Eight Measures Posts

Also mit meinem Facebook Account bin ich schon lang nicht mehr zufrieden, denn mehr als dass ich die Veranstaltungen von Freunden zu Gesicht bekomme passiert faktisch nicht. Facebook ist für mich, eben weil viele Leute gar nichts Persönliches mehr aus ihrem Leben posten eigentlich ein toter Kanal und wenn man die ganzen Veranstaltungsinteressensbekundigungen nicht mehr zu Gesicht bekäme würden die Leute auch bald schnallen, dass da eigentlich nicht mehr viel geht bei Facebook. Natürlich gibt es Ausnahmen und manchmal bringt mich ein Foto oder Link auch zum Schmunzeln, doch wirklich mehr am Leben der anderen teilhaben gelingt irgendwie nicht. Und Twitter?  Twitter verwende ich hauptsächlich um Netzfunde eine Zeit lang via Twitter zu verfolgen, was bei bevorstehenden Veranstaltungen wie dem anstehenden musikprotokoll des steirischen herbstes auch nützlich ist. Es ist quasi mein Newsfeed Aggregator und ich pflege den Kontakt zu 2, 3 lieben Menschen, die ich sonst nicht zu Gesicht bekomme. Unlängst gab es einen guten Beitrag auf Uarrr zum Thema Twitter und Nazi Acounts und warum wir uns nach neuen Alternativen am Social Media Himmel umsehen sollten. Auch wenn manche von ihnen noch an Kinderkrankheiten laborieren lohnt sich schon ein erster, vielleicht auch zweiter Blick auf Social Media Dienste, die durch dezentrale Serverstrukturen und einer einem Email-Dienst vergleichbaren Technik auskommen. Tracking und Werbung waren gestern. Allerdings sei zu erwähnen, dass die neuen Dienste eine gewisse Computerliebe voraussetzen, also dieser nerdige verspielte Zugang zur Technik muss vorhanden sein, sonst verliert man schnell den Spaß bei der Sache. Ist dieser aber vorhanden, so sollten wir nicht davor zurückschrecken auch diese alternativen Informationskanäle zu nutzen und mit prähistorischem Leben zu füllen. Ich sehe es vielleicht auch ein wenig als Pflicht unsererseits, die ersten Schritte zu wagen, denn wer wenn nicht wir, haben die Freiheit im Netz in unserer Hand. Es ist nämlich nicht immer der Facebook-Algorithmus wo man unbedingt mit muss.

einer näheren Betrachtung meinerseits haben sich unterzogen:

Vero- True Social: Das andere, wahre Soziale Netzwerk, wie es gerne angepriesen wird. Ein Netzwerk, dass die eigenen Aktivitäten nicht verfolgt um einem maßgeschneiderte Werbung unterzujubeln. Derzeit befindet sich Vero noch in einer Art Beta-Stadium und man kann sich noch ohne etwas zu bezahlen anmelden aber auf kurz oder lang ist ein Dienst auf Abo-Basis geplant, wie man es von Netflix oder Spotify her kennt. Vorteil: Es gibt einen Unterschied zwischen jemanden „folgen“ und mit ihm/ihr befreundet sein, was positiv ist, wenn man nicht mit jeder befreundeten Person alles teilen will. Ein weiterer Vorteil gegenüber nerdigeren Portalen ist die vertraute Oberfläche und Struktur von Vero, die einen am ehesten an Facebook erinnert. Schauspielstars wie Susan Sarandon sind schon im Vero-Kosmos angekommen. Nachteil: Es handelt sich hierbei um kein dezentrales Servernetzwerk, wie bei den weiter unten erwähnten Diensten der Fall ist und es könnte sein, dass es bald kostenpflichtig wird.

 

Riot – bei Riot handelt es sich um ein dezentrales Kooperations & Messenger Netzwerk mit vielen Extras wie  sicherem verschlüsseltem Datenaustausch, der Möglichkeit Video oder Sprachanrufe zu tätigen und ist bereits auf deutsch übersetzt. Man kann seine eigene Gruppe erstellen oder gleich einen Raum betreten, in dem schon fleißig diskutiert wird und sich der Kommunikation anschließen. Vorteil: Kooperationen und das Arbeiten an gemeinsamen Projekten wird vereinfacht und lässt sich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gut bewerkstelligen. Viele andere Dienste lassen sich in Riot integrieren. Nachteil: Profildaten oder eine eigene Seite, auf der man sich präsentieren kann gibt es nicht, Riot ist wie besprochen etwas unübersichtlich gestaltet und man braucht Zeit zur Einarbeitung, dann aber erweist es sich als mächtiges Tool.

Mastodon – Mastodon ist ein Twitter ähnlicher Microblogging-Dienst mit einer recht großen Community, man sagt Toot statt Tweet, und mittels einer Twitter-Bridge lässt es sich auch nach Freunden auf dem Netzwerk suchen. Vorteil: Es handelt sich auch wie im Falle von Riot um eine dezentrale Serverstruktur, unterschiedliche Instanzen (Server) können miteinander kommunizieren, da es mehr der Technik von Email entspricht. Ich habe bislang auch noch nicht viel Zeit auf/mit Mastodon verbracht, dennoch scheintes nette Leute darauf zu geben. Nachteil: Auch via Twitter-Bridge lassen sich nicht viele Kontakte auf Mastodon wiederfinden, die Timeline ist etwas unübersichtlich gestaltet, dies kann aber durch Tools wie Halcyon verbessert werden. Des weiteren muß man sich noch für einen Server entscheiden. Der Umzug von einem auf den anderen gestaltet sich vielleicht als schwierig, habe es aber noch nicht ausprobiert.

Zu guter letzt: Das gute, in die Jahre gekommene, Forum. Vorteil: Der Vorteil liegt klar auf der Hand, bevor es das Web 2.0 gegeben hat, wurde schon auf diese Art und Weise ziemlich anonym kommuniziert und da einem die Struktur eher geläufig ist findet man sich auf Foren schnell zurecht. Nachteil: Man befindet sich wegen einem konkreten Thema (Musikproduktion, gesunde Ernährung etc.) auf der Plattform. Unterschiedliche Themen benötigen unterschiedliche Accounts, da kann es schon schnell mal unübersichtlich werden. Leider sind einige Foren über die Zeit zu regelrechten Wüsten des Internets verkommen, dennoch sollte man diese gallischen Dörfer des kommunikativen Widerstands nicht gering schätzen, denn Hilfestellungen zu bestimmten Themen werden nirgends besser kommuniziert als hier.

persönliche Meinung The good Stuff

Okay, überleg jetzt ernsthaft den Schritt Richtung Podcast zu wagen. Ein Podcast ist eine Art wiederkehrender Radiobeitrag bei dem statt Blog-Posts, Audiofiles mit Themenbeiträgen hochgeladen werden. Also man sitzt dann vor dem Computer und schwafelt einfach, was glaub ich gar nicht einfach ist. Jedenfalls habe ich es noch nicht gemacht, aber da mir immer wieder Leute sagen, wie toll meine Stimme als Radiostimme geeignet wäre, muss ich es fast mal probieren. Jedenfalls müsste ich mir einen Spickzettel zurechtlegen, wo grob die Themenfelder des Podcast angerissen sind, dann brauche ich eine ruck zuck ladbare Playlist, die ich ebenfalls im Vorfeld vorbereiten muss. Das könnte ich über Spotify jetzt erstklassig bewerkstelligen. Wenn mir der Text ausgeht, einfach Musik und die nächste Nummer…(Manchmal könnt ich auch einfach nur ein von mir gemischtes Mixtape online stellen.) Irgendwie wäre es super dafür auch ein zuvor erstelltes Interview bereit zu haben oder Gäste live einzuladen mit mir über ihre Beweggründe und ihre Arbeit zu sprechen. Dann wäre schon mal eine halbe Stunde gerettet. Mit ein paar musikalischen Einwürfen ginge sich vielleicht auch eine Dreiviertelstunde aus. 45 Minuten Gequatsche und immer wieder Musik zwischendrin. Der Nachteil beim Interview ist, dass es wirklich gut vorbereitet sein muss, damit keine Lücken oder gar Themenfelder durcheinander kommen. Das muss dann wirklich sehr diszipliniert vonstatten gehen und braucht auch eine gute Vorbereitung, damit man nachher nicht mehr Zeit vor dem Schnittprogramm verbringt als notwendig.

Jingles kann ich auch machen, dafür reicht mein Verständnis für Sound und Harmonie gerade noch aus. Mit diesen Vorkehrungen könnte es schon langsam eine Runde Sache werden. Aber ein Podcast erscheint dann wirklich einmal im Monat und das wäre schon recht wenig Content, dafür aber in geballter Form. Naja vielleicht ergibt sich ja auch eine Kooperation mit jemanden, und man entscheidet sich dann dafür das Ganze im Radio zu machen.

Und wir GrazerInnen haben Glück, denn mit Radio Helsinki gibt es ein hervorragendes freies Radio direkt im Zentrum der Stadt. Meines Wissens macht man einmal einen Einführungsworkshop, wo einem die ganze Technik näher gebracht wird und man mit den Gegebenheiten des Studios vertraut wird. Dann wird man noch zahlendes Vereins-Mitglied und schon kann man zu einer gewissen Sendezeit ein Programm starten. Ich erinnere mich noch gut an die Jingles des Radios, die wirklich super gemacht waren, oder auch einige Sendungen, die sich aus der Menge hervorgetan haben. Jedenfalls ist das mal eine Fantasie, ein Utopium, welches ich anstrebe und vielleicht gelingt es mir in einem Jahr etwas wie einen Podcast oder eine Radioshow auf die Beine zu stellen. Sonst träume ich einfach weiter und der Blog wird weiter betrieben und bleibt wie er ist. Aber vielleicht schaff ich es auf die eine oder andere Weise heraus aus meiner tippenden Komfortzone. Who knows…

Anekdote persönliche Meinung

Okay ich muß es gestehen, ich bin jetzt auch ein Kunde des Streaming Dienstes Spotify. Ich habe in der letzten Woche den von JAY-Z betriebenen Streaming Dienst Tidal zwar ebenfalls ausprobiert bin jetzt aber bei Spotify gelandet, weil es für mich praktischer ist, da erstens die Android-App auch auf meinem alten Lenovo-Tablet funktioniert und zweitens kann ich den Sound der App auch via Konsole und Fernseher auf meine HIFI-Anlage ausgeben und bequem von der Couch aus streamen. Beide Anbieter sind meines erachtens gute Dienste, haben bei weitem die meisten Songs abrufbar und sind beide empfehlenswert. Zu erwähnen wäre noch, dass weder Spotify noch Tidal bislang Gewinn abwerfen und so wird es nur eine Frage der Zeit sein, dass der Premium Account teurer werden wird.

Meine erste Entdeckung war wohl diese Compilation von DJ Oil, einem aus Marseille stammenden DJ und elektronischen Musiker. Bref Avenir ist dabei die Zusammenfassung von 3 bereits veröffentlichter EP’s plus mehrerer Bonustracks und gleich der Anfangstrack „Heritage“ lassen Rückschlüsse darauf zu, wie es auf diesem Album weitergehen wird. Die gefilterte Bassline des Stücks treibt den rythmischen Beat voran, während die Synthline im Loop stecken zu bleiben scheint, bleibt das Stück dennoch melodisch und ungemein dancefloortauglich.

Der gebürtige Franzose Lionel Corsini aka DJ Oil verwendet bei bref avenir  immer eine reduzierte Grundstruktur in seinen Songs um auch mittels längerer Vocal Samples die eine oder andere intelligente Gesellschaftskritik einzustreuen. Dabei sind seine Claps im Hintergrund und Elektroeinflüße sind ebenfalls zu spüren. DJ Oil, der auf seinen früheren Veröffentlichungen bei BBE vor allem Afrobeat und Jazz Einflüsse verarbeitete und mit seiner früheren Band „Troublemakers“ auf Labels wie Guidance und Blue Note veröffentlicht hat besinnt sich hier wohl auf eine eher technoide-houselastige Arbeitsweise und freut sich über die wiedergewonnene künstlerische Freiheit die ihm anscheinend bei den früheren Labels abhanden gekommen ist und veröffentlicht nun auf dem Label „Les Disques de la mort“, welches von Ivan Smagghe betrieben wird.

Musik persönliche Meinung

Richard David James aka Aphex Twin ist ein Phänomen. Es gibt kaum einen elektronischen Musiker, über den so viele Gerüchte im Umlauf sind wie über ihn. Irgendwie schafft er es eben nicht wirklich irgendwo medial präsent zu sein, er meidet Interviews und doch… wenn von ihm etwas kommt, dann spricht wieder die ganze Musikwelt von ihm. Von dem Genie, dem 2-fachen Familienvater der in 2. Ehe mit einer Russin verheiratet ist, dem großen Vertreter der Intelligent Dance Music, wie man in Amerika gerne etwas sperrigere elektronische Tanzmusik nennt. Jetzt ist wieder von ihm zu lesen oder besser gesagt zu hören denn er hat eine neue Single mit dem Namen T69 collapse veröffentlicht und gleichsam eine im Herbst erscheinende neue EP angekündigt.

T 69 collapse ist vielleicht nicht Richard D. James überzeugendstes Werk, denn eine neue Offenbarung ist die Single nicht. Zu vorhersehbar ist die Struktur des Tracks, kurzer euphorischer Aufbau der Melodien, dann Break hin zu mehr düsteren Klangsphären um dann am Ende die Nummer zusammenzuführen und die Versöhnung der beiden Klangteppiche zu propagieren. Dennoch ist Aphex Twin Musik immer wieder erwähnenswert, denn 1. machen nicht viele Leute mit dem Bekanntheitsgrad solche Musik und 2. bleibt er sich dabei ja auch treu – ein frischerer experimentiellerer Zugang hätte dem Track aber gut getan. Man kann noch gespannt auf die Veröffentlichung der EP warten, die am 14. September auf Warp Records erscheinen wird. Aber meine Erwartungshaltung zur neuen EP ist eher gedämpft.

Sicher erwähnenswert ist das von Kollegen Weirdcore abgieferte, sehenswerte Video zum Track. Dennoch für Freunde von Labels wie Warp und Rephlex war Aphex Twin immer der Motor, der andere Veröffentlichungen der Labels gepusht hat, jetzt ist er mehr jemand der mit seinem eigenen Sound im Soundkosmos der Labels mitfährt, das Steuer hat er anderen Künstlern überlassen. Sein Gesamtwerk darf man aber nicht gering schätzen. Er hat soviele junge Leute beeinflußt, zum Musikmachen inspiriert und war lange Zeit eben der um den man nicht herumkam, wenn es um innovative elektronische Musik ging. Lesenwert ist sicher eines der raren und wirklichen ausführlichen Interviews aus dem Jahre 2014, welches er Dave Noyze für Syrobonkers gegeben hat. Er spricht darin über seine Art Musik zu machen, Synthesizer und Sequenzer die er verwendet, das musikalische Talent seines damals 5 jährigen Sohnes und zeigt dabei auch Seiten seinerseits von eher privater Natur. Das Interview ist ein Monat nach erscheinen wieder vom Netz genommen worden und der Text ist nur mehr via der Waybackmachine von Archive.org erreichbar.

 

Interview Musik

Ich habe wieder einmal ein Mixtape gemacht, diesmal ist es mehr eine Zusammenstellung von Nummern ohne wirklich Beat auf Beat Übergänge zu machen. Wollte ich diesmal nicht, nicht weil ich zu faul war sondern weil ich versuchte hier verschiedene Stile miteinander zu mischen, ob es mir gelungen ist oder nicht, müßt ihr entscheiden. Mit dabei: Burnt Friedman, Caribou, Hiphop von De la Soul und einige Soul und Funk-Stücke. Es ist ein NON-Mixtape, eine Aneinanderreihung von Vinylplatten die ich in meiner Sammlung habe.

„Going like a Ghost“ ist mein DJ und Musiker Synonym. Meine letzten Auftritte hatte ich bei einem Sommerfest, im altehrwürdigen SUB und in einer Pizzeria mit Soundanlage am Meer. Ich habe früher als DJ gearbeitet und damit meinen Lebensunterhalt bestritten, mit den Jahren ist die Häufigkeit an Auftritten zurückgegangen, das Plattenauflegen und selektieren macht mir aber immer noch soviel Spaß, dass ich euch daran teilhaben lassen will. Ich hoffe ich schaffe es jedes Monat ein neues Tape via der Webseite Mixcloud online zu stellen. Viel Vergnügen beim Hören! Des weiteren findet sich das aktuelle Mixtape immer auch als Widget in der Seitenleiste des Weblogs.

Musik

Eigentlich war ich heute ein wenig schockiert, nachdem ich in der Zeitung gelesen habe, dass der langjährige Parkhouse Chef im Alter von nur 51 Jahren an einer Lungenembolie verstorben ist. Zuletzt war er nur noch Miteigentümer, hatte sich aus dem aktiven Geschäft des Grazer Stadtparkcafés, welches er von 1999 – 2011 leitete, zurückgezogen. Harald war ein unkomplizierter Chef und ich hatte das Vergnügen ihn in den ersten Jahren seiner Leitung besser kennenzulernen. Ich kann mich noch erinnern wie er einmal in einem anderen Café aufgetaucht ist um mir beim Auflegen (meiner damaligen Arbeit) zuzuhören. Anscheinend war er davon so begeistert, dass ich alsbald wöchentlich in seinem Café, dem Parkhouse auflegen konnte. Er war sehr damit beschäftigt die Grazer Musikszene in sein Lokal zu holen und so wurde das Parkhouse unter seiner Führung bald ein kleiner, feiner Hotspot der Grazer elektronischen Musikszene. Musiker wie die im letzten Beitrag erwähnten Mr. Dero und Klumzy Tung hatten genauso ihre Auftritte wie DJ MARS oder eben meine Wenigkeit. Das Parkhouse war vor allem in den ersten Jahren seiner Leitung darum bemüht das Grazer Spektrum an elektronischer Musik abzubilden, und man merkte ihm seine Leidenschaft für diese Musik auch an. Viele Kooperationen entstanden damals und ich erinnere mich gerne an einige Abende im Parkhouse zurück, als ich mit DJ Nomix und DJ Marko gemeinsam die Plattenteller bespielte und die Stimmung im Lokal nicht besser sein konnte. Nun ist Harald Lammer eben nach kurzer Krankheit verstorben.

Anekdote Nachruf