nicht die Sinnfrage des Lebens ersetzt. Der Generationenkampf spielt sich zwischen jenen ab, die keine Zukunft sehen und jenen, die schon zu lange in ihr verharren ohne dem Geheimnis des Lebens näher gekommen zu sein.

Die Serie „Ad Vitam“ des französischen Regisseurs und Drehbuchautors Thomas Cailley wurde in Lille beim Festival Séries Mania 2018 als Beste französische Serie ausgezeichnet. Der dystopische Soundtrack von Philippe Deshaies, Lionel Flairs und Benoit Rault verstärkt die dunkel gehaltenen Bilder der Miniserie, die aus sechs Folgen besteht und seit kurzem bei Netflix abrufbar ist.

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