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Eigentlich war ich heute ein wenig schockiert, nachdem ich in der Zeitung gelesen habe, dass der langjährige Parkhouse Chef im Alter von nur 51 Jahren an einer Lungenembolie verstorben ist. Zuletzt war er nur noch Miteigentümer, hatte sich aus dem aktiven Geschäft des Grazer Stadtparkcafés, welches er von 1999 – 2011 leitete, zurückgezogen. Harald war ein unkomplizierter Chef und ich hatte das Vergnügen ihn in den ersten Jahren seiner Leitung besser kennenzulernen. Ich kann mich noch erinnern wie er einmal in einem anderen Café aufgetaucht ist um mir beim Auflegen (meiner damaligen Arbeit) zuzuhören. Anscheinend war er davon so begeistert, dass ich alsbald wöchentlich in seinem Café, dem Parkhouse auflegen konnte. Er war sehr damit beschäftigt die Grazer Musikszene in sein Lokal zu holen und so wurde das Parkhouse unter seiner Führung bald ein kleiner, feiner Hotspot der Grazer elektronischen Musikszene. Musiker wie die im letzten Beitrag erwähnten Mr. Dero und Klumzy Tung hatten genauso ihre Auftritte wie DJ MARS oder eben meine Wenigkeit. Das Parkhouse war vor allem in den ersten Jahren seiner Leitung darum bemüht das Grazer Spektrum an elektronischer Musik abzubilden, und man merkte ihm seine Leidenschaft für diese Musik auch an. Viele Kooperationen entstanden damals und ich erinnere mich gerne an einige Abende im Parkhouse zurück, als ich mit DJ Nomix und DJ Marko gemeinsam die Plattenteller bespielte und die Stimmung im Lokal nicht besser sein konnte. Nun ist Harald Lammer eben nach kurzer Krankheit verstorben.

Anekdote Nachruf

Roadrunner heißt die zweite Singleauskoppelung des Grazer HipHop Aushängeschildes Mr. Dero. Die driftigen Vocals steuerte wie gewohnt der Londoner MC und Singer Songwriter Klumzy Tung bei. Und dieses Gespann scheint ein erfolgreiches zu sein. Mehr als 1 Million Plays auf Spotify, mehrere Top-Ten Platzierungen bei iTunes und das bereits 10 jährige Bestehen als Band sprechen eindeutig für das Künstlergespann. Für sich spricht auch die Tatsache, dass das Duo schon mit namhaften Größen der Hiphop Szene zusammengearbeitet hat. Darunter finden sich Musiker wie Afrika Baby Bam von den Jungle Brothers, Dub Legende Mad Professor oder DJ Vadim, der allen NinjaTune Kennern ein Begriff sein dürfte. Die neue Single Roadrunner ist ein gekonnter Griff in die Dancehall-Reggae Kiste und läßt die Vocals von Klumzy Tung gut zur Geltung kommen kann aber auch textlich überzeugen. Hinfallen erlaubt, wieder Aufstehen eine Tugend. Live überzeugen die beiden mit einer oppulenten Bühnenshow die teils auch von einer Liveband begleitet wird.

Roadrunner – neue Single von Mr. Dero und Klumzy Tung

Das neue Album „For the record“ wird auf dem hauseigenen Tiefparterre Label noch im Herbst diesen Jahres erscheinen, die Vorabsingle „Roadrunner“ nimmt einen aber bereits jetzt mit auf eine Reise, die mit den Worten der beiden nicht dadurch definiert wird „…welche Richtung du im Leben einschlägst sondern wie du dort hingelangst.“ Das malerische Video in dem Klumzy Tung beim Laufen und Überqueren von Hindernissen zu sehen ist, wurde in Österreich und Kroatien gedreht. Für die Regie haben sie Jann Doll & Moritz Wehr von horizonfilms.at engagiert.

Musik

Das Schaumbad, eine Ansammlung verschiedener Atelierräumlichkeiten für KünstlerInnen in Graz öffnet aufgrund seines 10jährigen Bestehens seine Pforten und aus diesem Grund sei diesmal einfach mal der Infotext von der Webseite schaumbad.mur.at übernommen:

RENDEZVOUS IM BAD

10 Jahre Schaumbad!

Samstag 1.9. um 19:00 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung mit Landesrat Mag. Christopher Drexler

Moderation: Karl Grünling

Von 19.00 – 05.00 Uhr findet zum Jubiläum 10 Stunden am Stück ein fulminantes Programm mit Performances, Acts und Aktionen statt.

Mit: Jojo Emeka / Gäste, DJ Don Finito,  Alexandra Gschiel / Eva Ursprung, Karl Grünling, Richie Herbst, Orhan Kipcak, Stefan Lozar, Keyvan Paydar / Takuto Fukuda, Perspektive, Igor F. Petković / Max Gansberger, Robert Riedl, Stroblak / Michael Jordan / Gäste, The Striggles, Markus Wilfling / Bernd Rehn, zweite liga für kunst und kultur, uvm.

Wir treffen uns zu selten. Immer wieder schicken wir uns Mails und verfolgen uns auf Twitter, Facebook und Co. Aber wann haben wir uns das letzte Mal gesehen? Schluss damit: Wir treffen uns im Bad!

Den 10. Geburtstag des Schaumbads nehmen wir als Anlass für ein
neues Format: Rendezvous im Bad. Künstler*innen werden aus der
„Außenwelt“ ins freie Atelierhaus eingeladen, um hier ganz real mit
Kolleg*innen Hand anzulegen, Gedanken auszutauschen, zu gestalten, zu kochen und gemeinsam an einer besseren, solidarischeren Welt zu arbeiten. Spartenübergreifend, über verschiedene Kulturen und Zugänge hinweg. Solche, die sich schon gut kennen, die sich einmal flüchtig kennen gelernt haben, oder deren Arbeit bewundernd aus der Ferne verfolgt wird. Konkurrenz war gestern, wir gehen es gemeinsam an! Innerhalb dieses im Team kuratierten Micro-Festivals öffnet das Schaumbad die Türen weit, über zehn Tage bilden sich hier kreative Arbeitssituationen. Die Resultate dessen werden am Ende in einer Ausstellung gezeigt.

Künstler*innen in der Ausstellung: Elisabeth Gschiel (AT) & Kate Howlett-Jones (UK/AT), Franz Konrad (AT) & Shir Leib (IL), Stefan Lozar (AT) & David Leitner (AT), Niki Passath (AT) & Francis Willm (FR), Keyvan Paydar (IR/AT) & Takuto Fukuda (JP/CA), Igor F. Petković (AT) & Max Gansberger (AT), Marina Stiegler (AT) & Verónica Córdoba (AR), Stroblak (AT) & Michael Jordan (DE), Markus Wilfling (AT) & Bernd Rehn (AT/MX)

Kuratiert von Iris Kasper und Stefan Lozar

Ausstellungsöffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 14:00 bis 19:00 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellung und Veranstaltungsreihe im Rahmen des Architektursommer Graz.

Programm:

Mittwoch 15.08. von 10:30 bis 18:30 Uhr: Workshop „FEM.CLAY / ARCHAIC MEETS CONTEMPORARY“
Empowernder Modellier-Workshop mit Verónica Córdoba (AR) und Marina Stiegler (AT)
Inspiriert von der Formen- und Symbolsprache weiblicher Figurinen
lateinamerikanischer und präkolumbianischer Kulturen werden wir persönliche kleine Figurinen aus Ton modellieren. Die Werke werden nach einer Trocknungsphase gebrannt und können dann mitgenommen werden.
€ 70.- Kurskosten zuzüglich € 10.- pro Person für Material/Brennkosten
Anmeldung bis zum 12.08.
Marina Stiegler: marinaonearth@gmx.at/ Tel: 0650-2001783

Donnerstag 23.08.2018 von 10:00 bis 15:00 Uhr: Workshop „THERAPIE SCHWEISSEN“
Workshop mit Franz Konrad und Stefan Lozar
Der etwas andere Schweisskurs für Anfänger*innen und interessierte Menschen, die neben praktischen Übungsbeispielen und ein wenig Theorie auch mit etwas Selbstgemachtem, wie einem Möbelstück, nachhause gehen.
€ 50.- Kurskosten. Bitte am besten in einem Overall und mit geschlossenem Schuhwerk kommen, dicke Handschuhe und Schutzbrille wären von Vorteil.
Anmeldung bis zum 16.08.
Stefan Lozar: 7lozi1@gmx.at / Tel: 0699/18172605

Dienstag 21.08.2018 um 19:00 Uhr: Eröffnung der Worklabs
Offene Diskussionsplattform
Painting the Sound – Live Performance von Georg Dinstl und Band „Love Icons“
Dj Liquid Sky and friends

Sonntag 30.09.2018 um 11:00 Uhr: ART BRUNCH IM BAD
Künstler*innengespräche und Führung durch die Ausstellung
13:00 Uhr: WÄLDER oder lieder vom sozialen abstieg
eine Performance von zweite liga für kunst und kultur

Samstag 06.10.2018 von 17:00 bis 1:00 Uhr: FINISSAGE UND ORF – LANGE NACHT DER MUSEEN
18:00 und 20:00 Uhr: Ausstellungsrundgang
17:00 bis 1:00 Uhr: Risograd – Offene Druckwerkstatt
21:00 bis 1:00 Uhr: konzeRRRt und Dj-Line / hosted by Grrrls 

Mit Unterstützung von Bundeskanzleramt Kunst, Stadt Graz Kultur, Land Steiermark Kultur, Bezirksrat Gries.

Beteiligte KünstlerInnen: Alexandra Gschiel, Edda Strobl, Elisabeth Gschiel, Eva Ursprung, Franz Konrad, Igor F. Petković, Iris Kasper, Karl Grünling, Keyvan Paydar, Marina Stiegler, Markus Wilfling, Niki Passath, Orhan Kipcak, risograd, Robert Riedl, Stefan Lozar, zweite liga für kunst und kultur

Ausstellung Kunst Medienkunst

Eigentlich war Johannes Grenzfurthner mit einem anderen Filmprojekt beschäftigt, da es aber keine Förderung vom ORF bekam und er nicht unnütz seine Zeit verstreichen lassen wollte, machte er sich an, einen Diskursfilm zu machen, der halb Spielfilm, halb Dokumentation ist. Vorgestellt wurde der Film bereits im März diesen Jahres bei der Diagonale in Graz.

Glossary of Broken Dreams, behandelt unterschiedliche Begriffe des heutigen politischen Diskurses, wie Privatsphäre, Freiheit, Identität, Demokratie oder den Markt an sich mit unterschiedlichen gestalterischen Mitteln wie Puppentheater, Animé oder anderen gestalterischen Mitteln.

Lumpennerd Johannes Grenzfurthner gives an ideotaining cinematic revue about important political concepts. Everyone is talking about freedom! Privacy! Identity! Resistance! The Market! The Left! But, yikes, Johannes can’t tolerate ignorant and topically abusive comments on the „Internet“ anymore! Supported by writer Ishan Raval, in this film, Johannes explains, re-evaluates, and sometimes sacrifices political golden calves of discourse.

Der Film der einige Festivalpreise gewann, wurde von Günther Friesinger co-produziert. Hier der Trailer des Films:

Johannes Grenzfurthner ist Gründer des KünstlerInnenkollektivs Monochrom, welches heuer auch sein 25 jähriges Bestehen feierte. Das Kollektiv macht immer wieder durch Aktionen, Theaterperformances und kuratierten Ausstellungen auf sich aufmerksam. Eine jährlich herausgebrachte Textsammlung spiegelt den Aktionsradius der Gruppe, die in Wien, Graz und Bamberg zuhause ist wider. “ v.a. das sammeln, gruppieren, registrieren und befragen (befreien?) von alltagskulturellen Vernarbungen ist Monochrom Passion und quasi-ontologischer Auftrag.“

Film Medienkunst

Wilhelm show me the major label ist ein junges Grazer Gitarrenlabel, welches Ende 2007 gegründet wurde. Vor kurzem sind die ersten beiden Releases auf Compact Kassetten veröffentlicht worden. Christian Sundl, Mitbegründer von WSMTML, erschien beim interview zwar mit Mp3-Player – gedreht hat sich das Gespräch aber um das Musikmedium der 70er und 80er Jahre, Indie-Noise, die Bands des Labels und die kommenden Releases. (veröffentlicht am 8. Juli 2008)

CK: Wozu habt ihr eigentlich ein Label gegründet?

Christian: Das Label dient zur Unterstützung der zahlreichen Bands, die auch abgesehen von WSMTML nirgendwo vertreten sind. Ich habe zuvor schon die Pressearbeit für Lady Lynch gemacht. Ob ich für eine Band oder gleich für 7, 8 Bands die Pressearbeit mache ist relativ egal. Der Zeitaufwand ist annähernd der gleiche. Da war es dann kein großer Schritt zum Label. Es sind ja nur ein paar Stunden in der Woche und es macht mir auch Spaß.

CK: 9 bands sind doch für ein junges Label ganz schön viel?

Christian: Wir sind 5,6 Bands von maximal 7 Leuten oder so. Da jeder in jeder Band zusammenarbeitet. Das komische ist, dass die Projekte gar nicht so unterschiedlich sind, man hat den Bereich Indie und dann unterteilt man das in den Bereich Noise, Post-Punk, aber im Grunde ist alles Indie. Da ist man dann schon sehr speziell bei den einzelnen Bands. Da wird ein Genre aufgeteilt in noch mehr Subgenres. Im Grunde ist es so, dass jeder seine Hauptprojekte, die für jeden am wichtigsten sind, hat.

CK: Es gibt eine zweite Person die an dem Label beteiligt ist, oder?

Christian: Ja, die Idee des Labels ist von m Mario Rampitsch von feinkostroyal. Er trat mit dem Vorschlag an mich heran.

CK: Warum gerade ein Kassettenlabel?

Christian: Zuallererst einmal ist es ein Medium das abspielbar ist. Heute haben viele Menschen noch einen Kassettenplayer bei sich daheim herumstehen. Es gibt aber noch einen anderen Aspekt: Sie wird von anderen Labels kaum mehr verwendet. Wenn wir als Promo mit einer CD daherkommen und sagen, dass das die CD mit unseren bands ist, dann hat das nicht so den Effekt. Die Musik ist die gleiche aber eine Kassette hat heutzutage einfach einen anderen Stellenwert.

1. Mixtape von Wilhelm show me the major Label

CK: Die erste Auflage ist bereits vergriffen. Habt ihr damit gerechnet so schnell ausverkauft zu sein?

Christian: Im Grunde sind 50 Kassetten ja nicht soviel, die muss man schon durch Freunde loswerden (lacht). Die Kassette von „tv buddhas“ (2. Release) ist da auch so ein Prüfstein, wie andere Bands angenommen werden. Bei Lady Lynch haben wir von der ersten CD ungefähr hundert Stück verkauft. Aber wie viele Leute es sich wirklich angehört haben weiß ich nicht. Da liegt die Zahl meiner Meinung nach bei 20 Personen. Ich komme jetzt drauf wie praktisch Kassetten sind. Die sind einfach robust, da passiert einfach nichts. Die Hülle wird zwar relativ schnell hin, aber wenn eine CD herunterfällt und ein Kratzer drin ist dann ist es vielleicht schon vorbei. Man kennt auch noch das Geräusch wenn man eine Kassettenhülle aufmacht und es knirscht. Der Albumcharakter kommt bei den Kassetten ebenfalls viel stärker raus.

CK: Neben den Kassetten bietet ihr die Musik zum digitalen Download an. Wie komme ich wenn ich die Kassette gekauft habe zu den mp3s?

Christian: In den Kassetten befindet sich ein Code mit dem man Zugang zu den mp3s auf unserer Homepage bekommt. Wenn wir das nicht gemacht hätten bestünde die Gefahr, dass sich die Leute vielleicht nur die Kassetten kaufen und die Musik nicht anhören. Die Kassette ist zwar ein Sammlerstück welches man vielleicht daheim stehen haben will. Die Leute sollen aber eben nicht nur das Objekt kaufen.

CK: Was steckt hinter dem Namen WSMTML?

Christian: angefangen hat das mit „Wilhelm show me the Diagram“, das war eine Myspace Seite, wo freunde von mir CD Reviews geschrieben haben und ich hab die gepostet. Der Name kommt von einem Lied von Rip Rig + Panic, einer New Wave Free Jazz Partie aus den 80ern mit Neneh Cherry. Die hatten ein Lied das hieß Wilhelm show me the diagramm. Dann gibt es die Konzertreihe wilhelm show me the microphone“ und auf WSMTML sind wir einfach so gekommen. klingt auch witzig, und es passt ja auch, dass es ja so sein soll dass größere Labels auf die Bands aufmerksam werden.

 

CK: Gibt es einen gemeinsamen musikalischen Nenner der Bands die auf dem Label vertreten sind?

Christian: Im Grunde genommen ist der Sampler als Mixtape eine Ausnahme, da auch viele Elektro Bands darauf vertreten sind. Der Fokus liegt aber mehr auf Indie-gitarren Musik. Ob das jetzt mehr Post-Punk wird, oder mehr Noise ist. Die Gitarre steht schon im Vordergrund.

CK: Wie kann ich als MusikerIn / Band eigentlich an euer Label herantreten und ist das Label an einen Musikstil gebunden?

Christian: Einfach ein Email schreiben und sagen, dass ich es sie mir anhören soll. Es ist dann schon so, dass manche Sachen super sind und mir gefallen aber dann doch nicht passen. Bis jetzt ist das noch nicht passiert, da sich die Anfragen auch noch in Grenzen halten. Klassische neue Musik wäre zum Beispiel unpassend auf dem Label, obwohl es prinzipiell super ist.

CK: Ende der 70er und Anfang der 80er war die Kassette ja ein Medium gegenkultureller Strömungen. Mit der Etablierung der Leerkassette war es dann auch das erste DIY Verbreitungsmedium, da es leicht möglich war seine eigene Musik zu veröffentlichen. Hat dieser oder ein ähnlicher Gedanke bei der Wahl des Mediums eine Rolle gespielt?

Christian: Auf jeden Fall. Dadurch hat die Kassette einen sympathischen Symbolstatus und das spielt natürlich auch eine Rolle. Es gibt aber auch immer mehr Kassettenlabels. Hauptsächlich aus dem experimentellen Hardcore Bereich, viele aus Deutschland. da gibt es auch noch Labels, die sich die Kassetten im Supermarkt kaufen. Wir lassen sie aber produzieren, wegen der Optik und dem Design.

CK: Wer ist für die grafische Gestaltung der Kassetten verantwortlich?

Christian: Beim ersten Release war es Philipp Kanape der bei dem Grafikdesignbüro engarde arbeitet. Wir schauen, dass jedes Mal ein anderer Künstler oder Designer etwas macht, damit es schön abwechslungsreich bleibt. Das Artwork ist ein wichtiger Aspekt. Es hat den gleichen Stellenwert wie eine Nummer auf dem jeweiligen Album.

CK: Wie und wo produziert ihr die Kassetten?

Christian: In Leipzig gibt es jemanden. Der hat ein Gerät wo man von einer Kassette auf 7 gleichzeitig überspielen kann. Wir haben auch überlegt es selbst zu machen aber da es nicht so teuer ist, lassen wir produzieren.

CK: Habt ihr Kontakte zu anderen Kassettenlabels?

Christian: Das label Numavi verwendet alle Medien – eben die, die sie für richtig halten. Gerade haben sie eine Diskette herausgebracht. Darauf findet sich eine 1-minuten Nummer. (lacht) Wir haben generell Kontakt zu Labels die CDs produzieren. Der Kontakt bei anderen Kassettenlabels passt meistens nicht, da die Musik einfach nicht zu unserer passt.

CK: Was verbindest du persönlich mit einer Kassette? Gibt es Kindheits- oder Jugenderinnerungen wenn du an das Medium denkst?

Christian: Irgendwann zum 12. Geburtstag hab ich einen Kassettenspieler bekommen und meine Mutter hat mir damals auch meine erste Kassette aufgenommen. Die war mit Liedern bespielt, die eigentlich nur ihr gefallen haben. (lacht) Aber es war okay. Mit zwölf ist man da noch nicht so. Meine erstes Nirvana Album war auch auf Kassette. Also bin ich auch noch in die Grunge-Zeit mit Kassetten gekommen. Irgendwann bin ich aber umgestiegen.

CK: Welche Veröffentlichungen / Aktivitäten sind geplant?

Christian: Am 26. Juli wird die Split Kassette von „killed by 9V batteries“ und blackfox dance am „Sil Festival“ in Niederösterreich präsentiert. Da sind wir jetzt gerade mit den Aufnahmen fertig. Wir haben noch eine russische Band. Die heißt pboyul und klingt sehr nach Tuxedomoon. Von denen kommt auch ein Release heraus und im Sommer gibt es noch einmal eine Auflage vom Mixtape.

CK: Was bietet ihr euren Bands? Habt ihr Vertriebsstrukturen oder wie kommen die Kassetten unter die Leute?

Christian: Es kommt immer darauf an. da wir immer geringe Stückzahlen machen gehen wir davon aus, dass 50 Stück relativ schnell weg sind. Falls doch welche übrigbleiben werden diese, da wir bei „kim records“ als Sublabel laufen, über den Vertrieb von Trost auch in anderen Plattenläden erhältlich sein. Wir stellen auch 3-4 Kassetten zum Verkauf zu dux records. Noch dazu gibt es auf der Homepage von KIMpop einen Shop wo man sie bestellen kann.

CK: Seid ihr auch für elektronische Bands / Projekte offen?

Ja wenn sich jemand meldet und es ist gut, wieso nicht. Es ist ja auch schwer. Elektronische Bands haben glaube ich ein bisschen Angst vor Kassetten. Es muss auch in den Clubs gut kommen. Die sind sehr auf Qualität bedacht und das ist bei den Kassetten nicht so gegeben. Da ist es für Noise Bands leichter. Wobei die Qualität der Kassetten schon gut ist. Also es ist nicht so, dass es rauschen würde. (lacht)

CK: Wie sieht es mit Feedback und Presseecho aus?

Christian: Auf fm4 hatten wir schon 2 Interviews, sowie einen Bericht. Es sind vor allem kleine, die man halt kennt. fm4, der Falter, das Skug. Blogs kennt man oft auch nicht. Ich bin von Lady Lynch auch so gewohnt, dass die Presse auf mich zukommt. (lacht) Man hat nie richtig Pressearbeit gemacht aber es gibt immer wieder jemanden von einer Zeitung oder Zeitschrift, dem es gefällt und etwas machen möchte und beim Label ist es ungefähr das gleiche. Sobald man die Journalisten dann kennt, spart man sich eine große Presseaussendung und schickt es an diejenigen, die es interessiert.

CK: danke für das interview.

auf der homepage von WSMTML finden sich Infos zu den einzelnen Bands, viele Hörproben sowie Informationen zu den bisherigen Veröffentlichungen.

Interview

La Strada, das Straßen und Figurentheaterfestival in Graz steht vor der Tür. Und vor unseren Türen werden auch dieses Jahr wieder viele Veranstaltungen im öffentlichen Raum und bei freiem Eintritt zu bestaunen sein. Da gibt es einmal die Freiluftakrobaten des NoFit State Circus und der Tänzer der renommierten Compagnie Motionhouse die mit ihrer Performance „Block“ über unsere Köpfe schweben werden. Bunt und vielfältig ist mit Sicherheit auch das Treiben der Compagnie La Belle Image die mit südamerikanischer Musik aus Kolumbien, Bolivien und Peru. alle Besucher herz­lich zum mitmachen einladen.

Fünf Tänzer, fünf Fußballspieler, ein Schiedsrichter und ein Spiel mit ganz eigenen Regeln: Mehr brauchen die Künstler der Compania Vero Cendoya nicht, um ein preisgekröntes Projekt zu entwickeln. Denn so weit sind Tanz und Sport ja auch gar nicht voneinander entfernt. Eine kraftvolle Mischung aus Körper­kunst, Musik, Humor und unerwarteten Choreografien. Cia. Vero Cendoya (ES) – La Partida

Marco Barotti läßt seine mechanischen Spechte in der Stadt erklingen. Sie nehmen elektromagnetische Strahlungen ihrer urbanen Umgebung auf und geben diese durch ein Klopfen mit ihren Schnäbeln wieder. Marco Barotti (IT) – The Woodpecker

Tierisch freuen können sich Kinder & Erwachsene auf zwei Figurentheater-Produktionen des heurigen Festivals. In der einen Geschichte begibt sich die Schildkröte Mamita auf die Suche nach jenem Strand, wo sie früher einmal ihre Eier abgelegt hat. Spannend erzählt von der Compagnie Les Clochards Célestes (FR) Die zweite Geschichte nennt sich „Full House“ und erzählt eine moderne Fabel für Kinder und Erwachsene und beschäftigt sich mit dem Zusammenleben im urbanen Raum denn Fräulein Koala will die ganze Welt lieb haben, Herr Hund vor allem seine Ruhe, und Frau Pferd hat einfach jede Menge Energie. Eléctrico 28 (ES/AT) – Full House

Informationen zu weiteren Events und die gesammte Übersicht des Programmes finden sich auf der Webseite von La Strada.

öffentlicher Raum Theater