Kategorie: Sachbuch

retromaniaSimon Reynolds beschreibt darin die Tatsache, dass sich Popmusik, als eine der wenigen Gattungen der Kulturgeschichte, immer auf sich selbst bezieht.

Waren es in der Renaissance die Heraufbeschwörung der Tugenden und Künste der Antike so sind es in der Popkultur jediglich Referenzen auf die eigene relativ überschaubare (Musik)Geschichte. Also eine Referenz auf ein paar Jahrzehnte, die zurückliegen und immer wieder als Rohmaterial fürs Neue herhalten muss. Reynolds spürt in seinem Buch dem Zeitgeist und der Urpsrünge dieses Phänomens auf den Zahn. Unzählige Anekdoten und Querverweise unterstützen seine These, dass Pop sich bald selbst abschafft, da sich aus der ständigen Wiederholung und dem Bezug von Popmusik auf die Vergangenheit – dem inhaltlichen Bezug auf Retro –  die Luft ausgeht, bzw. die eigene Geschichte abhanden kommen werden. Für Reynolds ist diese Phase bereits eingetreten. Man kann den Sack wahrscheinlich immer wieder erneut von unten aufschneiden, dennoch bleibt dabei etwas auf der Strecke und irgendwann gibt es keinerlei Rohmaterial auf dass sich diese Retrokultur beziehen kann. Reynolds Buch gilt für viele Menschen die sich mit Popkultur auseinandersetzen als Referenz zum Thema Selbstausbeutung des Pop und seiner Kultur. Nebenbei ist das Buch locker geschrieben und einfach zu lesen. Es macht Spaß Reynolds Blick auf die Entwicklungen in der Popkultur zu folgen. „Retromania“ von Simon Reynolds ist auf deutsch im Ventil Verlag erschienen. Skug nennt es »Das wesentlichste Poptheoriebuch der letzten Jahre«. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des Ventil Verlag.

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