Archiv der Kategorie: Musik

One over One – Film

Der Film handelt von einem jungen, 20 jährigen Mädchen, dass in der Provinz von Pennsylvania aufwächst und mit den großen Themen des Lebens – wie Liebe und Verlust – konfrontiert wird. „1/1“ ist dabei eine wilde Bildtechnik-Collage, eine Kleinode an das Leben selbst und wird aus der Sicht der jungen Lissa (Lindsey Shaw) erzählt. Regisseur Jeremy Phillips verwendet für seinen ersten Spielfilm viele unterschiedliche Bildformate wie z.B. 8mm um die jeweilige Gefühlslage am Besten abzulichten. Es sind Momente der Mixed Media Collage, die den Zuseher/die Zuseherin ins Leben von Lissa regelrecht hineinzieht. Diese unkonventionelle Coming-of-Age Story erzählt vom Leben einer jungen Erwachsenen, die sich mit ihrer Vehemenz und ihrem Lebenswillen in das Geschehen und ihr Leben wirft und mit ihren Wünschen und Bedürfnissen fast an dieser sich auch für junge Menschen immer schneller drehenden Welt zerschellt. Der Mindfuck-Psychotrip der jungen Lissa wird vor allem durch den Soundtrack der elektronischen Avantgarde Punkband „Liars“ noch verstärkt.

Breathless, daring, and undone in a million pieces. Describing both the film’s style and main character, 1/1 submerges the audience into the mind of Lissa, a twenty-year-old girl trapped in rural Pennsylvania, who grapples with sex, drugs, love and loss. 

http://oneoveronemovie.com

Der erste Soundtrack der Band, der gleichzeitig die letzte Zusammenarbeit von Angus Andrew und Aaron Hemphill darstellt, ist auf Mute Records erschienen. Der Spielfilm lässt sich über iTunes herunterladen und ist mittlerweile wohl auch bei ausgewählten Internethändlern als DVD/Blu-Ray erhältlich.

meine Top 8 Alben des Jahres 2018

Das renommmierte Onlinemusikmagazin The Quietus tut es, Pitchfork macht es wahrscheinlich auch und Bandcamp sowieso. Die Jahreslisten der herausragendsten Alben und Songs des Jahres 2018 werden durch die weiten des Internets geschickt und da schließe ich mich nun hiermit an und erhebe meine Stimme für Musik, die mich in der zweiten Hälfte dieses Jahres begleitet hat und einen gewissen Stellenwert für mich bekommen und meinen verwöhnten musikalischen Geschmack besonders getroffen hat:

8. Hozier – Nina Cried Power EP (Releasedatum: 6. September 2018)

Hozier (bürgerlicher Name: Andrew Hozier-Byrne) schafft es wieder einmal, dass man auch von KünstlerInnen angetan sein kann, die auch bei Mainstreamradiostationen rauf und runter gespielt werden. Wieder dickes Plus für den irischen Musikers, der, Folkrock hin oder her , sich für seine Arrangements Zeit nimmt und deshalb sollte man seiner neuen EP und dem bodenständigen Typen Gehör schenken.

Hozier – Nina Cried Power EP

7. Fufanu – The Dialog Series (Releasedatum: 19. Oktober 2018)

Isländische Künstler sind immer für eine Überraschung gut und das Trio um Frontman
Hrafnkell Kaktus Einarsson werkelte im Laufe des Jahres an mehreren EP’s die nun auf einem Album zusammengefaßt worden sind; düstere dystopische Techno/Electro Baladden aus dem hohen Norden Europas.

6. Muslimgauze – 11 Minarets (Re-Release: 29. Oktober 2018)

Das bereits 1996 veröffentlichte Album wurde von einem kleinen ukrainischen Label (Kvitnu – kvitnu.com) in einer Stückzahl von 300 Kopien neu aufgelegt. Muslimgauze, um den sich neben Aphex Twin wohl die meisten Mythen in der elektronischen Musikszene ranken wurde nur 38 Jahre alt. Er, der mit bürgerlichem Namen Bryn Jones hieß und sich im Jahre 1983 Muslimgauze zu nennen begann konnte in seiner aktiven Zeit 16 Alben pro Jahr veröffentlichen und fiel vor allem mit seiner Haltung zum Palästinenserstaat auf. Obwohl eine Vielzahl seiner Alben religiöse Titel haben war der aus Manchester stammende Musiker selbst der Religion eher skeptisch gegenüber eingestellt.

5. Swamp Dogg – Love, Loss and Autotune (Releasedatum: 7. September 2018)

Wohl beherzter und intimer wurde die Voice-Technik „Autotune“ noch nie eingesetzt. Mit Ryan Olsen von Poliça  als Produzent der Nummern wurde jemand an Board geholt der etwas von Autotune als Technik versteht und „The national treasure“ – Swamp Dogg ließ bei diesem Album die Zügel aus der Hand. Herausgekommen ist ein Neosoul Album der Extraklasse mit viel Hingabe zum Schmalz ohne pathetisch zu klingen.

4. The KVB – Only Now Forever (Releasedatum: 12. Oktober 2018)

Shoegaze trifft auf Elektro und heraus kommen The KVB. Mein Bruder hat mich auf das aus England stammende und nun in Berlin lebende Duo aufmerksam gemacht. Das aktuelle Album wurde auf Invada Records veröffentlicht.

The KVB – On my skin

Blending reverb-soaked shoegaze with minimalist electronic production, The KVB’s music reflected Nicholas Wood and Kat Day’s mastery of atmosphere even as their sound evolved over the course of the 2010s.

by Heather Phares

3. Planning to Rock – Powerhouse (Releasedatum: 9. November 2018)

PlanningtoRock aka Jam Rostron liefert hier bei seinem 4. Album auf DFA Records eine Melange von RnB Nummern über House bis Elektronummern. „Powerhous“e ist das bis dato intimste Album des Berlin-via-Bolton-Produzenten – eine kinetische, selbst produzierte Platte, die mit Haltung, Humor, Verwundbarkeit und Prahlerei besticht.

2. LOW – Double Negative (Releasedatum: 14. September 2018)

Für eine Band, die seit mittlerweile 25 Jahren besteht gibt sich LOW auf Double Negative so locker und verspielt wie schon lange nicht. Dabei sind LOW wie der Name schon sagt die Vertreter einer eigenen Musiksparte dem Slow-Rock.

Alan Sparhawk, Mimi Parker und Steve Garrington, zusammen Low, experimentieren, zerlegen, brechen und lassen Gehäckseltes wachsen. Trip-Hop-Beats gekreuzt mit Indie, Folk, Ambient und Industrial kriegen kurz vorm digitalen Störgeräusch gerade noch die Kurve zurück zum Song.

Christoph Jacke, Spex.de

1. Beak> – >>> (Releasedatum: 20. September 2018)

Kaum eine Band kam 2018 symphatischer daher als die aus Bristol stammende Formation. Verspielter Out-Rock der Extraklasse, kompakte Synthlinien treffen auf ein variantenreiches Schlagzeug-spiel von Geoff Barrow, Gründungsmitglied von Portishead. Tags: #postrock, #krautrock, #outrock.

The Fade Beta – Yesterday’s Eden

Über The Fade Beta ist mir nicht mehr bekannt als dass ich letztens über dieses am 15. Dezember veröffentlichte Album gestoßen bin. Ein Duo (Dan &Xan Eden) welches auf den Soundpfaden von Boards of Canada wandert? Boards of Canada haben es zu ihren Glanzzeiten geschafft eine eigene Bandästhetik zu schaffen. Auf Facebook gibt es unter anderem. eigene Gruppen, die sich mit dem Sound von  BOC beschäftigen.

The Fade Beta schaffen es bei ihrer Liebeserklärung an den Sound der Schotten aber ebenfalls stark ein eigenes Klanguniversum aufzubauen. Der Sound des Duos aus Danbury (Connecticut) besteht aus Triphop angehauchte Beats die  dabei hinter dichten Klangteppichen verschwinden  um dann wieder aus dem Nebel der Synthlinien aufzutauchen. Auch die langgezogenen, auf Synthflächen aufbauenden Breaks vermitteln dieses starke Gefühl, dass ich auch bei Boards of Canada für mich entdeckt hatte. Vocal Samples die so klingen als würden sich Astronauten über ein technisches Problem in ihrer Raumkapsel unterhalten unterstützen den Schwebezustand der Nummern. Es ist dieser Sound der einen in die eigene Kindheit zurück-verschlägt, das Aufatmen innerhalb der Klangsphären ermöglicht und deshalb ist diese Musikästhetik für mich mit nichts anderem vergleichbar. Auch die Ästhetik ihrer Videos ist stark an jene von BOC angelehnt.

Das 1998 veröffentlichte „Boards of Canada“ Album „Music has the right to children“ gilt für mich immer noch als Referenzplatte für diesen speziellen Soundkosmos und ich bin froh dass ich letztens im Plattenladen eine Neuauflage des Albums erstehen konnte. Das Album von  Das Album Yesterday’s Eden von „The Fade Beta“ kann digital auf Bandcamp erstanden werden. – Ein weiterer erwähnenswerter Musiker, der sich dieser speziellen „BOC-Klangkultur“ verschrieben hat ist der aus Lille in Frankreich stammende Künstler CIALYN. Auch sein bereits im März diesen Jahres veröffentlichtes Album verschreibt sich der Klangästhetik von BOC. 

Swamp Dogg – Love, Loss and Autotune

Cher hat es gemacht, Kanye West macht es und Swamp Dogg? Swamp Dogg nutzt Autotune dazu, Gefühle von Verlust und Liebe und den Nuancen dazwischen abzubilden. Swamp Dogg hat hierfür Ryan Olson von der Band Poliça engagiert um ihn bei seinem Vorhaben zu unterstützen und gibt damit das Songwriting an einen Künstler ab, der mit Autotune so versiert arbeitet und eine Art barock ausgekleidete Neosoul-Ästhetik schafft, die es Swamp Dogg ermöglicht die Liedertexte mittels Autotune zu neuen Höhenflügen zu verhelfen.

Dabei ist Swamp Dogg, der mit bürgerlichen Namen Jerry Williams Jr. heißt, ein Meister der Irreführung. Der seit den 70er Jahren umtriebige Soulmusiker hat ja auch schon ein „Best Of“-Album mit lauter neuen Nummern veröffentlicht. Diesmal verschmelzen die Beats und Songs von Ryan Olson mit der gewichtigen Stimme von Swamp Dogg, es geht um die großen Themen wie Liebe, Verlust oder dem Alleinsein.

Album: Love, Loss and Autotune – Swamp Dogg

Release: 7. September 2018

Label: Joyful Noise Records 

“Swamp Dogg is a national treasure.” – Swamp Dogg

Versatile House Mixtape – aktuelles Mixtape November 2018

Ich habe wieder mal einen meiner DJ – Mixes online gestellt. Das Mixtape ist wie immer auf Mixcloud zu finden und ist auch direkt in der Seitenleiste meines Blogs verlinkt. Das Tape ist ein Deep-House Set mit Tracks von Künstlern wie  „Detroit Swindle“ oder dem von mir geschätzten Rajko Müller aka „Isolée“ der mit Liedern wie „Beau mot plage“ schon vor 18 Jahren(!) erfolgreich war. Auch der Track „Pisco“, am Ende des Mixtapes wirkt wie eine kaleidoskopische Reise in die Klangwelt von Rajko Müller. Darüber hinaus habe ich versucht mein Spektrum an House-Tracks abzubilden. Es gibt Vocal-Tracks von „Love Drop“ oder „Paul Woolford“ und einen deeperen Part im letzten Drittel des Tapes, der wegen seiner auf Reduktion ausgelegten Drum- und Synthparts schon mehr in Richtung Minimal und Minimal Techno geht. Viel Spaß beim Hören!

Steirischer Herbst – musikprotokoll 18

Laibach, Poster für Laibach’s Sound of Music, 2018. Design: Metastazis

Wie jedes Jahr suche ich, wenn es um Veranstaltungen des steirischen herbstes geht, zuerst einmal die musikprotokoll Webseite auf. Denn das von Emil Breisach gegründete Musikformat des steirischen herbstes bietet die Möglichkeit zeitgenössische Musik & Performance zu erleben. So bin ich schon einige Male von dem heterogenen Programm überrascht worden. Dieses Jahr versucht sich der steirische herbst am Thema „Volksfronten“ abzuarbeiten. Das Festival beginnt am 20. September und niemand geringerer als die Performance Band Laibach wird auf den Schloßbergkasematten das Musical „The sound of music“ neu interpretieren. Dabei werden jene Fronten bearbeitet die einerseits den oberflächlichen Wunsch befriedigen, sich dem Faschismus entgegenzustellen, gleichzeitig aber auch der tiefer liegende befriedigt, mit dessen zentralen Werten zu verschmelzen. Laibach spielen Lieder aus diesem ikonischen Film und zeichnen auf unnachahmliche Art diese perversen Widersprüche nach. Karten für das Konzert von Laibach gibt es nicht, man muss schon einen Festivalpass besitzen um das Konzert besuchen zu können. Aber der Preis für den Festivalpass, den es in 2 verschiedenen Varianten gibt, ist erschwinglich. So kostet der Pass für den Zeitraum 20.9.–14.10. (also dem gesamten Zeitraum des Festivals) 29,- bzw. 23,- Euro.

Im musikprotokoll 2018 selbst ist die Spannweite der Beiträge weitreichend: Sie umfasst Werke wie The Magma, eine 360-Grad-Videoinstallation; SOL, eine die Wahrnehmung herausfordernde Klang- und Lichtarbeit in der Dunkelheit; und Stellations, einen 3D-Lautsprecher, der mit einer Kontrabassistin zusammentrifft. Darüber hinaus sind vertreten RSO Wien & Klangforum Wien, die ein concert grandiose spielen; das Duo Fred Frith & Bérangère Maximin; sowie der Musiker Gosheven, der die Tradition der Extended Guitar weiterentwickelt. Tomoko Sauvage präsentiert japanischen Klangminimalismus; Konus Quartett & Martin Brandlmayr hingegen schweizerische Saxophonquartettklänge; und Kathy Hinde & Daniel Skoglund experimentieren mit tierähnlichen Robotern. Des Weiteren begeben sich 200 steirische Schüler*innen auf die Suche nach aktuellen Klangbildern; das Talea Ensemble spielt eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas; das ensemble zeitfluss erforscht mittels Automatenklavier Freiräume zwischen Algorithmus und Intuition. Nicht zuletzt sind zu Gast das Ensemble airborne extended und das Grazer recreation Orchester, das mit Christian von Borries mittels Künstlicher Intelligenz österreichisches Musikkulturgut neu erfindet. Eine Nacht mit dem Trio The Dwarfs of East Agouza und ZULI aus Kairo, ein Konzert mit der Sound- und Medienkünstlerin Jacqueline musikprotokoll 159 George, sowie Diskussionen und Workshops sind außerdem Teil des Programms.

Für das musikprotokoll gibt es einen eigenen Festivalpass für den Zeitraum 4.10. – 7.10. 2018 der für 55,- bzw. 45,- Euro bei oeticket erhältlich ist. Wie auch die Jahre zuvor ist es für KulturpassbesitzerInnen möglich, einzelne Veranstaltungen unentgeltlich zu besuchen. Das musikprotokoll wird jährlich vom Österreichischen Rundfunk veranstaltet. Es ist eine Koproduktion seiner beiden Programme Radio Österreich 1 und Radio Steiermark, in denen die aufgeführten Werke gesendet werden, in Kooperation mit dem Festival steirischer herbst.