Kategorie: Literatur

Immer wenn ich an Filme des koreanischen Regisseurs Park Chan-Wook denke, an seinen Style, seine Kameraeinstellungen, an die Dekorationen und Filmsets dann fällt einem mit der Zeit auf wie detailverliebt, wie verspielt er an diese vielen Dinge, an die ein Regisseur denken muss, herangeht. Neben Regisseuren wie Kim Ki-duk  oder auch Bong Joon-ho hat Park Chan-Wook Korea definitiv auf die internationale Filmbühne geholt. Nun hat er sich an den gleichnamigen Thrillerklassiker von John le Carré mit dem Titel „Little Drummer Girl“ (zu dt. „Die Libelle“) herangewagt und daraus eine 6 teilige Miniserie für die BBC produziert.

Neben der Hauptdarstellerin Florence Pugh die Rachel, eine mäßig erfolgreiche Schauspielerin die auf eine Geheimdienstmission geschickt wird, spielt, brillieren hier noch Alexander Skarsgård und Michael Shannon in weiteren Rollen. Die Story ist schnell erklärt: In den 70ern wird Rachel, eine Schauspielerin vom israelischen Geheimdienst nach einer von palästinensischen Aktivisten ausgeführten Terrorattacke dafür angeworben diese Terrorzelle zu infiltrieren um weitere geplante Anschläge zu verhindern. Neben einer sich anbahnenden Liebesgeschichte bietet die Serie wie wohl auch das Buch spannende Twists der Handlung, wie der Tatsache, dass Rachel mit der Zeit immer mehr mit den palästinensischen Aktivisten zu sympathisieren beginnt. Die Serie wurde erstmals am 19. November 2018 im englischsprachigen Raum ausgestrahlt und kommt wie andere BBC Produktionen (z.B. The Bodyguard) vielleicht doch auch noch auf Netflix.

Wenn es nichts wird ist es auch nicht so schlimm, denn ich habe das Buch von John Le Carré zufälligerweise in einem Second Hand Laden in Graz entdeckt und freu mich auf einen klug durchdachten Thriller für die Winterzeit. Nicht wohl von ungefähr findet Park Chan Wook, dass John Le Carré hier seinen besten Roman abgeliefert hat. Auf die Interview-frage, was ihn als koreanischen Regisseur an einem Spionagethriller, der sich um den Israel-Palästina-Konflikt dreht, gereizt hat, bezog er sich auf die Tatsache, dass er sich als koreanischer Staatsbürger gut in einen Konflikt einfühlen kann der gleich wie der Korea-Konflikt anscheinend kein Ablaufdatum hat. So hat er ja auch mit „Joint Security Area“  bereits den vielleicht vielschichtigsten Film zum Konflikt im eigenen Land abgeliefert.

Film Literatur Serie

Maya Angelou’s Kinderbuch „Life doesn’t frighten me“ ist der Beweis, dass man große Kunst auch Kindern gut und verständnisvoll näherbringen kann. Die Illustrationen des viel zu früh verstorbenen Malers Jean Michel Basquiat und die unterschiedlichen Themenblöcke machen das Buch zu einem Gewinn für jeden Elternteil, der sein Kind stärken und dem es Mut machen will. Life doesn’t frighten me ist ein Buch für Kinder oblgeich Erwachsene sich auch das eine oder andere aus dem Buch holen können.

„Angelou’s strong words are matched by the daring vision of artist Jean-Michel Basquiat , whose childlike style reveals the powerful emotions and fanciful imaginings of childhood.“ 

Verschiedene Themen die Kindern Angst machen können werden immer wieder mit dem Schlußsatz „Das Leben macht mir keine Angst“ beendet. Mit Sätzen wie:

#Shadows on the wall #Noises down the hall #Life doesn’t frighten me at all

…wird auf spielerische Weise den Kindern die Angst vor nächtlichen Schatten oder ähnlichem genommen. Ich als großer Basquiat Fan habe mir auch schon überlegt ein Exemplar zu kaufen. Erschienen ist das 40 seitige  Buch bei  Abrams & Chronicle Books. Leider ist es nur auf englisch erhältlich.

 

Literatur

Ein Berg irgendwo in der Steiermark und die Menschen die im Schatten des Berges leben, das ist so ungefähr der Plott des Romandebut’s der in Graz geborenen Autorin Marie Gamillscheg. Dabei geht es um den vergangenen Reichtum, den der Berg und sein Erz für die Region bedeutet hat und nun, nachdem viele Menschen aus der Region weggezogen sind, geht es um den tagtäglichen Kampf der verbliebenen BewohnerInnen und dem Zurechtkommen in ihrer Welt. Manche wollen aus der tristen Umgebung wegziehen, andere verschlägt es gerade aus solchen Gründen dorthin. Dazwischen steht ein Bürgermeister der öfter auf Kur als in der Stadt zugegen ist oder die Wirtin des Gasthauses ‚Espresso‘, die selbst spürt, dass sie das kleine Grüppchen von Bewohnerinnen irgendwie zusammenhält, den sozialen Kitt darstellt. Dabei nimmt die Autorin den Leser mit in eine allmählich verschwindende Welt.

Vielstimmig und untergründig erzählt ihr Debüt von einer kleinen Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines großen Bergs und vom Glanz des Untergangs wie des Neubeginns.Die Aushöhlung eines Berges durch den Abbau von wertvollen Gesteinen ist das prägende Thema dieses Buches. Der zeitweise Wohlstand eines am Fuße des Abbaugebietes liegenden Dorfes und der anschließende, langsame Niedergang der Siedlung durch die Ausbeutung der Natur werden dramatisch von der jungen Autorin geschildert. Die geplünderte Landschaft bedroht nun die Bevölkerung und ihr Leben durch einen möglichen Zusammenbruch der alten Stollen.

Marie Gamillscheg, geboren 1992 in Graz. Lebt in Berlin, arbeitet als freie Journalistin u.a. für ZEIT Campus. 2015 u.a. Literaturförderungspreis der Stadt Graz und New German Fiction Preis. 2016 Klagenfurter Literaturkurs und Arbeitsstipendium des Berliner Senats, 2017 Aufenthaltsstipendium in Schöppingen. Veröffentlichungen in zahlreichen Zeitschriften und Anthologien (u.a. Edit, Lichtungen, Poet, Literarische Welt).

„Alles was glänzt“ – das Romandebüt von Marie Gamillscheg ist im Luchterhand Verlag erschienen.

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