Aphex Twin – T69 collapse Review

Richard David James aka Aphex Twin ist ein Phänomen. Es gibt kaum einen elektronischen Musiker, über den so viele Gerüchte im Umlauf sind wie über ihn. Irgendwie schafft er es eben nicht wirklich irgendwo medial präsent zu sein, er meidet Interviews und doch… wenn von ihm etwas kommt, dann spricht wieder die ganze Musikwelt von ihm. Von dem Genie, dem 2-fachen Familienvater der in 2. Ehe mit einer Russin verheiratet ist, dem großen Vertreter der Intelligent Dance Music, wie man in Amerika gerne etwas sperrigere elektronische Tanzmusik nennt. Jetzt ist wieder von ihm zu lesen oder besser gesagt zu hören denn er hat eine neue Single mit dem Namen T69 collapse veröffentlicht und gleichsam eine im Herbst erscheinende neue EP angekündigt.

T 69 collapse ist vielleicht nicht Richard D. James überzeugendstes Werk, denn eine neue Offenbarung ist die Single nicht. Zu vorhersehbar ist die Struktur des Tracks, kurzer euphorischer Aufbau der Melodien, dann Break hin zu mehr düsteren Klangsphären um dann am Ende die Nummer zusammenzuführen und die Versöhnung der beiden Klangteppiche zu propagieren. Dennoch ist Aphex Twin Musik immer wieder erwähnenswert, denn 1. machen nicht viele Leute mit dem Bekanntheitsgrad solche Musik und 2. bleibt er sich dabei ja auch treu – ein frischerer experimentiellerer Zugang hätte dem Track aber gut getan. Man kann noch gespannt auf die Veröffentlichung der EP warten, die am 14. September auf Warp Records erscheinen wird. Aber meine Erwartungshaltung zur neuen EP ist eher gedämpft.

Sicher erwähnenswert ist das von Kollegen Weirdcore abgieferte, sehenswerte Video zum Track. Dennoch für Freunde von Labels wie Warp und Rephlex war Aphex Twin immer der Motor, der andere Veröffentlichungen der Labels gepusht hat, jetzt ist er mehr jemand der mit seinem eigenen Sound im Soundkosmos der Labels mitfährt, das Steuer hat er anderen Künstlern überlassen. Sein Gesamtwerk darf man aber nicht gering schätzen. Er hat soviele junge Leute beeinflußt, zum Musikmachen inspiriert und war lange Zeit eben der um den man nicht herumkam, wenn es um innovative elektronische Musik ging. Lesenwert ist sicher eines der raren und wirklichen ausführlichen Interviews aus dem Jahre 2014, welches er Dave Noyze für Syrobonkers gegeben hat. Er spricht darin über seine Art Musik zu machen, Synthesizer und Sequenzer die er verwendet, das musikalische Talent seines damals 5 jährigen Sohnes und zeigt dabei auch Seiten seinerseits von eher privater Natur. Das Interview ist ein Monat nach erscheinen wieder vom Netz genommen worden und der Text ist nur mehr via der Waybackmachine von Archive.org erreichbar.

 

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