Jessica Hausner – Little Joe

Die österreichische Regisseurin Jessica Hausner erzählt Geschichten, die wie Märchen funktionieren, es sind sehr klar gebaute Konstrukte, die sich oft auf alte Mythen beziehen. So erzählt die Regisseurin (Lourdes, Amour Fou) in ihrem neuesten FIlm eine Geschichte über das Mutter sein, dem Glück das man sein Leben lang verfolgt aber dessen man nicht greifbar wird und verwebt das mit einer Art Frankenstein Geschichte um eine gentechnisch veränderte Pflanze namens ‘Little Joe’. ‘Little Joe’ ist ein Genexperiment aus dem Hause ‘Planthouse Biotechnologies’ wo Alice Woodard, Mutter eines 13 jährigen Sohnes an der Markteinführung der Pflanze arbeitet. Eines Tages bringt sie (verbotenerweise) ein Exemplar als Geschenk für ihren Sohn mit zu sich nach Hause und das Drama nimmt seinen Lauf. Die erste stimmungsaufhellende, antidepressive Glückspflanze hat ihre unangenehmen Nebenwirkungen auf ihre Besitzer, denn die Menschen die dem ausgeschütteten Oxytocin ausgesetzt sind durchlaufen eigenartige Wesensänderungen, die vor allem dem persönlichen Umfeld der Personen auffällt und ihnen Angst macht. Das Geschäft mit dem Glück scheint also nach hinten loszugehen und David Ehrlich von Indie Wire schreibt: “Der Film brauche nur ein paar Minuten, damit sich der Zuschauer vor einer einfachen Pflanze fürchtet, und so habe er für Gewächshäuser das geleistet, was Psycho für Duschen getan hat.” (Wikipedia)

In Zeiten von Gentherapie, der umstrittenen Genschere ‘Crispr’ oder der Erwägung des Einsatzes von Geo Engineering um dem Klimawandel einhalt zu gebieten verwebt Jessica Hausner die Geschichte zu einem Psychothriller in minimalem Setting mit aktuellem Realitätsbezug und filmt diesen in ihrem eigenen zurückgenommenen Stil mit sanft ironischem Tonfall. Die kühlen Farben des Films, das leicht befremdlich Spiel der Darsteller und die minimalistische Musik von Teiji Ito tragen das Ihre zur gestalterischen Tiefe des Science Fiction Horror Films bei, dessen Drehbuch und manche schauspielerische Leistung aber von manchen Kritikern als nicht auf der Höhe der Zeit beschrieben werden.

‘Little Joe’ war in der Auswahl beim Filmfestival in Cannes diesen Jahres zu sehen. Die Schauspielerin Emily Beecham gewann dabei die Auszeichnung als Beste Darstellerin. Der Film läuft bei uns ab 1. November 2019 regulär in den österreichischen Kinos an und war davor auch bei der diesjährigen Viennale zu sehen.

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