Monat: Januar 2018

… oder warum ein spezifischer Song zu unserer Lieblingsmusik wird.

vintage turntable in action close upWelche Regeln kann man anwenden wenn man darüber nachdenkt welche Art und Form von Musik wir zu unserer Lieblingsmusik machen? Welche Wege führen uns zu unserer neuen Lieblingsband? Warum frohlocken wir, wenn wir diese oder jene Melodie wahrnehmen?

 

1. Ich höre, also bin ich. Die persönliche Suche und der Weg den wir uns durch den Musikdschungel bahnen um musikalische Neuentdeckungen zu machen ist wesentlich und trägt zur Identifikation mit einem Genre/einer Band oder eines Tracks bei. Wenn wir selbst auf die Musik gestoßen sind und/oder für uns entdeckt haben, dann gibt es hier eine emotionale Bindung die stärker ist, als wenn wir über Empfehlungen anderer auf die Musik aufmerksam werden und sie sozusagen als „Zweiter“ entdecken. Die Identifikation ist also umso stärker je mehr wir unseren eigenen Schweiß dafür eingesetzt haben um diese Musik zu entdecken.

2. Der Rhythmus wo man mit muss. Zuallererst kommt der Klang, dann der Rhythmus, die Struktur eines Songs und die sphärischen Gegebenheiten eines Songs, die einen beim Hören durch den Song tragen. Der Vibe muss einen anstecken und der Groove muss schon in den ersten Sekunden des Hörens ersichtlich sein. Wenn einen dann die Melodie mitnimmt sind wir vollkommen eingenommen und können uns der Musik hingeben.

3. I mag das, weil ich das und das mag. Wenn man spezifisch sucht um zum Beispiel neue Entdeckungen in einem bestimmten Genre zu machen, dann beruht die Suche auf einer bereits breit verankernden Meinung, die wir uns über die Wesenszüge eines solchen Genres, einem Taste, gebildet haben. Dieser Geschmack von Musik, der uns permanent auf der Zunge liegt wird dann auch als Fundament für weiterführende Entdeckungen gemacht.

4. Wir adden also wieder einmal. Indem wir unseren Musikgeschmack durch neue Entdeckungen erweitern, verbreitern wir auch die Basis auf dessen weitere Entdeckungen von Bands oder Musikern fußen. Wir erweitern und vernetzen unser Basiswissen indem wir Neuentdeckungen beifügen und unseren mühsam erworbenen Musikgeschmack mit neuen Flavours garnieren. Wir entdecken Synthesizerhooklines, die wir so in einem solchen Setting noch nie gehört haben und finden es als Bereicherung unseres musikalischen Horizonts wenn wir es hören. Solche musikalischen Hörerlebnisse prägen sich bei uns ein und werden wieder dafür herangezogen solch spezifische Hörerlebnisse in anderen Formen zu entdecken und zu fröhnen.

5. Das Alles gilt nicht für Schlager und Fans von Schlagermusik.

p.s.: Welche Pfade führten euch zu eurer Lieblingsmusik? Wie kamt ihr auf diese oder jene Band?

Musik persönliche Meinung

In Frankreich, in der kleinen Stadt Angoulême findet gerade das größte Comicfestival Europas statt. Zwischen dem 25. und 28 Jänner kann man sich beim Festival International de la Bande Dessinée Comics, Graphic Novels und alle Spiel- und Lesearten dazwischen zu Gemüte führen. Eine Longlist für den begehrten großen Preis des Festivals gibt es auch. Einige der Titel sind bereits auf Deutsch erschienen oder für das kommende Jahr angekündigt, nähere Infos finden sich auf comic.de

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Die kleinere Spielart für Österreich ist das NEXTCOMIC Festival in Oberösterreich. Dieses findet 2018 in Linz, Alkoven, Steyr, Steyrmühl & Traun statt. Das Motto dieses Jahr ist die Umdeutung bzw. Neuinterpretation des bekanntesten Werkes von Lewis Caroll „Alice im Wunderland“. Dazu gibt es Workshops und KünstlerInnen sind dazu aufgerufen im Festivalzentrum OÖ. Kulturquartier  (Linz) einzelne Kapitel von Alice im Wunderland künstlerisch zu adaptieren bzw. zu interpretieren.

Daneben bietet das ambitionierte Festival das Vertiefen und Schmöckern in die vielfätige Welt der Comickunst.

 

Das NEXTCOMIC-Festival zeigt die Comickunst abermals von ihrer vielfältigen Art – von Graphic Novels, Kunstcomics, digitalen Comics, über Artverwandtes wie Graffiti, Illustration, Karikatur, Cartoon, Animationsfilm.

Internationale ComiczeichnerInnen wie Akvile Magicdust aus Litauen, Moki (Deutschland) oder die studierte Malerin und Filmemacherin Maya Yonesho (Japan) werden zugegen sein. Ein weiterer Schwerpunkt sind Comics und Karikaturen aus Österreich. Hier werden KünstlerInnen wie Jackyl White & Eggy, Eva Teissl aka Johnny Geiger, Jasmin Rehrmbacher, die Ortweinschule Graz oder die Lohnzeichnergilde ebenfalls Werke zum Festivalmotto „Next to Alice“ abliefern.

NEXTCOMIC Eröffnung DO 15. März 18 Uhr im Festivalzentrum OÖ Kulturquartier, Ursulinenhof, Linz. Austellungsdauer: 16. – 24. März 2018 Homepage: http://www.nextcomic.org/ 

Ausstellung Kunst

Jeffrey Michael Austin ist ein Künstler und Musiker aus Chicago. Er hat unzählige Pfützen fotografiert und war von deren Reflexionen des Himmels oder Nachthimmels begeistert und um dieses zauberhafte „dahinschimmern“ zu erhalten hat er diese künstlichen Pfützen hergestellt.

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Puddle by Jeffrey Michael Austin
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Puddle by Jeffrey Michael Austin

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Puddle by Jeffrey Michael Austin

Seine Musik, die zum Beispiel auf Überlagerungen durch unzählige Samples wie auf dem Album „Anonym“ basieren sind verschachtelte Soundcollagen und in mühevoller Kleinarbeit enstanden. Über 500 Samples, meist Youtube User Sounds, sind in den 7 Tracks des Albums enthalten.

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aufmerksam geworden via dem Cultureblog Colosssal. Weiter Infos und Arbeiten des Künstlers finden sich auf seiner Webseite. http://www.jeffreymichaelaustin.com/

Kunst Musik

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Mika Taanlia, „Down“ aus der Serie Film Reader, 2017. Courtesy balzerprojects (Basel), Foto: Johnny Korkman.

Die Ausstellung „Was vom Kino übrigblieb“ wurde in Zusammenarbeit mit der Diagonale und dem österreichischen Filmmuseum konzipiert. KünstlerInnen thematisieren das Verschwinden des Kulturgenre Film, das im 20. Jahrhundert noch eine größere Rolle spielte als heute. Durch das Internet, Streaming und konsumierbare Inhalte auf vielen verschiedenen Kanälen ist heutzutage das Kino „nur noch ein popkulturelles Unterhaltungsangebot unter vielen“. Die Cinephilie scheint verflogen. Doch was bleibt von der Kulturgeschichte Kino? Dieser und anderer Fragen geht die Ausstellung auf den Grund. Werke von Joseph Beuys, John Baldesari, Mika Taanila oder Ryusuke Ito sind nur einige Exponate, die bei der Ausstellung zu sehen sein werden. Kuratiert wurde die Schau von Norbert Pfaffenbilcher und Sandro Droschl.

„Was vom Kino übrigblieb“ 10.02.2018 – 22.04. 2018 Halle für Kunst und Medien, Burgring 2, 8010 Graz. http://www.km-k.at/de/

Ausstellung

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„bodystructures“ © Lisa Kainzbauer

Unter dem Titel bodystructures steht die Arbeit der in Wien lebenden Fotografin Lisa Kainzbauer.  Körperideale zu hinterfragen, denn Schönheit ist „mehr als nur auf eine bloße Oberfläche reduzierbar“, war ihr Ziel. Über Facebook meldeten sich über 150 Personen (die meisten davon waren Frauen) die mit ihrer Körpergeschichte ein Zeichen setzen wollten. 8 Frauen stellen auf der Homepage ihre Narben zur Schau und Lisa Kainzbauer sind diese sehr ästhetischen Fotos gelungen. Zusammen mit den Geschichten zu den Fotografien ergibt sich ein Bild abseits von genormter Schönheit, die Narben zeigen auch wie verletzlich und angreifbar wir sind. Es geht um Muttermale, die die persönliche Landkarte des Lebens darstellt, gleich wie sehr intime Aufnahmen von Selbstverletzungen und deren Geschichten bis zu Operationsnarben die es einem manchmal erschweren sich und seinen Körper so anzunehmen wie er ist. Denn auch Narben machen uns zu dem wer wir sind.

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bodystructures © Lisa Kainzbauer
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„bodystructures“ © Lisa Kainzbauer

Lisa Kainzbauer (LAChovy) hat an der Graphischen in Wien studiert und widmet sich im Moment der Gestaltung eines Fotobuches zum Thema Schizophrenie. Sie ist professionelle Fotografin und einige Arbeiten sind unter der Homepageadresse LaChovy  erreichbar.

Allgemein Fotografie

retromaniaSimon Reynolds beschreibt darin die Tatsache, dass sich Popmusik, als eine der wenigen Gattungen der Kulturgeschichte, immer auf sich selbst bezieht.

Waren es in der Renaissance die Heraufbeschwörung der Tugenden und Künste der Antike so sind es in der Popkultur jediglich Referenzen auf die eigene relativ überschaubare (Musik)Geschichte. Also eine Referenz auf ein paar Jahrzehnte, die zurückliegen und immer wieder als Rohmaterial fürs Neue herhalten muss. Reynolds spürt in seinem Buch dem Zeitgeist und der Urpsrünge dieses Phänomens auf den Zahn. Unzählige Anekdoten und Querverweise unterstützen seine These, dass Pop sich bald selbst abschafft, da sich aus der ständigen Wiederholung und dem Bezug von Popmusik auf die Vergangenheit – dem inhaltlichen Bezug auf Retro –  die Luft ausgeht, bzw. die eigene Geschichte abhanden kommen werden. Für Reynolds ist diese Phase bereits eingetreten. Man kann den Sack wahrscheinlich immer wieder erneut von unten aufschneiden, dennoch bleibt dabei etwas auf der Strecke und irgendwann gibt es keinerlei Rohmaterial auf dass sich diese Retrokultur beziehen kann. Reynolds Buch gilt für viele Menschen die sich mit Popkultur auseinandersetzen als Referenz zum Thema Selbstausbeutung des Pop und seiner Kultur. Nebenbei ist das Buch locker geschrieben und einfach zu lesen. Es macht Spaß Reynolds Blick auf die Entwicklungen in der Popkultur zu folgen. „Retromania“ von Simon Reynolds ist auf deutsch im Ventil Verlag erschienen. Skug nennt es »Das wesentlichste Poptheoriebuch der letzten Jahre«. Nähere Informationen finden sich auf der Webseite des Ventil Verlag.

Sachbuch