Schlagwort: steirischer herbst

Laibach, Poster für Laibach’s Sound of Music, 2018. Design: Metastazis

Wie jedes Jahr suche ich, wenn es um Veranstaltungen des steirischen herbstes geht, zuerst einmal die musikprotokoll Webseite auf. Denn das von Emil Breisach gegründete Musikformat des steirischen herbstes bietet die Möglichkeit zeitgenössische Musik & Performance zu erleben. So bin ich schon einige Male von dem heterogenen Programm überrascht worden. Dieses Jahr versucht sich der steirische herbst am Thema „Volksfronten“ abzuarbeiten. Das Festival beginnt am 20. September und niemand geringerer als die Performance Band Laibach wird auf den Schloßbergkasematten das Musical „The sound of music“ neu interpretieren. Dabei werden jene Fronten bearbeitet die einerseits den oberflächlichen Wunsch befriedigen, sich dem Faschismus entgegenzustellen, gleichzeitig aber auch der tiefer liegende befriedigt, mit dessen zentralen Werten zu verschmelzen. Laibach spielen Lieder aus diesem ikonischen Film und zeichnen auf unnachahmliche Art diese perversen Widersprüche nach. Karten für das Konzert von Laibach gibt es nicht, man muss schon einen Festivalpass besitzen um das Konzert besuchen zu können. Aber der Preis für den Festivalpass, den es in 2 verschiedenen Varianten gibt, ist erschwinglich. So kostet der Pass für den Zeitraum 20.9.–14.10. (also dem gesamten Zeitraum des Festivals) 29,- bzw. 23,- Euro.

Im musikprotokoll 2018 selbst ist die Spannweite der Beiträge weitreichend: Sie umfasst Werke wie The Magma, eine 360-Grad-Videoinstallation; SOL, eine die Wahrnehmung herausfordernde Klang- und Lichtarbeit in der Dunkelheit; und Stellations, einen 3D-Lautsprecher, der mit einer Kontrabassistin zusammentrifft. Darüber hinaus sind vertreten RSO Wien & Klangforum Wien, die ein concert grandiose spielen; das Duo Fred Frith & Bérangère Maximin; sowie der Musiker Gosheven, der die Tradition der Extended Guitar weiterentwickelt. Tomoko Sauvage präsentiert japanischen Klangminimalismus; Konus Quartett & Martin Brandlmayr hingegen schweizerische Saxophonquartettklänge; und Kathy Hinde & Daniel Skoglund experimentieren mit tierähnlichen Robotern. Des Weiteren begeben sich 200 steirische Schüler*innen auf die Suche nach aktuellen Klangbildern; das Talea Ensemble spielt eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas; das ensemble zeitfluss erforscht mittels Automatenklavier Freiräume zwischen Algorithmus und Intuition. Nicht zuletzt sind zu Gast das Ensemble airborne extended und das Grazer recreation Orchester, das mit Christian von Borries mittels Künstlicher Intelligenz österreichisches Musikkulturgut neu erfindet. Eine Nacht mit dem Trio The Dwarfs of East Agouza und ZULI aus Kairo, ein Konzert mit der Sound- und Medienkünstlerin Jacqueline musikprotokoll 159 George, sowie Diskussionen und Workshops sind außerdem Teil des Programms.

Für das musikprotokoll gibt es einen eigenen Festivalpass für den Zeitraum 4.10. – 7.10. 2018 der für 55,- bzw. 45,- Euro bei oeticket erhältlich ist. Wie auch die Jahre zuvor ist es für KulturpassbesitzerInnen möglich, einzelne Veranstaltungen unentgeltlich zu besuchen. Das musikprotokoll wird jährlich vom Österreichischen Rundfunk veranstaltet. Es ist eine Koproduktion seiner beiden Programme Radio Österreich 1 und Radio Steiermark, in denen die aufgeführten Werke gesendet werden, in Kooperation mit dem Festival steirischer herbst.

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