Schlagwort: Mastodon

Also mit meinem Facebook Account bin ich schon lang nicht mehr zufrieden, denn mehr als dass ich die Veranstaltungen von Freunden zu Gesicht bekomme passiert faktisch nicht. Facebook ist für mich, eben weil viele Leute gar nichts Persönliches mehr aus ihrem Leben posten eigentlich ein toter Kanal und wenn man die ganzen Veranstaltungsinteressensbekundigungen nicht mehr zu Gesicht bekäme würden die Leute auch bald schnallen, dass da eigentlich nicht mehr viel geht bei Facebook. Natürlich gibt es Ausnahmen und manchmal bringt mich ein Foto oder Link auch zum Schmunzeln, doch wirklich mehr am Leben der anderen teilhaben gelingt irgendwie nicht. Und Twitter?  Twitter verwende ich hauptsächlich um Netzfunde eine Zeit lang via Twitter zu verfolgen, was bei bevorstehenden Veranstaltungen wie dem anstehenden musikprotokoll des steirischen herbstes auch nützlich ist. Es ist quasi mein Newsfeed Aggregator und ich pflege den Kontakt zu 2, 3 lieben Menschen, die ich sonst nicht zu Gesicht bekomme. Unlängst gab es einen guten Beitrag auf Uarrr zum Thema Twitter und Nazi Acounts und warum wir uns nach neuen Alternativen am Social Media Himmel umsehen sollten. Auch wenn manche von ihnen noch an Kinderkrankheiten laborieren lohnt sich schon ein erster, vielleicht auch zweiter Blick auf Social Media Dienste, die durch dezentrale Serverstrukturen und einer einem Email-Dienst vergleichbaren Technik auskommen. Tracking und Werbung waren gestern. Allerdings sei zu erwähnen, dass die neuen Dienste eine gewisse Computerliebe voraussetzen, also dieser nerdige verspielte Zugang zur Technik muss vorhanden sein, sonst verliert man schnell den Spaß bei der Sache. Ist dieser aber vorhanden, so sollten wir nicht davor zurückschrecken auch diese alternativen Informationskanäle zu nutzen und mit prähistorischem Leben zu füllen. Ich sehe es vielleicht auch ein wenig als Pflicht unsererseits, die ersten Schritte zu wagen, denn wer wenn nicht wir, haben die Freiheit im Netz in unserer Hand. Es ist nämlich nicht immer der Facebook-Algorithmus wo man unbedingt mit muss.

einer näheren Betrachtung meinerseits haben sich unterzogen:

Vero- True Social: Das andere, wahre Soziale Netzwerk, wie es gerne angepriesen wird. Ein Netzwerk, dass die eigenen Aktivitäten nicht verfolgt um einem maßgeschneiderte Werbung unterzujubeln. Derzeit befindet sich Vero noch in einer Art Beta-Stadium und man kann sich noch ohne etwas zu bezahlen anmelden aber auf kurz oder lang ist ein Dienst auf Abo-Basis geplant, wie man es von Netflix oder Spotify her kennt. Vorteil: Es gibt einen Unterschied zwischen jemanden „folgen“ und mit ihm/ihr befreundet sein, was positiv ist, wenn man nicht mit jeder befreundeten Person alles teilen will. Ein weiterer Vorteil gegenüber nerdigeren Portalen ist die vertraute Oberfläche und Struktur von Vero, die einen am ehesten an Facebook erinnert. Schauspielstars wie Susan Sarandon sind schon im Vero-Kosmos angekommen. Nachteil: Es handelt sich hierbei um kein dezentrales Servernetzwerk, wie bei den weiter unten erwähnten Diensten der Fall ist und es könnte sein, dass es bald kostenpflichtig wird.

 

Riot – bei Riot handelt es sich um ein dezentrales Kooperations & Messenger Netzwerk mit vielen Extras wie  sicherem verschlüsseltem Datenaustausch, der Möglichkeit Video oder Sprachanrufe zu tätigen und ist bereits auf deutsch übersetzt. Man kann seine eigene Gruppe erstellen oder gleich einen Raum betreten, in dem schon fleißig diskutiert wird und sich der Kommunikation anschließen. Vorteil: Kooperationen und das Arbeiten an gemeinsamen Projekten wird vereinfacht und lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut bewerkstelligen. Viele andere Dienste lassen sich in Riot integrieren. Nachteil: Profildaten oder eine eigene Seite, auf der man sich präsentieren kann gibt es nicht, Riot ist wie besprochen etwas unübersichtlich gestaltet und man braucht Zeit zur Einarbeitung, dann aber erweist es sich als mächtiges Tool.

Mastodon – Mastodon ist ein Twitter ähnlicher Microblogging-Dienst mit einer recht großen Community, man sagt Toot statt Tweet, und mittels einer Twitter-Bridge lässt es sich auch nach Freunden auf dem Netzwerk suchen. Vorteil: Es handelt sich auch wie im Falle von Riot um eine dezentrale Serverstruktur, unterschiedliche Instanzen (Server) können miteinander kommunizieren, da es mehr der Technik von Email entspricht. Ich habe bislang auch noch nicht viel Zeit auf/mit Mastodon verbracht, dennoch scheintes nette Leute darauf zu geben. Nachteil: Auch via Twitter-Bridge lassen sich nicht viele Kontakte auf Mastodon wiederfinden, die Timeline ist etwas unübersichtlich gestaltet, dies kann aber durch Tools wie Halcyon verbessert werden. Des weiteren muß man sich noch für einen Server entscheiden. Der Umzug von einem auf den anderen gestaltet sich vielleicht als schwierig, habe es aber noch nicht ausprobiert.

Zu guter letzt: Das gute, in die Jahre gekommene, Forum. Vorteil: Der Vorteil liegt klar auf der Hand, bevor es das Web 2.0 gegeben hat, wurde schon auf diese Art und Weise ziemlich anonym kommuniziert und da einem die Struktur eher geläufig ist findet man sich auf Foren schnell zurecht. Nachteil: Man befindet sich wegen einem konkreten Thema (Musikproduktion, gesunde Ernährung etc.) auf der Plattform. Unterschiedliche Themen benötigen unterschiedliche Accounts, da kann es schon schnell mal unübersichtlich werden. Leider sind einige Foren über die Zeit zu regelrechten Wüsten des Internets verkommen, dennoch sollte man diese gallischen Dörfer des kommunikativen Widerstands nicht gering schätzen, denn Hilfestellungen zu bestimmten Themen werden nirgends besser kommuniziert als hier.

persönliche Meinung The good Stuff